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Fasching feiern als Unterrichtsprojekt

Die künftigen Sozialassistenten haben den Alltag der Regenbogenschule durcheinandergewirbelt. Das war nicht nur Spaß.

© Jens Hoyer

Von Jens Hoyer

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Döbeln. Jessica Mittelstädt und Alina Schmitmeier frieren sicher nicht in ihren rosa Einhornkostümen. Die beiden Schülerinnen haben den Tchu-tschu-wa-Song in den Rekorder geworfen und tanzen vor, was die Jungen und Mädchen der Regenbogenschule nachtanzen sollen: „Auf die Plätze, streck‘ die Hände, Fäuste machen...“ Und immer noch eine Strophe dran.

Die beiden jungen Frauen sind angehende Sozialassistenten im zweiten Ausbildungsjahr am Beruflichen Schulzentrum. Am Mittwoch haben sie mit ihren Mitschülern den Schulalltag der Regenbogenschule tüchtig durcheinandergewirbelt. Fasching war angesagt in der Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, organisiert von 14 Schülern der Sozialassistentenklasse. Für die war das nicht nur Spaß. „Die nächste Aufgabe ist, das alles zu reflektieren. Die Leitung wird auch benotet“, sagte Gabriele Otto, die Klassenlehrerin. Die Schüler, zwölf junge Frauen und zwei Männer, hatten die Ideen entwickelt und alles vorbereitet: Bewegungstanz und Sport, Glücksraddrehen und Basteln. Acht Stationen insgesamt.

Der andere Teil der Klasse wird eine Veranstaltung für das Seniorenheim an der Nordstraße organisieren, erzählte die Lehrerin. Über solche Projekte hinaus ist die praktische Ausbildung ein fester Teil der Arbeit der künftigen Sozialassistenten. Drei mehrwöchige Pflichtpraktika haben die Schüler im Laufe ihrer zweijährigen Ausbildung zu absolvieren, erklärte Gabriele Otto. Dafür arbeiten sie in Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten und mit behinderten Menschen. Auch die Regenbogenschule ist Praktikumseinrichtung für künftige Sozialassistenten. Die übernehmen Assistenzaufgaben für die behinderten Schüler, pflegerische Tätigkeiten und sorgen dafür, dass es manierlich beim Essen zugeht, erklärte Kathleen Noranz, pädagogische Fachkraft.

Für die meisten Sozialassistenten ist der Abschluss nur eine Zwischenstation. Viele absolvieren danach eine Ausbildung zum Erzieher. Jessica Mittelstädt hat etwas anderes vor. „Ich will eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an der Heimererschule beginnen“, erzählte sie, während sie im rosa Einhornkostüm auf die nächsten Tänzer wartete.