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Fast 2 400 Dresdner wegen Alkohol-Problemen im Krankenhaus

Neuer Suchtbericht zeigt aber auch, dass der Konsum von Crystal bedenklich steigt.

© Symbolfoto: dpa

Vom Genuss zur Sucht ist es oft nicht weit. Die Stadt legt einen neuen Suchtbericht vor. Danach wurden 3 047 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Krankenhaus behandelt, weil sie legale oder illegale Drogen konsumiert hatten. Das waren drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Es zeigt sich, dass Alkohol nach wie vor die Problemdroge Nummer eins ist. Der Konsum von Crystal legt jedoch bedenklich zu“, erklärt Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos). Wegen Alkoholmissbrauchs waren 2 376 Dresdner im Krankenhaus.

In den Suchtberatungs- und Behandlungsstellen (SBB) der Stadt suchten im vergangenen Jahr 3 692 Betroffene Hilfe. Es kamen aber auch 598 Personen, weil sie Unterstützung für ihre Familienangehörigen erhofften.

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Bei illegalen Drogen machen Konsumenten von Crystal mittlerweile über die Hälfte der Klienten in den Beratungsstellen aus. „Sucht ist keine Schande, sondern eine Krankheit“, sagt Dr. Kristin Ferse. Es sei wichtig, dass über das Thema Sucht offen diskutiert wird. Die Suchtbeauftragte der Stadt verweist auf ein Strategiepapier zur Prävention, das der Stadtrat im Juli verabschiedet hat.

Es gehe nicht darum, gegen Süchtige und deren Verhalten zu kämpfen. Viel wichtiger sei es, gesunde Verhältnisse zu schaffen, die es überflüssig machten, süchtig zu werden. „Von dieser Vision wollen sich alle mitwirkenden Institutionen und Unterstützer, der Stadtrat und die Stadtverwaltung in den nächsten zehn Jahren leiten lassen“, kündigt Ferse an. Sie nennt drei Ziele: Das Thema öffentlich bekannt zu machen. Zweitens sollen die Dresdner nur verantwortungsvoll legale Drogen konsumieren. Als drittes Ziel sei der Einstieg in den Konsum illegaler Drogen zu erschweren und möglichst ganz zu verhindern. Um Kinder und Jugendliche zu schützen, müssen Suchtmittel beispielsweise auf Spielplätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln ganz verboten werden.

Der Suchtbericht sowie das Strategiepapier zur Suchtprävention stehen auf der Homepage der Landeshauptstadt zum Download bereit. (SZ/kle)

››› www.dresden.de/sucht