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Wettbewerb fürs Narrenhäusel

Zwar soll das historische Gebäude im Zustand wie vor der Zerstörung aufgebaut werden. Doch es sind Änderungen nötig.

© Visualisierung: Arte4D, Andreas Hummel/GHND

Von Kay Haufe

Gerade ist die Ausstellung der 28 Entwürfe für das Königsufer und den Neustädter Markt zu Ende gegangen. Feststehendes Element darin ist das Narrenhäusel. Der Dresdner Stadtrat hat entschieden, dass dieses historische Gebäude in der Gestalt wie vor der Zerstörung wieder aufgebaut werden soll. Bauunternehmer Frank Wießner, der den Zuschlag erhalten hat, soll allerdings auf Wunsch der Stadt einen Fassadenwettbewerb starten, gegen den er sich lange gewehrt hat. Immerhin ist er im Besitz vieler Fotos und Pläne vom historischen Gebäude. Lediglich für die Nordfassade fehlte ein Teil der Ansichten. Deshalb hat Wießner den Wettbewerb nur für diesen Bereich verstanden.

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So sah das Narrenhäusel einst aus

Auf dieser Postkarte um 1900 ist das Narrenhäusel zu sehen.
Auf dieser Postkarte um 1900 ist das Narrenhäusel zu sehen.
Das Gebäude mit den zwei angedeuteten Rundtürmen wurde 1755 an der Augustusbrücke gebaut. Erbauen ließ es Joseph Fröhlich, der Hofnarr Augusts des Starken.
Das Gebäude mit den zwei angedeuteten Rundtürmen wurde 1755 an der Augustusbrücke gebaut. Erbauen ließ es Joseph Fröhlich, der Hofnarr Augusts des Starken.
Ab 1937 befand sich eine Gaststätte in dem Haus.
Ab 1937 befand sich eine Gaststätte in dem Haus.
Blick in den Garten des Narrenhäusels.
Blick in den Garten des Narrenhäusels.
Das Gebäude - hier auf einer Postkarte um 1935 - wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Name lebte aber zu DDR-Zeiten weiter, als sich dort in einem Flachbau eine Gaststätte befand.
Das Gebäude - hier auf einer Postkarte um 1935 - wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Name lebte aber zu DDR-Zeiten weiter, als sich dort in einem Flachbau eine Gaststätte befand.

„Es geht aber um mehr. Wenn das Narrenhäusel künftig gastronomisch genutzt wird, sind auch andere Fenstergrößen nötig, die Anordnung des Fahrstuhles muss untersucht werden“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Deshalb sei der Wettbewerb nötig, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen.

Frank Wießner sagt, dass er das Vorhaben nicht länger hinauszögern möchte und deshalb dem begrenzten Wettbewerb zustimmt. Vorher muss allerdings der Verkauf des Hauses an ihn geklärt sein. Bisher ist Wießner nicht Eigentümer und könnte gar keine Architekturbüros beauftragen. Die Stadt will nun eine Vorlage dafür vorbereiten, damit Wießner nicht das finanzielle Risiko trägt, ohne Besitzer zu sein.