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Sturzflut in Radebeul

Der Westen Radebeuls erlebte am Mittwochmittag eine Sturzflut mit Gewitterblitzen.

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© Peter Redlich

Radebeul. So viel Regen auf einmal hatten die Bewohner im Westen Radebeuls lange nicht mehr gesehen. Kurz vor 13 Uhr setzte erst ein Grummeln ein, dann zuckten Blitze über die Dächer und schließlich folgte Regen mit einem enormen Druck.

Binnen weniger Minuten stand die Bahnhofstraße unter Wasser, nur die Straßenmitte schaute noch heraus. Auch in der Unterführung der Bahnbrücke hin zur Meißner Straße staute sich das Wasser, konnten die Gullys die Wassermengen kaum aufnehmen. Fahrzeuge mussten anhalten. Dieser druckartige Regen in dicken Strömen, der sich sonst nur kurzzeitig zeigt, hielt etwa eine halbe Stunde an.

Bei der Radebeuler Feuerwehr ging ein Hilferuf aus einem Haus am unteren Ledenweg ein, weil Wassermassen in den Keller drangen. Schließlich, so Dirk Liebscher, Vizestadtwehrleiter, hätten die Bewohner das noch alleine in den Griff bekommen. Die Kameraden mussten nicht auspumpen.

Auf der Kottenleite führte der dichte Regen wieder zu wild herabstürzenden Bächen auf beiden Seiten der Straße. Auch über die Fahrbahn lief das Wasser teilweise in Strömen, verteilte Sand und Steine. Weil im Flut-Juni 2013 starke Niederschläge große Schäden an der Straße verursacht hatten, wird sie auf 1,2 Kilometern saniert. Das Fördergeld ist kürzlich angekommen.

Die Nachfrage beim Kachelmann-Wetterdienst Meteomedia, der im nahen Coswig eine Messstation betreibt, ergab, dass der Sturzregen nur sehr begrenzt niederging. Während ab Coswig bis Richtung Meißen nur etwas normaler Regen mit vier Litern je Quadratmeter gemessen wurden, prasselten zwischen Radebeul und Klotzsche zwischen 16 und 20 Liter Regen in kurzer Zeit auf die Erde nieder.

Diplommeteorologe Jürgen Weiß von Meteomedia: „Solche örtlich sehr begrenzten heftigen Niederschläge haben wir in den letzten Tagen öfters – in Freiberg sind zur gleichen Zeit sogar 23 Liter je Quadratmeter gemessen worden.“ (SZ/per/gör/IL)