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Dresden

Fast 200 Borreliose-Fälle in Dresden

Zecken haben noch bis Oktober Hochsaison. Wem Mediziner jetzt dringend zu einer Impfung raten.

© dpa

Zecken beißen sich in Kniekehlen, der Armbeuge oder in der Leistengegend fest und können Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Insekten sind in Dresden weiter aktiv. Das Gesundheitsamt meldet 2019 bereits 193 Borreliose-Fälle in der Stadt. Und die Zeckenhochsaison geht noch bis Ende Oktober. Die Krankheit Borreliose kann Fieber, Schmerzen in den Gelenkem und in Ausnahmefällen Lähmungen verursachen. Mit der gefährlicheren Krankheit FSME, die im schlimmsten Fall zur Querschnittslähmung führen kann, infizierten sich vier Dresdner.

Das Heimtückische: Je länger sich die Krabbeltiere an einem versteckten Ort wie der Kniekehle oder der Armbeuge festbeißen können, desto höher die Gefahr einer Infektion. Schnelles Handeln ist wichtig, denn zeigt sich erst mal die sogenannte Wanderröte um den Biss, kann es schon zu spät sein. Ob sich der Patient wirklich angesteckt hat, kann nur ein Bluttest klären.

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Gegen Borreliose gibt es keinen Impfstoff, aber gegen FSME. Die ständige Impfkommission Stiko empfiehlt den Piks derzeit allerdings nur für Menschen, die beruflich viel im Freien unterwegs sind. Also für Wald- und Forstarbeiter, Landwirte oder Biologen. Impfen lassen sollten sich auch Dresdner, die oft Urlaub im Vogtland, Bayerischen Wald oder in Thüringen machen. Diese Gebiete gelten als risikoreich.

Kinderärzte raten allerdings zur Vorsicht bei der Impfung von Kleinkindern, da sie für die Kleinen recht heftig ist. Erst ab dem späten Kindergartenalter oder ab Schulanfang empfehlen sie die Spritze. Und auch dann nur, wenn die Kleinen in den Urlaub in Risikogebiete fahren. Die Mediziner raten zu langer Kleidung und Zeckenmittel als Schutz und warnen vor Panikmache.

Selbst in Endemiegebieten sind laut Medizinern nur 0,5 bis ein Prozent der Zecken mit FSME infiziert. Borrelien treten bei zehn bis 35 Prozent der Tiere auf. Es ist also lange nicht jede Zecke infiziert. Wer gebissen wird, sollte nicht gleich in Panik geraten, betonen die Mediziner. Sorgfältig den ganzen Körper nach dem Waldspaziergang abzusuchen, ist trotzdem wichtig. Denn eine Zecke überträgt die Krankheiten erst nach ungefähr 24 Stunden.