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Nach Seilbahnunglück: Kleiner Eitan soll nach Italien zurück

Der einzige Überlebende des Unglücks am Lago Maggiore soll zurückkommen, fordert seine Tante. Sein Opa hat ihn heimlich mit nach Israel genommen.

Aya Biran, Tante väterlicherseits von Eitan Biran, der ein Seilbahnunglück in Italien überlebte, bei dem seine Angehörigen ums Leben kamen, verlässt nach einer Anhörung im Fall der angeblichen Entführung ihres Neffen das Gericht in Tel Aviv.
Aya Biran, Tante väterlicherseits von Eitan Biran, der ein Seilbahnunglück in Italien überlebte, bei dem seine Angehörigen ums Leben kamen, verlässt nach einer Anhörung im Fall der angeblichen Entführung ihres Neffen das Gericht in Tel Aviv. © Sebastian Scheiner/AP/dpa

Tel Aviv. Im mutmaßlichen Entführungsfall um den kleinen Eitan, einziger Überlebender der Seilbahn-Katastrophe vom Lago Maggiore, hat am Familiengericht in Tel Aviv erneut eine Anhörung begonnen. Dies berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Freitag. In dem Verfahren fordert die Tante väterlicherseits - Aya Biran-Nirko - die Rückkehr des Sechsjährigen mit ihr nach Italien.

Der Junge, der bei dem Unfall am Pfingstsonntag beide Eltern, den kleinen Bruder und zwei Urgroßeltern verloren hat, war Mitte September von seinem Großvater mütterlicherseits heimlich und entgegen einer richterlichen Anordnung nach Israel geflogen worden.

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Eitan wurde Medienberichten zufolge in Israel geboren, zog aber kurz nach der Geburt mit seinen Eltern nach Italien. Er hat demnach sowohl einen israelischen als auch einen italienischen Pass. Die Tante sagt, Pavia in der Lombardei sei die Heimat des Jungen, der im September in Italien hätte eingeschult werden sollen.

Die abgestürzte Gondel ist mit einer Plane verdeckt. Beim Absturz der Gondel einer Seilbahn am norditalienischen Lago Maggiore am 23. Mai haben mindestens 14 Menschen ihr Leben verloren.
Die abgestürzte Gondel ist mit einer Plane verdeckt. Beim Absturz der Gondel einer Seilbahn am norditalienischen Lago Maggiore am 23. Mai haben mindestens 14 Menschen ihr Leben verloren. © Piero Cruciatti/LaPresse/AP/dpa

Die in Israel lebende Familie seiner Mutter argumentiert laut den Berichten dagegen, die Eltern hätten konkret einen Umzug zurück nach Israel geplant. Sie hätten sich Schulen für den Jungen angeschaut und sich um einen von der Regierung bezuschussten Kauf einer Wohnung bemüht. Der Junge solle in Israel aufwachsen.

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Die Staatsanwaltschaft der italienischen Stadt Pavia hatte im September Ermittlungen gegen den Großvater wegen Kindesentführung aufgenommen. Eitans Großmutter und laut den Berichten auch ein weiterer Mann stehen ebenfalls unter Verdacht. Der Mann habe den Großvater und den Jungen in einem gemieteten Auto von Pavia in die Schweiz gefahren, von wo sie nach Tel Aviv flogen, hatte die Tagezeitung "Corriere della Sera" berichtet.

Es sind zwei weitere Anhörungen in dem Fall für Samstagabend und Sonntagmittag angesetzt. Wann eine Entscheidung in dem Fall zu erwarten ist, ist noch unklar. (dpa)

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