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Familiendrama im Bautzener Villenviertel

In einer Wohnung an der Taucherstraße werden zwei Leichen und ein toter Hund entdeckt. Was ist da passiert?

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© dpa

Christoph Scharf

Bautzen.Die Fassade leuchtet, der Rasen ist gepflegt, auf dem Hof wachsen zwei alte Eichen. Das Wohnhaus an der Taucherstraße liegt im Bautzener Villenviertel. Direkt auf der Rückseite schließt sich der schmiedeeiserne Zaun des Landratsamts an. Im Garten stehen Blumenkübel aus Granit, in den Fenstern hängen Strohsterne und Engel-Scherenschnitte. Und doch hat sich auf dem Grundstück ein Drama abgespielt.

Bewohner des früheren Freimaurer-Logenhauses machen am Freitag einen grausigen Fund. Im Hausflur finden sie Blut auf dem Fußboden. Was passierte da hinter der Wohnungstür? Fakt ist: Dort sind gestern zwei Leichen und ein getöteter Hund gefunden worden. Details zum möglichen Hintergrund nannte die zuständige Staatsanwaltschaft Görlitz zunächst nicht. „Das muss die Obduktion ergeben. Wir können nicht den sechsten Schritt vor dem ersten tun“, sagt Behördensprecher Till Neumann der Nachrichtenagentur dpa.

Er bezog sich dabei auf Spekulationen, wonach ein 81 Jahre alter Mann zuerst den Hund und die 78-jährige Frau erstochen haben soll – und schließlich sich selbst. Das Alter der Personen stimme auf keinen Fall, sagte Neumann: Mann und Frau seien jünger. Nach Informationen von Radio Lausitz waren die beiden nicht verheiratet, hatten jedoch als Paar zusammengelebt. Erst im Sommer seien sie in das Haus gezogen.

Nach Aussage eines Nachbarn war das Paar anderen Bewohnern des Mehrfamilienhauses nicht näher bekannt. „Man hat sie gesehen, sie waren sehr freundlich, immer aufgeschlossen“, sagte ein Mann dem Sender. Demnach hatten die beiden einen Hund und einen gepflegten Garten. Als Neulinge im Haus hätten sie sich wirklich integriert und sehr viel Mühe gegeben. „Umso schockierter ist man da.“ – Nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz hat die Mordkommission Ermittlungen aufgenommen. Die Leichen befanden sich am Nachmittag bereits in der Gerichtsmedizin. Die Ermittlungen würden am Wochenende weiterlaufen, hieß es. Allerdings werde man sich dazu nicht öffentlich äußern. Zuletzt hatte es in Bautzen vor zwei Jahren ein tödliches Familiendrama gegeben. Im Dezember 2011 erwürgte ein 33-Jähriger an der Rosenstraße aus Eifersucht seine Ex-Freundin und flüchtete mit dem gemeinsamen Kleinkind. Der Berliner wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. (mit dpa)