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Dänemark wie es feiert

Traditionen und Feiertage zum Miterleben

Viele  eigensinnige Bräuche aber auch viel Altbekanntes finden wir bei unseren nördlichsten Nachbarn.
Viele eigensinnige Bräuche aber auch viel Altbekanntes finden wir bei unseren nördlichsten Nachbarn. © unsplash.com, Markus Winkler

Unser nördlichstes direktes Nachbarland ist bekannt für seine Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit. Aber was wissen wir eigentlich über die Kultur Dänemarks? Natürlich feiern die Dänen genauso wie wir Weihnachten und Ostern. Dennoch hat das skandinavische Land noch eine ganze Menge mehr an Festen, Traditionen und Feiertagen zu bieten, von denen wir in Deutschland noch nicht so viel mitbekommen haben. Selbst die Rituale an den Feiertagen, die wir hierzulande ebenfalls begehen weichen teilweise von unseren Bräuchen ab. 

Die Karnevalszeit in Dänemark

Wir wissen, dass die Karnevalszeit in vielen Gebieten in Deutschland ziemlich verrückt sein kann. Allerdings kommt Dänemark mit seinen verrückten Traditionen zur Faschingszeit sehr nah ran. Dort heißt der Karneval „Fastelavn“ und lässt sich grob mit „Fastenabend“ übersetzen. Auch im Norden wird vor Aschermittwoch noch einmal so richtig gefeiert, bis dann schließlich bis Ostern gefastet wird.

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Wie in Deutschland gibt es auch bei unseren Nachbarn spezielle Bräuche zum Fest. Dort gehört beispielsweise das „Katzenschlagen“ traditionell dazu. Schwarze Katzen gelten bei uns ebenfalls als Symbol für Unglück. In Dänemark wurde das Tier früher in ein Holzfass gesteckt. Dann wurde auf das Fass eingeschlagen, bis es zerbrochen war und die Katze vor lauter Schreck das Weite suchte.

Tierschützer können aufatmen, denn heutzutage wird die Katze einfach nur auf das Fass gemalt. Das Fass selbst wird mit Süßigkeiten gefüllt. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Karnevalstraditionen, die Dänemarkfans unbedingt erlebt haben sollten. Idealerweise ist das Ferienhaus fürs kommende Jahr bereits organisiert. 

Osterbriefe und Pfingsten

Auf die Fastenzeit folgt das Osterfest. Ähnlich wie bei uns wird dort zu der Zeit ganz viel gebastelt und selbstgemacht. Eine besondere dänische Tradition in diesem Zusammenhang ist der sogenannte „Gækkebrev“, zu Deutsch „Narrenbrief“. Dabei handelt es sich um einen Brief, der kunstvoll gefaltet und eingeschnitten wird. Klappt der Empfänger das Stück auf, erkennt er erst dann das einzigartige Muster.

Der Brief selber beinhaltet einen Rätselreim, der verrät, wer der Absender ist. Kann der Empfänger das Rätsel nicht lösen, wird er zum Narren erklärt. Als Strafe muss er entweder eine Feier veranstalten, den Absender küssen oder ihm ein Ei schenken.

Neben dieser Tradition gibt es genauso wie bei uns den Osterhasen und das alljährliche Eierfärben. Auch die Feierlichkeiten zu Pfingsten unterscheiden sich kaum zu denen bei uns in Deutschland. 

Grundlovsdag

Der 5. Juni ist ein ganz besonderer Tag in Dänemark. Dann wird dort nämlich der sogenannte „Grundlovsdag“ gefeiert. Wörtlich übersetzt bedeutet es „der Tag des Grundgesetzes“. Es ist sozusagen der dänische Nationalfeiertag. Der geht unter anderem auf das Jahr 1849 zurück.

Damals, am 5. Juni, unterzeichnete König Frederik VII. die dänische Verfassung. Immer wieder wurde das Grundgesetz in den folgenden Jahren geändert und zwar immer an diesem bestimmten Tag im Juni.

In Dänemark wird der Grundlovsdag entweder als halber oder kompletter Feiertag gewertet. Traditionell essen die Dänen eine spezielle Süßspeise mit Namen „Grundlovsdessert“. Das Gericht besteht größtenteils aus Rhabarberkompott und Vanillecreme. 

Mittsommer und Sankt Hans

Am 23. Juni wird in Dänemark mit dem Mittsommer-Fest die Sommersonnenwende gefeiert. Obwohl die eigentliche Sonnenwende eigentlich schon zwei Tage vorher stattfindet. Ab dann werden die Tage wieder kürzer.

Gleichzeitig wird am 23. Juni der Johannisabend oder der Sankt-Hans-Aften zelebriert. An diesem Abend wird in Dänemark nicht nur gefiert, sondern auch noch eine ganz andere Tradition gepflegt.

Auf den öffentlichen Plätzen vieler Ortschaften sind Scheiterhaufen aufgebaut, auf denen Puppen verbrannt werden, die Hexen symbolisieren sollen. Die Tradition stammt noch aus dem Mittelalter und soll, genauso wie das Katzenschlagen, böse Geister fernhalten.

Die Feuer brennen an allen möglichen Orten und sogar an der Küste sind solche Hexenfeuer aufgebaut. Dazu werden traditionelle Lieder gesungen, es wird viel gefeiert und getrunken. 

Buß- und Bettag

Sachsen und Dänemark haben hier eine ganz besondere Gemeinsamkeit. Unser Bundesland ist das einzige in Deutschland, in dem der Buß- und Bettag ein arbeitsfreier Feiertag ist. Dieser evangelische Feiertag liegt zwischen dem 16. und dem 22. November. Er fällt immer auf dem Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. In Dänemark begeht man den Feiertag bereits seit 1686.

J-Dag, Weihnachten und Silvester in Dänemark

Es ist das Fest der Feste und hier weichen die Dänen etwas von dem, was wir in Deutschland an Weihnachtsbräuchen kennen, etwas ab. Der Beginn der Weihnachtszeit wird markiert von dem J-Dag. Er liegt auf dem ersten Freitag im November und startet um 20:59 und wird in Pubs und Bars im ganzen Land mit Weihnachtsbier gefeiert.

Der Brauch ist noch relativ jung und geht auf die dänische Brauerei Tuborg zurück. 1990 führte sie an diesem Tag ihr Weihnachtsbier ein und nannte ihn kurzerhand J-Dag. Die Tradition hat sich mittlerweile verselbstständigt und sollte definitiv von jedem Weihnachtsurlauber in Dänemark mitgenommen werden.

Den Nikolaus werden Kinder hier vergebens suchen. Dafür unterscheiden sich die weihnachtlichen Bräuche jedoch nicht von denen in Deutschland. Genauso wie das Silvesterfest. Hier trifft man sich mit Freunden und Familie und feiert meist im kleinen Kreis mit leckerem Essen. Um Mitternacht gibt es dann ebenfalls ein traditionelles Feuerwerk. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur S.M. Ahlhorn.

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