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So wird Ihr Kind selbstbewusster

Mein Kind traut sich zu wenig zu. Wie kann ich ihm helfen, selbstbewusster zu werden? Jugendpsychater Veit Rößner beantwortet diese Frage.

Unser Kolumnist Prof. Dr. Veit Rössner ist Kinder-Psychiater am Dresdner Uni-Klinikum "Carl Gustav Carus".
Unser Kolumnist Prof. Dr. Veit Rössner ist Kinder-Psychiater am Dresdner Uni-Klinikum "Carl Gustav Carus". © Matthias Rietschel

Frage: Mein Sohn (10) ist eigentlich ein fröhlicher, pfiffiger Junge. Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, er traut sich zu wenig zu. Er sagt dann etwa: „Das kann ich nicht.“ oder „Das schaff ich nie im Leben.“ Wie kann ich ihn dabei unterstützen, selbstbewusster zu werden?

Selbstvertrauen ist eine Eigenschaft, die gerade in unserer heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielt. Auch Kinder, ob in Kita oder Schule, brauchen diese Fähigkeit, um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu können. Schaffen sie das nicht, werden sie eventuell sogar Stück für Stück ängstlicher, traurig und ziehen sich zurück. Daher ist es wichtig, das Selbstvertrauen unserer Kinder von klein auf zu stärken.

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Besonders gut gelingt das Eltern, wenn ihre Kinder etwa Laufen lernen: Sie ermutigen und begleiten ihre Kinder, erst mit Halten an zwei Händen, dann nur noch an einer Hand – und schließlich laufen die Kinder ihre ersten Schritte ohne sich festzuhalten und die Eltern stehen nur noch zur Sicherheit daneben. Mit jeder Stufe wächst das Selbstvertrauen. Ähnlich läuft es ab, wenn Kinder Radfahren oder das Lesen lernen.

In all diesen Beispielen sind Eltern da, helfen bei den ersten, noch ungeschickten Versuchen, machen Mut, loben Fortschritte, ermöglichen ihren Kindern eigene Erfahrungen zu machen. Aber sie trösten auch und ermutigen trotz gefühlter Niederlagen. Sie bestärken sie, nicht aufzugeben, sondern dranzubleiben – ohne, dass Eltern dabei bevormunden oder bei Schwierigkeiten selbst gleich aufgeben. Und genau das ist wichtig!

"Ich bin es wert, dass man mich beachtet!"

Als Eltern sollten wir uns auf die Stärken der Kinder konzentrieren, statt nur das Negative zu sehen. Auch wenn nicht alles auf Anhieb gelingt und mal etwas schiefgeht – aus Fehlern lernt man. Und echte Erfolgserlebnisse entstehen nur, wenn das Kind es selbst schafft, die 50 Meter zu schwimmen, eine knifflige Matheaufgabe zu lösen oder das erste Mal einen Kuchen zu backen. Eltern sollten da sein, Rückendeckung geben und nur eingreifen, wenn’s gefährlich wird.

Ein wichtiger Baustein für Selbstbewusstsein ist zudem, wenn Kinder eigene Grenzen setzen dürfen – und diese Grenzen auch respektiert werden. Dabei braucht es natürlich für jedes Kind und jede Situation ein gewisses Fingerspitzengefühl, um ausreichend zu fordern, ohne zu überfordern.

Zudem brauchen und genießen Kinder unsere volle Aufmerksamkeit. Aus der Reaktion der Umwelt lernen Kinder: "Ich bin es wert, dass man mich beachtet!“. Auch das schafft Selbstvertrauen, unter anderem das Vertrauen, etwas zu wagen, Neues auszuprobieren und durchzuhalten, auch wenn es nicht sofort gelingt. Reichen Sie Ihrem Sohn also wie bei seinen früher noch ängstlichen Schritten die Hand, ermutigen Sie ihn, fangen Sie ihn falls erforderlich auf, und zeigen Sie ihm, wie stolz Sie auch über kleine Schritte sind, die er alleine schafft.

Haben auch Sie eine Frage an den Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. med. Veit Rößner vom Dresdner Uniklinikum? Schreiben Sie an die SZ, Nutzwerk, 01055 Dresden oder eine Mail an [email protected]

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