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Familie und Kinder

Bitte nicht so laut!

Wie Eltern angeborene Hörstörungen erkennen und lärmbedingte später im Alltag vermeiden können

Ständiger Lärm ist schädlich – besonders für Kinderohren.
Ständiger Lärm ist schädlich – besonders für Kinderohren. © Foto: Adobe Stock

Angeborene Hörstörungen sind zwar selten – Studien sprechen von etwa drei Fällen auf 1.000 Babys –, wirken sich aber stark auf die Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit aus. „Ein Kind, das nicht richtig hören kann, lernt viel schwerer sprechen“, sind sich die Wissenschaftler einig. Später könne es zu Problemen im Unterricht und möglicherweise sogar zum Mobbing kommen. Deshalb müsse eine Hörstörung zeitig erkannt und so früh wie möglich behandelt werden.
Erste Maßnahme ist das Hörscreening in den ersten Lebenstagen, das in Deutschland seit 2009 von den Krankenkassen bezahlt wird. Später wird das Hörvermögen der Kleinen noch einmal im Rahmen der U-Untersuchungen getestet. „Zudem sollten die Eltern sollten aufmerksam werden, wenn Kinder nicht auf Ansprache oder andere Geräusche reagieren“, heißt es. Denn Hörstörungen können sich auch noch im Verlauf der Kindheit entwickeln – zum Beispiel durch Infektionen oder durch Lärm. „12,8 Prozent der Acht- bis 14-Jährigen haben auf mindestens einem Ohr und bei mindestens einem Ton einen Hörverlust von mehr als 20 dB“, hat das Umweltbundesamt herausgefunden.

Schädlicher Schall

Dauerschall wirkt sich dabei ebenso schädlich aus wie kurzzeitige hohe Schallspitzen. Und Situationen, in denen es zu laut ist, gibt es im Alltag viele. Schon der Pegel in der Kita kann Untersuchungen zufolge deutlich über 100 Dezibel (dB) liegen – und damit weit über dem Wert von 85 dB, an dem Betriebe ihren Arbeitskräften Gehörschutz zur Verfügung stellen müssen. Allerdings haben Eltern auf die Umstände in Kindereinrichtungen nur bedingt Einfluss. Umso wichtiger, so die Experten, ist Lärmvermeidung in der Freizeit und während des Schlafes.
Empfohlen wird beispielsweise, nach der Heimkehr aus Kita oder Schule erst einmal eine mindestens halbstündige Ruhepause im Wortsinn einzulegen. Bei den Mahlzeiten sollten die Eltern Vorbilder sein und Gespräche in gedämpfter Lautstärke führen. Besonders erholsam sind Aufenthalte in der Natur: Dort kann die Familie sogar mal eine Weile schweigend spazieren und sich hinterher darüber austauschen, welche zarten Geräusche plötzlich hörbar waren.
Auch Spielzeuge können für kindliche Ohren schädlicher sein, als man glaubt: Das beginnt bei der Babyrassel und reicht über Quietschtiere bis zur Kindertrompete. Später kommen Musikabspielgeräte – vor allem jene mit Kopfhörern – hinzu. Die Verbraucherzentrale rät zu zertifizierten Fabrikate mit Lautstärkebegrenzung. „Bei Konzert- und Festivalbesuchen sollten Kinder einen Hörschutz tragen.“

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Fenster und Böden

Wenn die Wohnung an einer verkehrsreichen Straße oder Bahnstrecke liegt, können Schallschutzfenster krankmachenden Lärm abhalten und für erholsamen Schlaf sorgen; Kinder sollten ohnehin möglichst das ruhigste Zimmer bekommen. Im Inneren helfen vor allem geeignete Bodenbeläge bei der Lärmminderung.

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