Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dresden
Merken

SZ-Mini-WM: Acht Stunden Fußball-Euphorie im Dresdner Harbig-Stadion

Bei der SZ-Mini-WM spielen über 300 junge Fußballer um einen besonderen WM-Pokal - am Ende gewinnt Germania Mittweida im Trikot von China.

 3 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Auch in diesem Jahr stehen wieder 32 Jugendmannschaften auf dem Dynamo-Rasen und spielen um den Pokal der SZ-Mini-WM.
Auch in diesem Jahr stehen wieder 32 Jugendmannschaften auf dem Dynamo-Rasen und spielen um den Pokal der SZ-Mini-WM. © Jürgen Lösel

Dresden. Obwohl Dresden gar nicht Spielort der Euro 2024 ist, verwandeln Teams aus ganz Ostsachsen in den Farben von 32 Fußball-Nationalmannschaften am Sonntag die Spielstätte von Dynamo in eine einzige große Fanmeile. Die SZ-Mini-WM macht’s möglich. Traditionell im Juni treten C-Jugend-Spieler – diesmal die Jahrgänge 2009/2010 – mit ihren Teams in einem Turnier an. Darunter auch wieder zwei reine Mädchenmannschaften. Spielerinnen dürfen ein Jahr älter sein.

Ministerpräsident Michael Kretschmer war einigermaßen überrascht und kommentierte schon die Eröffnungszeremonie mit den Worten: Wie cool ist das denn?
Ministerpräsident Michael Kretschmer war einigermaßen überrascht und kommentierte schon die Eröffnungszeremonie mit den Worten: Wie cool ist das denn? © PR/DDV Mediengruppe

Erste Erkenntnis am Morgen: Auch ein Ministerpräsident wird manchmal gehörig überrascht. „Wie cool ist das denn?“ entfährt es Michael Kretschmer, als die 32 Nationalmannschaften früh um neun zur Eröffnung auf dem Rasen des Harbig-Štadions Aufstellung genommen haben. Ein imposantes Bild. Dann spielt er den ersten Anstoß des Turniers. Eine der spannendsten Fragen: Schafft es Deutschland, zum dritten Mal in Folge den Titel zu gewinnen? Nachdem 2022 der FV Laubegast 06 und dann die Soccer for Kids Dresden den Pokal holten, tritt nun der SV Burkau in den deutschen Trikots an.

Eröffnungsfeier - auch diesmal stehen wieder  Jugendmannschaften auf dem Dynamo-Rasen und spielen um den Pokal der SZ-Mini-WM.
Eröffnungsfeier - auch diesmal stehen wieder Jugendmannschaften auf dem Dynamo-Rasen und spielen um den Pokal der SZ-Mini-WM. © PR/DDV Mediengruppe
Auf geht´s - vor dem Spiel heißt es einschwören.
Auf geht´s - vor dem Spiel heißt es einschwören. © PR/DDV Mediengruppe
Fans jubeln im Rudolf-Harbig-Stadion ihren Mannschaften zu.
Fans jubeln im Rudolf-Harbig-Stadion ihren Mannschaften zu. © Jürgen Lösel
Die 32 Mannschaften spielen in den Trikots der Nationalmannschaften.
Die 32 Mannschaften spielen in den Trikots der Nationalmannschaften. © Jürgen Lösel
Anders als bei der Fußball-EM sind die Teams bei der SZ-Mini-WM gemischt.
Anders als bei der Fußball-EM sind die Teams bei der SZ-Mini-WM gemischt. © Jürgen Lösel
Zu einer Fußballmeisterschaft dürfen Vuvuzelas nicht fehlen.
Zu einer Fußballmeisterschaft dürfen Vuvuzelas nicht fehlen. © Jürgen Lösel
Bei der WM treten diesmal die Jahrgänge 2009/10 an.
Bei der WM treten diesmal die Jahrgänge 2009/10 an. © Jürgen Lösel
Einmalig ist die Kulisse für die Jugendmannschaften.
Einmalig ist die Kulisse für die Jugendmannschaften. © Jürgen Lösel
Im großen Rudolf-Harbig-Stadion stehen sonst die Fußballer von Dynamo Dresden auf dem Rasen.
Im großen Rudolf-Harbig-Stadion stehen sonst die Fußballer von Dynamo Dresden auf dem Rasen. © Jürgen Lösel

Diesmal kommt es anders für Deutschland. Nach dem vielversprechenden Gruppensieg ist im Achtelfinale Endstation – die Burkauer Jungs verlieren gegen den Holtendorfer SV (Costa Rica) mit 0:1. Die beiden Mädchenmannschaften – 1. FFC Fortuna Dresden und SG Dölzschen 1928 – scheiden in der Vorrunde aus. Trotzdem stehen auch Spielerinnen in den K.o.-Spielen und sogar im Finale auf dem Platz. „Viele Teams hatten diesmal Mädchen in ihren Reihen“, stellt Turnierleiter Sandro Mildner am Ende fest. „Und alle loben die ganz, ganz große Fairness in den Spielen.“ Wermutstropfen ist der durch die Stadionkonzerte arg in Mitleidenschaft gezogene Rasen, der stellenweise gar keiner mehr ist.

Um diese Pokale geht´s: Vorn der für den Mini-Weltmeister, der kleinere ist für die besten Fans.
Um diese Pokale geht´s: Vorn der für den Mini-Weltmeister, der kleinere ist für die besten Fans. © Jürgen Lösel

Ins Halbfinale schaffen es Eintracht Niesky (Marokko), die Dorf-Kickers als Spielgemeinschaft aus Kreischa und Reinhardsgrimma (Portugal), SV Germania Mittweida 1897 (China) und BC Hartha (Schweiz). Mittweida und Hartha setzen sich knapp durch, im Spiel um Platz drei schlagen die Nieskyer die Dorfkicker mit 2:0. So stehen sich Mittweida und Hartha im Finale als China und Schweiz gegenüber. Mit dem besseren Ende für die Mittweidaer. Auch dieses letzte Spiel muss wie schon acht K.o.-Spiele zuvor im Neunmeter-Schießen entschieden werden.

Den Pokal überreicht ein besonderer Gast: Benny Kirsten, der einst im Tor der Dynamo-Profis stand. Und der zweite Pokal für die besten Fans geht diesmal an die Australier, die ihre Mannschaft vom Dresdner SSV in besonderem Outfit anfeuern. Das Geheimnis hinter ihrer Super-Ausstattung: Als sie wussten, für welches Land sie antreten, hat der Verein eine Bitte um Unterstützung an die australische Botschaft in Berlin gesandt. Und die haben prompt eine Kiste voller Fan-Artikel geschickt: Fahnen, Trikots – und natürlich Kängurus. Da zeichnet sich schnell ab, dass die Australier bei der Abstimmung der Zuschauer weit vorn liegen werden. Zweiter werden hier die Schweden.

Auf dem Stadiongelände herrscht den ganzen Tag ein buntes Gewimmel. Neben Spielern, Eltern, Betreuern und Fans sind auch viele Zuschauer gekommen. Zum Anfeuern, aber auch um die Angebote der Familienmeile mit den Aktionsständen der Teampartner zu nutzen. Den Sponsoren der 32 Teams und den Organisatoren und Schiedsrichtern gilt am Ende der Dank aller Spieler und Betreuer für einen außergewöhnlichen Fußballtag.