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Farbe für Radeburg

An der Grundschule wurde jetzt eine Enso-Station mit Graffiti gestaltet. Mit der Aktion soll aber mehr erreicht werden, als nur das Häuschen bunt zu machen.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Radeburg. Graffiti sind in den vergangenen Jahren in der Zille-Stadt immer wieder aufgetaucht. Manchmal waren es einfach nur Schmierereien, mit denen zum Ärger der Eigentümer Hauswände verunstaltet wurden. Wie etwa vor gut anderthalb Jahren, als es unter anderem die Zille-Oberschule, die Sparkasse, die Kirche und den Fahrgastunterstand am Rathaus traf. Allerdings gab es auch immer wieder Angebote, um jungen Leuten auf legalem Weg die Möglichkeit zu geben, mit Unterstützung von Graffiti-Künstlern ihre Ideen auf verschiedene Mauern in der Stadt zu sprühen. Beispiele dafür finden sich einige.

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© Arvid Müller
© Arvid Müller

Ob an dem alten Brückenfeiler an der Dresdener Straße, am Haus gegenüber dem Busbahnhof, an der geriatrischen Klinik oder auf Betonwänden an der Grundschule. Dort gab es jetzt eine neue Aktion. Fünf Schüler im Alter von elf bis 14 Jahren gestalteten gemeinsam mit Sebastian Bieler die auf dem Schulhof stehende Elektrostation der Enso. Der Energieversorger unterstützte das Projekt, indem er die Kosten für die Farbe und das Honorar des Künstlers übernahm.

Die Vorbereitungen für den Außeneinsatz in den Osterferien laufen allerdings schon seit Oktober letzten Jahres, wie Sebastian Bieler sagt. Der Großenhainer hatte in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der mobilen Jugendarbeit (Morast) schon mehrere Graffiti-Projekte im Zillebunker durchgeführt. Seit dem Herbst gibt es nun ein neues Angebot in den Räumen des Jugendvereins Zappelbude. „Wir wollen den Treff damit auch ein bisschen für Jüngere öffnen und so neben dem Zillebunker ein weiteres Angebot schaffen“, sagt Morast-Jugendarbeiter Marcus Boros. Die Idee dabei ist aber auch, so perspektivisch Nachwuchs für den Verein zu gewinnen.

Wie Marcus Boros sagt, bestehen immer donnerstagnachmittags auch weitere Möglichkeiten, sich in den Räumen der Zappelbude zu beschäftigen. „Vor allem sollen die Jugendlichen ihre eigenen Ideen einbringen.“ Bei Interesse könnten neben dem Graffiti-Projekt über Morast auch andere organisiert werden. Etwa mit einem Comiczeichner.

In den Wintermonaten haben die Teilnehmer des aktuellen Graffiti-Kurses unter Anleitung von Sebastian Bieler erst einmal Grundlagen vermittelt bekommen. „Bevor die Mädchen und Jungs eine Dose in die Hand bekommen, werden erst einmal mit dem Stift Schriftzüge gezeichnet.“ Für den Künstler, der ein Diplom der Dresdner Hochschule für Bildende Künste hat, ist das eine wichtige Sache. „Danach haben wir dann mit Schablonen auf Papierbahnen das Sprühen geübt.“

Für die Gestaltung der fünf Meter langen und 2,50 Meter hohen Wände des Enso-Häuschens dienten übrigens Zeichnungen von Grundschülern als Vorlagen. „Ich habe das Vorzeichnen übernommen, die Jungs und Mädchen haben dann die Farbauswahl getroffen und gesprayt“, ergänzt der Großenhainer. Da den Projektteilnehmern noch die Übung beim Umgang mit der Farbdose fehlt, sei es wichtig gewesen, dass die Bilder aus großen und klar abgegrenzten Flächen bestehen. Wer noch Lust hat, beim Graffiti-Projekt mitzumachen, kann donnerstags um 15 Uhr zur Zappelbude kommen. Denn das geht weiter.

Für die Schmierer, die in der Nacht zum Reformationstag 2016 ihre Krakel hinterlassen hatten, wurde diese Tour durch die Stadt übrigens ein teures Vergnügen. Von der Polizei ermittelt, mussten sie für den angerichteten Schaden aufkommen.