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Bautzen

Fast 400 Bewerber für 100 Kreistagssitze

Unter den Kandidaten sind viele Bürgermeister im Landkreis, ganze Familien, junge Leute und einige bekannte Gesichter.

© SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Sie haben die Wahl: Am 26. Mai entscheiden die Wähler über die künftige Zusammensetzung des Europaparlaments sowie der Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte in Sachsen. Die SZ hat sich die Kandidatenliste für das „Kreisparlament“ einmal näher angesehen.

Neun Parteien und Wählervereinigungen

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Insgesamt bewerben sich 55 Frauen und 332 Männer von neun Parteien und Wählervereinigungen um die 100 Sitze im Kreistag. 103 Kandidaten treten mit dem Mandat der CDU an. Für die AfD kandidieren 79 Personen. Die SPD geht mit 53 Bewerbern ins Rennen. 34 Frauen und Männer wollen für die Freien Wähler ins Kreisparlament. 33 treten mit einem FDP-Mandat an. 32 Kandidaten bietet Die Linke auf. Bündnis 90/Die Grünen nennen 28 Bewerber. 24 Kandidaten treten für die Sorbische Wählervereinigung (SWV) an. Ein Bewerber möchte für die Lausitzer Allianz in den Kreistag einziehen.

14 Wahlkreise

Mit Ausnahme der FDP und der Lausitzer Allianz schafften es alle Parteien und Wählervereinigungen, in jedem der 14 Wahlkreise im Landkreis Bautzen zumindest einen Kandidaten aufzubieten. Die Freien Demokraten stehen nur im Wahlkreis 14, der Stadtteile von Hoyerswerda sowie die Gemeinde Spreetal umfasst, nicht mit auf dem Wahlzettel. Der einzige Kandidat der Lausitzer Allianz versucht es im Wahlkreis 12, der von Wittichenau über Crostwitz bis Elstra reicht.

De Jüngsten und Ältesten

Die jüngsten Kandidaten wurden im Jahr 2000 geboren, drei von ihnen kandidieren für die FDP, einer für die Grünen. Die ältesten Bewerber erblickten 1942 das Licht der Welt – einer tritt für die Linken an, der andere für die FDP. Die geburtenstärksten Jahrgänge aller Bewerber waren 1960 und 1966 – in beiden Jahren kamen jeweils 15 Kandidaten zur Welt. Jeweils 14 waren es 1963 und 1969. Auch die Jahrgänge 1968 und 1979 sind mit jeweils dreizehn Bewerbern gut vertreten.

Jeder zweite Bürgermeister kandidiert

Das Spektrum der Berufe reicht von A wie Architekt bis Z wie Zugbegleiter. Kaum eine Tätigkeit, die nicht von mindestens einem Kandidaten ausgeübt wird. Dabei sind unter anderem Lehrer, Polizisten, Gastwirte, Orgelbauer, Dachdecker, Ärzte, Landwirte und sogar ein Kapitän. Allein 26 Kandidaten sind Bürgermeister – damit zieht es jedes zweite Stadt- oder Gemeindeoberhaupt im Landkreis ins Kreisparlament.

Zum ersten Mal für den Kreistag kandidiert der langjährige Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) und jetzige Oberbürgermeister von Bischofswerda, Holm Große. Er tritt für die Freien Wähler an – wie auch sein Kamenzer Amtskollege Roland Dantz. Der parteilose Rathauschef der Lessingstadt saß zuletzt fünf Jahre für die Linken im Kreistag.

Väter, Töchter und Ehepaare

Im Wahlkreis 6, der von Weißenberg bis Neschwitz reicht, treten Vater und Tochter gemeinsam für die Sorbische Wählervereinigung an: Jan Nuck, früherer Domowina-Vorsitzender und Bautzener Getränkehändler, sowie Kathleen Waurick, geborene Nuck, die das Unternehmen ihres Vaters weiterführt. Nucks Nachfolger an der Spitze des sorbischen Dachverbandes, David Statnik, tritt übrigens im Wahlkreis 12 für die CDU an. Er saß zuletzt für die Sorbische Wählervereinigung im Kreistag. Auch Ehepaare wollen zusammen in den Kreistag, wie Anja und Heiko Hennersdorf aus Schirgiswalde-Kirschau. Beide kandidieren für die SPD im Wahlkreis 3, der vom Oberland bis nach Hochkirch reicht.

Von der CDU zur AfD

Und auch er ist wieder da: Henry Nitzsche, einst Bürgermeister in Oßling und Bundestagsabgeordneter der CDU. Er verließ die Partei 2006 und gründete zwei Jahre später die Wählervereinigung Bündnis Arbeit-Familie-Vaterland, die sich später wieder auflöste. 2008 wollte Nitzsche für sein Bündnis Bautzener Landrat werden und bekam immerhin 13,2 Prozent der Stimmen. Zuletzt war es politisch ruhig um ihn geworden, jetzt tritt der 60-Jährige wieder an – für die AfD im Wahlkreis 12.