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Kinder und Haustiere: Worauf es dabei ankommt

Viele Kinder wünschen sich ein Haustier. Oft währt die Begeisterung aber nur kurz. Wie sich die Freude erhalten lässt.

Ein Herz und eine Seele: Maxim (1,5 Jahre) mit seiner Hündin Mina.
Ein Herz und eine Seele: Maxim (1,5 Jahre) mit seiner Hündin Mina. © privat

Von Ann-Kathrin Marr

Bootsmann war klein, hatte weiches Fell und wohnte im Kinderzimmer. Vor zweieinhalb Jahren zog der Zwerghamster bei Familie Jantz ein, mittlerweile ist er gestorben. Für die neunjährige Johanna und ihre jüngeren Geschwister Lutz und Ella gehörte das Tier aber fest zur Familie. „Einen Kater hatten wir schon länger“, erzählt Mutter Marion Jantz, „aber den haben die Kinder nicht als ihr Tier betrachtet, das man selbst füttert und versorgt.“

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Vor allem Lutz war von den Streicheltieren in der Zoohandlung angetan und freute sich riesig, als Bootsmann einzog. Doch die Kinder merkten schnell: Der neue Mitbewohner mag lieber rennen als kuscheln, und tagsüber hat er gern seine Ruhe. „Einen Hamster würde ich nie wieder anschaffen“, sagt Marion Jantz. Ein nachtaktiver Einzelgänger sei für Kinder einfach nicht das passende Haustier.

Behutsam an das Tier heranführen

Meistens war Marion Jantz fürs Füttern und Säubern des Geheges verantwortlich. Dass die Arbeit an ihr hängen blieb, sieht sie aber gelassen. Sie mag Tiere, und außerdem war ihr von Anfang an klar, dass sie letztlich die Verantwortung trägt.

„Davon sollten Eltern immer ausgehen“, sagt die Tierärztin Daniela Rickert. Sie engagiert sich bei der Vereinigung für Tierschutz für eine artgerechte Haltung von Heimtieren. Ein Tier allein zu versorgen, das überfordere selbst ältere Kinder, so Rickert. Darum sollten Eltern sich vorher gut überlegen, ob sie bereit sind, die nötige Zeit und Kraft zu investieren.

Kinder behutsam an ein Tier heranzuführen, das hält auch Birgit Baden für sehr wichtig. Die Heilerziehungspflegerin hat sich auf tiergestützte Pädagogik und Therapie spezialisiert und gibt auf ihrem Hof in der Lüneburger Heide unter anderem Kurse für Kinder. Sie ist überzeugt davon, dass Tiere dem Menschen guttun, zum Beispiel, weil sie soziale Fähigkeiten fördern und ein Gefühl von Nähe vermitteln. Solche Werte seien auch für Kinder wichtig.

Schon Vierjährige können helfen

Ihrer Meinung nach kann man gar nicht früh genug damit anfangen, Kinder mit Tieren vertraut zu machen. Schon Vierjährige können leichte Aufgaben übernehmen, beispielsweise das Trinkwasser der Kaninchen zu wechseln oder mit einer kleinen Schaufel beim Saubermachen des Geheges helfen. Älteren Kindern kann man auch feste Arbeiten übertragen – auch das Füttern – doch die Eltern müssen immer kontrollieren, ob das Tier wirklich versorgt ist. Wenn der Reiz des Neuen verflogen ist, verlieren viele Kinder die Lust an ihren Schützlingen. Dann beginnt die Diskussion darum, wer die täglichen Aufgaben übernimmt. „Je besser die Kinder über ihre Tiere Bescheid wissen, desto mehr Freude haben sie auch daran“, sagt Baden. Ihrer Meinung nach sollten Eltern selbst gut informiert sein, um ihre Kinder bei der Stange zu halten.

Zur Aufgabe der Erwachsenen gehöre es auch, den Kindern zu zeigen, wie sie das Zutrauen der neuen Mitbewohner wecken und welche Bedürfnisse diese haben. Mit Leckerli und viel Geduld könne man die meisten Tiere zähmen. Dann macht auch die Pflege wieder mehr Spaß.

Welches Tier das richtige ist, sollten letztlich die Eltern entscheiden. Fachbücher oder Broschüren, beispielsweise vom Tierschutzbund, helfen dabei. Auch Besuche bei Freunden, die ein solches Tier halten, vermitteln einen ersten Eindruck.

Katzen eignen sich besonders gut

Ein Hund etwa braucht viel Zeit und Aufmerksamkeit. Kaninchen, Meerschweinchen oder Ratten dürfen nicht allein gehalten werden, selbst ein Aquarium erfordert einige Sachkenntnis. Als Familienhaustiere eignen sich Katzen besonders gut, sagt Daniela Rickert. „Wenn es denen zu viel wird, ziehen sie sich von selbst einfach zurück oder fahren auch mal die Krallen aus.“

Katzen sind auch für Marion Jantz die idealen Haustiere. Familienkater Freedo ist mit seinen 17 Jahren schon ein alter Herr, darum durften vor einem halben Jahr die Katzengeschwister Narla und Ronny einziehen. Die Katzen sind neugierig, spielen gern und lassen sich streicheln.

Johanna, Lutz und Ella sind begeistert von den quirligen Mitbewohnern. „Schön finde ich, dass die Kinder sich mit um die Katzen kümmern, wenn auch nicht ganz so viel, wie wir Erwachsenen“, sagt Jantz. Und das Katzenklo? Das machen die Eltern sauber. Das geht einfach schneller, als Aufgaben zu verteilen und lange darüber zu diskutieren. (dpa)

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  • Die meisten Deutschen halten sich eine Katze oder mehrere. 14,7 Millionen Katzen lebten 2019 in deutschen Haushalten. Das ist sogar europaweit ein Spitzenwert.

  • An der zweiten Stelle stehen die Hunde. 10,1 Millionen Tiere wurden letztes Jahr in deutschen Haushalten gehalten.

  • Auf den weiteren Plätzen folgen Kleintiere mit einer Anzahl von 5,2 Millionen, Ziervögel mit 4,0 Millionen sowie Aquarien- und Terrarientiere mit jeweils 1,6 Millionen in deutschen Haushalten. Quelle: Statista

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