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Bischofswerda

Farbe für den East

Seit fünf Jahren präsentiert sich der angesagte Bischofswerdaer Klub mit pechschwarzer Fassade. So soll es nicht bleiben.

Jens Besser in Aktion, hier bei Straßenkunst.
Jens Besser in Aktion, hier bei Straßenkunst. © Norbert Neumann

Bischofswerda. Mehrere Künstler werden Mitte August einen Teil der Fassade des Bischofswerdaer East Clubs an der Neustädter Straße gestalten. Der Schwerpunkt liege dabei auf dem Giebel in Richtung Kreisverkehr, sagte die Bischofswerdaer Malerin Anja Herzog, die an dem Projekt beteiligt ist. Für die Gestaltung gibt es natürlich schon Ideen. Im Detail darüber sprechen wollen die Künstler aber noch nicht.

Auch Klubchef Heiko Düring will sich überraschen lassen. Vor fünf Jahren war er es, der viele Bischofswerdaer überraschte und die Fassade seines Hauses rabenschwarz streichen ließ. Damals war es Gesprächsstoff in der Stadt. Grundtenor: Wer streicht sein Haus schon schwarz? Heiko Düring hielt damals schon dagegen. „Mattschwarze Klubs sind in New York nichts Neues. Bei uns, wo alles leuchten muss wie ein weißer Audi, ist ein mattschwarzer Porsche schon wieder hipp“, sagte er im September 2014 der SZ. Und er kündigte an, dass die Fassade künstlerisch noch gestaltet werde. Nun ist es offenbar so weit, wobei die Initiative jetzt weniger vom Klubchef, sondern vom Dresdner Künstler Jens Besser ausgeht. Er plant vom 14. bis 16. August eine Tour mit einem Lastenfahrrad von Dresden nach Görlitz. Zwei Tage und 22 Stunden möchte er unterwegs sein und dabei 15 Kunstprojekte realisieren. „Auf der Tour werden Zeichnungen, spontane Kunstwerke im öffentlichen Raum (Urban Interventions) und Wandbilder (Murals) entstehen“ kündigt der Künstler an. Diese Werke können in Kooperation mit lokalen Künstlern oder im Alleingang entstehen. Für Bischofswerda, wo Jens Besser am 14. August erwartet wird, vermittelte Reno Rössel aus Bautzen den Kontakt zu Künstlern vor Ort. Sie wiederum schlugen vor, die Fassade des East in Szene zu setzen.

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Das wegen seiner Fassadenfarbe vielleicht auffallendste Haus in Bischofswerda: der East Club. Nun wollen Künstler einen Teil der Fassade gestalten. 
Das wegen seiner Fassadenfarbe vielleicht auffallendste Haus in Bischofswerda: der East Club. Nun wollen Künstler einen Teil der Fassade gestalten.  © Steffen Unger

Auf seinem Lastenrad wird der Dresdner Künstler alles das transportieren, was er braucht: Farben, Malwerkzeuge, großformatiges Papier. Die Zeit und die Zahl der Kunstwerke, die er sich für seine Tour vorgenommen hat – 2:22:15 – ist nicht nur hinsichtlich des geplanten Pensums sportlich. Es gibt auch einen direkten Bezug zum Sport. In zwei Stunden, 22 Minuten und 15 Sekunden legte Radrennfahrer Zbigniew Krzeszowiec am 23. Mai 1973 die 98 Kilometer lange Strecke von Görlitz nach Dresden zurück. Damit gewann er die 13. Etappe der 26. Friedensfahrt, die auf dem Weg von Prag über Warschau nach Berlin auch durch Bischofswerda führte und viele Menschen begeisterte. 46 Jahre später macht sich nun Jens Besser in umgekehrter Richtung auf den Weg. Seine erste Etappe führt am 14. August über 37 Kilometer von Dresden nach Bischofswerda. Am 15. August fährt er weiter nach Bautzen und am Folgetag von der Spreestadt nach Görlitz.

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