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„Familien brauchen mehr Geld“

Der Großröhrsdorfer Günter Hutschalik bewirbt sich als Direktkandidat der Freien Wähler zur Bundestagswahl.

© René Plaul

Von Reiner Hanke

Bekannt ist der Großröhrsdorfer Günter Hutschalik seit Jahren durch beharrliches Nachfragen im Großröhrsdorfer Stadtrat ebenso wie durch klare Ansagen. Auch wenn die Meinung nicht immer populär ist. Im Großröhrsdorfer Rat vertritt er die Freien Wähler mit dem Zusatz Gegenwind. Ein Hinweis auf die Wurzeln der einstigen Bürgerinitiative und die politischen Anfänge des Kandidaten.

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

So hat Gegenwind vor allem etwas mit dem Widerstand gegen einen bis heute umstrittenen Windkraftstandort in Kleinröhrsdorf zutun. Gegenwind ist aber auch Programm, als Ausdruck, der etablierten Politik etwas entgegensetzen zu wollen. Das will Hutschalik gern auch in der Bundespolitik tun und bewirbt sich deshalb als Kandidat im Wahlkreis Bautzen I um ein Direktmandat für den Bundestag bei der Wahl am 24. September. Zugleich steht er auf der Liste der Freien Wähler. Auf kommunaler Ebene, so Günter Hutschalik, seien die Freien Wähler schon recht gut vertreten. Gerade in der Arbeit dort hätten sie letztlich auch immer wieder mit Ergebnissen der Bundes- und Landespolitik zu tun. Aber bisher kaum die Chance, sie selbst mit zu bestimmen. „Wir können unseren Einfluss nicht ausüben.“ Das soll sich ändern: „Genau deshalb wollen wir auch im Bundestag präsent sein.“

Seine Erfahrungen aus 18 Jahren Kommunalpolitik sollen dem Juristen dabei helfen. Er sehe gerade die Freien Wähler als Vertreter der Kommunen: „Wir möchten die kommunale Selbstständigkeit voranbringen.“ Es sei die Erfahrung, dass die Gemeinden viel zu stark von Fördertöpfen abhängig sind. So werde am Ende gewissermaßen fremdbestimmt, wofür die Kommunen Geld ausgeben, wo sie investieren. „Die Kommunen müssen mehr Geld aus den staatlichen Einnahmen bekommen“, sagt Günter Hutschalik. Dann könnten sie auch freier über die ihnen wichtigen Investitionen entscheiden.

Kostenfreie Betreuung in Kitas

Sieben neugierige Fragen

Was wäre für Sie eine Versuchung?

Mir mein Traumauto, einen Oldtimer aus den 50er-Jahren, zuzulegen.

Spielen Sie ein Instrument?

Nein, leider nicht – laut meiner Familie, in der jeder mindestens ein Instrument spielt, bin ich völlig unmusikalisch.

Wie können Sie am besten abschalten?

Beim Nordic Walking, beim Lesen, Fernsehen oder bei der Gartenarbeit.

Wo machen Sie am liebsten Urlaub?

Am Meer – mit warmem Wasser und mit viel Sonne.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Die dunkle Stunde der Serenissima“ von Donna Leon.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Rock, Pop, Schlager – am liebsten Titel, die zum Mitpfeifen geeignet sind.

Wer sind die wichtigsten Menschen in Ihrem Leben?

Meine Familie – meine Frau und meine beiden Söhne.

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Ein attraktives Lebensumfeld für Familien hat der Großröhrsdorfer ebenfalls in seinem Programm. Dazu gehört für ihn die kostenfreie Betreuung in Kindertagesstätten und Horten. Die frühkindliche Erziehung sei enorm wichtig: „Familien müssen einen guten Start bekommen.“ Dazu gehört auch die Familienkasse. Damit diese besser gefüllt ist, wollen die Freien Wähler das deutsche Steuerwirrwarr vereinfachen. „Denn das versteht doch keiner mehr“, sagt der Kommunalpolitiker. Das Steuersystem sei auch eine Ursache für die wachsende Schere zwischen Arm und Reich. Nur Reiche könnten sich Experten leisten, um sich finanziell zu entlasten. Wer es nicht könne, bleibe Zahler. Ziel müsse es am Ende sein, dass die Leute mehr im Portemonnaie haben von ihrem hart erarbeiteten Geld. Für seinen Wahlkreis Bautzen sei das Thema Infrastruktur ein Arbeitsfeld. Er denke dabei sowohl an den Daten- wie den Straßenverkehr. Das Hochleistungsinternet über Glasfaserkabel müsse wirklich bis in die kleinste Gemeinde gebracht werden. Es sei eine Voraussetzung für neue Jobs, die auf dem Land dringend gebraucht würden. Außerdem müsse das Netz wirklich zukunftstauglich sein. Jetzige Pläne seien doch schon wieder veraltet, bis das Netz endlich ausgebaut ist.

Außerdem müsse die Anbindung des Nahverkehrs an Dresden deutlich verbessert werden. „Es kann doch nicht sein, dass Berufstätige von Wittichenau nach Dresden zur Arbeit drei Stunden mit dem Nahverkehr brauchen.“ Außerdem müsse der dreispurige Ausbau der A 4 kommen. „Wir leben hier mitten in Europa und vom Warenaustausch mit anderen Ländern.“ Dazu gehöre die Einsicht, dass der Verkehrsstrom von Ost nach West deutlich gestiegen ist. Dem müssen die Verkehrswege angepasst werden. Günter Hutschalik rechnet durchaus auch mit Gegenwind. Aber den ist er ja auch schon von anderen Diskussionen gewöhnt.

Bisher erschienen sind die Porträts von Uta Strewe

Caren Lay (Die Linke),Jens Bitzka (Grüne), Torsten Herbst (FDP),Karsten Hilse (AfD) und Roland Ermer (CDU).

Hier finden Sie den SZ-Wahlcheck für den Wahlkreis Bautzen I.