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Familienzusammenführung in der Firma

Zwei Generationen führen die Dresdner Metall-Firma Susa, die nun komplett nach Heidenau zieht. Dafür wird schon gebaut.

© Daniel Schäfer

Von Heike Sabel

Heidenau. Eigentlich wollte Ursula Sauer schon längst kürzertreten. Mittagskind sein, nennt sie es. „Na ja, bisher bin ich immerhin schon Nachmittagskind.“ Die Seniorchefin der Susa GmbH sowie ihr Mann Siegbert sind nach wie vor fast täglich im Unternehmen, das inzwischen ihre Kinder Simone und Volkmar führen. Die Aufteilung ist klassisch: Die Frauen kümmern sich um Buchhaltung und Personal, die Männer um Produktion und Technik.

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Hergestellt werden Präzisions-Drehteile. 80 Prozent der Produktion gehen an Autobauer und werden beispielsweise in Bremsen und Airbags eingebaut. Das übrige Fünftel der Aufträge kommt aus dem Maschinenbau, der Elektro- und Nachrichtenindustrie.

Das Familienunternehmen wurde 1991 in Dresden gegründet und begann mit zwölf Mitarbeitern. Heute sind es 190 und der Betrieb hat sich in Heidenau an der Hauptstraße zum dritten Mal erweitert. Die vierte Halle ist im Bau. Mitte Juni zieht die Verwaltung komplett von Dresden nach Heidenau, die Fertigung ist schon hier. Der Standort Dresden bleibt, als Lager und für andere Projekte. Die Krise der Automobilindustrie ist bei Sauers kein Thema. „Wir fahren gut mit ihr“, sagt Ursula Sauer.

„Metall, das ist nichts“

Susa setzt auf Spezialisierung, um mögliche Schwankungen bei den Aufträgen auszugleichen, entsprechend teuer sind die eingesetzten Maschinen. Eine Mehrspindeldrehmaschine kostet schnell mal 1,5 Millionen Euro. Zwei Hallen sind inzwischen mit Schleifmaschinen für verschiedene Einsatzzwecke belegt, denn um ein Drehteil fertigzustellen, braucht es gleich mehrere Arbeitsschritte. In den vergangenen 27 Jahren wurden 50 Millionen Euro investiert. „So ist der Betrieb sukzessive gewachsen“, sagt Simone Sauer.

Als ihre Eltern das Unternehmen gründeten, hatte Simone Sauer gerade das Abitur gemacht und mit dem Lehramtsstudium begonnen. Nach einem Semester sattelte sie um auf Betriebswirtschaft. „Es ist wichtig, dass man die Zahlen versteht“, sagt Ursula Sauer. Der drei Jahre jüngere Bruder von Simone, Volkmar, hat ohne Umwege gleich Maschinenbau studiert. Ob die Enkel der Firmengründer das Unternehmen mal übernehmen? Das zu sagen, dafür ist es noch zu früh. Die Enkel sind noch klein, die Kinder gerade voll im Geschäft und die Senioren noch fit. „Wir sind eben mit unseren Erfahrungen da, wenn die Jungen uns wollen“, sagt Ursula Sauer. „Und wir wollen“, sagen Simone und Volkmar Sauer. Anders aber als ihre Eltern können sie den Betrieb nicht mehr allein führen. Bei knapp 200 Leuten braucht es weitere Führungskräfte.

Die zu finden, ist eine der aktuellen Herausforderungen. Genau wie Lehrlinge. Sechs pro Jahr, das wird immer schwieriger. Susa nutzt deshalb fast jede Messe und Börse in der Region. Einmal sagte ein Opa am Susa-Stand zu seinem Enkel: „Das ist Metall, das ist nichts, das ist nur Akkord.“ Das hörte Ursula Sauer und erzählte dem Enkel, dass die Ansichten des Opas überholt sind. Klar geht es um Leistung, aber anders als zu Opas Zeiten. Viel mehr Elektronik, viel mehr komplexes Wissen.

Noch ein weiterer Anbau ist nicht geplant. Der jetzige hat ein bisschen Luft und damit eine Kapazitätsreserve. Eine große Einweihungsfeier gibt es nicht. Die Räume werden genutzt, wie sie fertig sind. Bis Jahresende soll die Halle komplett sein. Vielleicht ist Ursula Sauer dann bald wirklich Mittagskind.