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Familie und Kinder

Persönliche Daten schützen!

Chatten, Liken, Posten sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken, bergen aber auch ernst zu nehmende Gefahren.

Viele Kinder und Jugendliche kommunizieren inzwischen vorwiegend über Messenger-Dienste.
Viele Kinder und Jugendliche kommunizieren inzwischen vorwiegend über Messenger-Dienste. © Foto: stock.adobe.com

Seit ein amerikanisches Unternehmen 1996 ein Chatprogramm namens ICQ auf den Markt brachte, hat das „elektronische Plaudern“ die Welt im Sturm erobert. Heutzutage buhlen WhatsApp, Snapchat, Instagram oder auch Threema um die Gunst der User. Gerade bei Kindern und Jugendlichen machen diese Messenger-Dienste inzwischen einen Großteil der Kommunikation aus. Denn damit können sie jederzeit unkompliziert persönliche Informationen austauschen, Fotos und Videos hochladen oder neue Kontakte knüpfen – ohne Hürden wie Entfernung und Schüchternheit überwinden zu müssen.

Achtsam bleiben

Seit Beginn der Corona-Pandemie spielen diese digitalen Instrumente zunehmend auch im Schulalltag eine Rolle: Manche Terminabsprache, Teamarbeit oder Hausaufgabenhilfe wäre ohne die elektronischen Kanäle kaum noch denkbar. Selbst Lernsoftware ist mitunter mit einer Chatfunktion ausgestattet. Doch all das, so warnen Fachleute, darf nicht zu nachlassender Achtsamkeit verführen. Denn der einfache, schnelle Austausch in Echtzeit birgt auch Risiken. So können Kinder leicht mit ungeeigneten Inhalten wie Gewalt oder Pornografie konfrontiert oder von Fremden (sexuell) angesprochen werden. Ganz wichtig ist es deshalb, dass Eltern die gängigen Angebote kennen und prüfen, ob sie sich für junge Nutzer eignen. Spezielle Kindercommunitys, so Präventionsexperten der sächsischen Polizei, moderieren die Chats und fragen keine persönlichen Daten ab. Bei anderen Messenger-Diensten gebe es zumindest leicht handhabbare Funktionen, über die man die Sichtbarkeit persönlicher Daten einschränken kann. Kritisch sehen Datenschützer den beliebten Instant Messenger WhatsApp, denn dort werden weder Daten- noch Jugendschutz großgeschrieben. Darüber hinaus liegt das Mindestalter für die Nutzung bei 16 Jahren; Für Kinder ist WhatsApp also per se ungeeignet. Als Alternative empfehlen die Fachleute eher kindgerechte Messenger wie Privalino oder Monster.

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Einfallstor für Belästigungen

Je weniger persönliche Informationen ein Profil oder Chatverlauf preisgibt, desto weniger können Fremde mit unlauteren Absichten damit etwas anfangen. Die Experten stellen oftmals fest, dass junge Menschen achtlos ihre Mobilfunknummer oder ihren Chatnamen öffentlich ins Internet stellen, um neue Bekanntschaften zu schließen. Vorsicht sei auch bei Bewertungsfunktionen, beispielsweise in App-Stores, geboten: Dort angegebene Daten können ebenfalls ein Einfallstor für (sexuelle) Belästigungen, Spam oder Nachrichten mit schockierenden Inhalten bieten. „Daher sollte schon der Chat-Name nie auf Alter und Geschlecht schließen lassen. Menschen mit kriminellen Absichten nutzen gezielt Chatrooms für die Suche nach potenziellen jungen Opfern, um sie später beispielsweise zur Übermittlung von freizügigen Fotos oder sogar zu persönlichen Treffen zu drängen.“ Darüber hinaus sei immer häufiger zu beobachten, dass Chatprogramme verwendet werden, um jemanden gezielt persönlich anzugreifen. Schnell könne sich das bis zum Cyber-Mobbing steigern und Straftatbestand werden.

Feinfühlig fragen

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Im Idealfall bleiben Eltern mit ihrem Kind über dessen Nutzungsverhalten von Chatprogrammen im Gespräch – und sind alarmiert, wenn es unangenehme Kontakte andeutet, fremde Namen nennt oder sich plötzlich zurückzieht. Dann sollten sie feinfühlig und respektvoll fragen, ob sie den Chatverlauf einsehen dürfen, und ihn gegebenenfalls für eine Anzeige bei der Polizei sichern. „Im Schulunterricht wird leider zu wenig über die Gefahren im Netz aufgeklärt“, sagt eine Dresdner Mutter. „Dabei besitzt schon in der Grundschule fast jedes Kind ein Smartphone.“ Bei Bedarf unterstützen Mitarbeiter der polizeilichen Prävention Familien mit Elternabenden zum Thema „Gefahren im Umgang mit digitalen Medien“. Anfragen kann man sie per E-Mail beim Landeskriminalamt Sachsen ([email protected]). Weitere Infos gibt es beispielsweise unter www.klicksafe.de und www.polizei-beratung.de.

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