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Faschingsvereinschef räumt mit Gerücht auf

Seit 100 Jahren wird in Sebnitz Fasching gefeiert. Ein Umzug von Buchberg ist die Krönung der tollen Tage.

© Dirk Zschiedrich

Sebnitz. So schnell lässt sich Bernd Leuner, der Chef des Sebnitzer Faschingsverein Buchberg nicht aus der Ruhe bringen. In diesem Jahr ist aber doch alles etwas andres. Die SZ sprach mit ihm darüber, wie es gelingt, Jahr für Jahr Tausende Zuschauer am Faschingsdienstag anzulocken.

Wer den Pfennig nicht ehrt

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Herr Leuner, sie sind seit der Wende Vereinsvorsitzender. Wie gelingt es, einen großen Haufen Narren und Närrinnen zusammenzuhalten?

Sicherlich, weil jeder Spaß daran hat, den Umzug mit vorzubereiten. Der harte Kern des Vereins trifft sich auch das ganze Jahr über zu verschiedenen Dingen. Kurz vor dem Faschingsumzug werden es dann aber immer mehr, die mit anpacken und auch ihre Ideen einbringen. Dass wir gut dabei sind, zeigen jährlich die hohen Besucherzahlen zum Umzug. Wir sind etwas stolz darauf, dass eben so viele Menschen am Faschingsdienstag nur wegen des Umzuges in die Stadt kommen.

Die Zuschauer wollen unterhalten werden. Wo kommen die Ideen her?

Die schreibt bei uns praktisch das Leben. Die Vereinsmitglieder bringen Ideen mit, aber auch von außen kommen immer wieder Anregungen. Wir sprechen uns dann etwas ab, damit nicht fünfmal das gleiche Bild zu sehen ist. Was den Sebnitzer Umzug zu anderen unterscheidet, ist, dass wir auch immer wieder mit einigen Bildern die Stadtpolitik etwas aufs Korn nehmen und ein paar Themen, die die Einwohner bewegen, aufspießen und eben auch etwas anstacheln. Dass wir damit nicht den Nerv von allen treffen, ist uns bewusst. Aber bei Fasching ist das so.

Gerüchten zufolge, soll dieser Umzug der letzte sein. Stimmt das?

Der Faschingsumzug 2018 wird nicht der letzte sein. Sicher fehlen auch uns ein paar junge Leute. Geht es aber um das Gestalten der Bilder, dann ist die Jugend schon mit dabei. Möglicherweise könnten aber die Faschingsveranstaltungen nach dem Umzug in der Stadthalle die letzten sein, die dort stattfinden. Da gibt es noch Gespräche mit dem Kinder- und Jugendverein, der diese ausrichtet. Es wäre natürlich schön, wenn nicht nur viele den Umzug sehen, sondern dann am Dienstag auch in die Stadthalle zum Kinderfasching und dann zur Abendveranstaltung kommen.

Es gab auch Zeiten, da mussten sie die Leute animieren, überhaupt einen Wagen oder ein Bild zu gestalten. Wie ist es beim Jubiläumsumzug?

Am Faschingsdienstag, dem 13. Februar, wird wieder ein richtig großer Umzug unterwegs sein. Wir haben zwölf Pferdegespanne und zehn andere Bilder. Dazu kommen vier Kapellen, die zwischendurch für Stimmung sorgen. Außerdem wird es ein Wiedersehen mit einigen bekannten Figuren der letzten Umzüge geben, so unter anderem mit August dem Starken und Asterix und Obelix. Der Umzug beginnt wie immer 14 Uhr auf der Bergstraße.

Das Gespräch führte Anja Weber.