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Görlitz

Farfarello spielt in der Peterskirche

Am 9. November wird in Görlitz bei mehreren Veranstaltungen an Reichspogromnacht und Mauerfall erinnert. Im Bahnhof gibt es eine DDR-Ausstellung.

Der Höhepunkt der „Langen Nacht der Kultur“: Farfarello spät am Abend in der Peterskirche. Für diesen besonderen Tag hat „Teufelsgeiger“ Mani Neumann ein besonderes Konzert kreiert.
Der Höhepunkt der „Langen Nacht der Kultur“: Farfarello spät am Abend in der Peterskirche. Für diesen besonderen Tag hat „Teufelsgeiger“ Mani Neumann ein besonderes Konzert kreiert. ©  PR

Der 9. November ist einer der wichtigsten Tage des Jahres für die Deutschen: Erinnert wird an die Novemberrevolution vor 101 Jahren, als an jenem Tag in Berlin die Deutsche Republik ausgerufen wurde. 1938, in der schwärzesten Zeit Deutschlands, wurden in der Reichspogromnacht in ganz Deutschland und Österreich jüdische Geschäfte und Einrichtungen demoliert, Synagogen in Brand gesteckt, Hunderte von Juden innerhalb weniger Tage ermordet. Und 1989, vor jetzt 30 Jahren, folgte ein freudiger Tag. Damals fiel die Berliner Mauer, wurde die deutsch-deutsche Grenze geöffnet – ein Riesenschritt hin zur deutschen Wiedervereinigung. An Reichspogromnacht und Mauerfall wird mit mehreren Veranstaltungen in Görlitz erinnert, viele davon mit Unterstützung der Stadt, der Sparkasse und von ideenfluß e. V. unter der Überschrift „Lange Nacht der Kultur“ zusammengefasst.

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Ausstellung und Chansons im Bahnhof

Beginnen wird die „Lange Nacht der Kultur“ bereits um 11 Uhr mit einer Vernissage zur Ausstellung des Sächsischen Landtages „Die DDR – Zwischen Repression und Widerspruch“, die im KulTourSalon im Görlitzer Bahnhof eröffnet wird, begleitet vom jungen östereichischen „Beatboxer“ Paul und vom SongDuo Jabell. Die Ausstellung zeigt, wie und warum sich 1989 die politische Lage zuspitzte, wie erste Massenproteste zustande kamen, sich ausbreiteten und schließlich zum Zusammenbruch der DDR führten. Um 16 Uhr beginnt im danebenliegenden Gleis 1 ein Chansonnachmittag mit dem Titel „Die Frauen des Herrn G.“ mit dem Cactus-Club, dem Chanson-Ensemble der Musikschule Johann Adam Hiller. Um 17 Uhr trägt Stadtführer und Stadtrat Michael Prochnow „Gedanken zu 30 Jahren friedliche Revolution“ im KultourSalon vor.

Andacht in der Frauenkirche

Zum Gedenken an die Pogromnacht und den Fall der Mauer wird 18 Uhr in der Evangelischen Frauenkirche eine ökumenische Andacht gefeiert. Im Anschluss an die Andacht folgt ein Lichterzug mit Kerzen von der Frauenkirche zur Synagoge, wo der Abschluss des Gedenkens unter Mitwirkung des „Förderkreises Görlitzer Synagoge“ stattfindet. Beendet werden kann der Umzug auf dem Waidhausplatz, wo die Besucher eine Stärkung erwartet.

Konzerte in der Peterskirche

Das „Lausitzer Barockensemble“ wird in der Krypta der Peterskirche um 19.30 Uhr einen musikalischen Beitrag zum Gedenktag leisten. Das „Friedenskonzert“ mit Musik aus der Zeit des Barocks wird veranstaltet von der evangelischen Innenstadtgemeinde. Die ausgewählten Werke spiegeln die Intentionen der Komponisten wider, die Unterschiede und Gegensätze zwischen Konfessionen und Ethnien wenigstens musikalisch zu überbrücken. Um 20.30 beginnt dann der Einlass in die Peterskirche vom Waidhausplatz zum Höhepunkt der „Langen Nacht der Kultur“, dem sakralen Konzert „farfarello im Licht“ in Gedenken an 30 Jahre Mauerfall. Dieses Konzert wurde eigens für diesen Tag von Teufelsgeiger Farfarello kreiert. Zur Einstimmung wird es DDR-Song-Legenden vom Gesangsduo „Jabell“ geben. Karten für dieses Konzert kosten an der Abendkasse 20 Euro, ermäßigt (Schüler, Studenten, ALG II) 12 Euro.

Kulturabend in der Alten Synagoge

Über die Angebote der „Langen Nacht der Kultur“ hinaus wird in der Alten Synagoge (Eingang Obermarkt) zum zweiten Mal nach 2018 anlässlich der Reichspogromnacht ein kultureller jüdischer Abend angeboten. In diesem Jahr steht ab 20 Uhr ein Krakauer Komponist und Arbeiter im Mittelpunkt, der wunderschöne, fast vergessene Musik geschrieben hat und von den Faschisten 1942 auf offener Straße erschossen wurde: Mordechaj Gebirtig. Dazu liest sein Biograf Uwe von Seltmann aus seinem pionierhaften Buch „S’brent“ („Es brennt“) und wird ganz viel erzählen, begleitet von Mordechajs Musik in Originalsprache. (SZ)

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