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Fast 4 000 Betroffene bekommen Unterhalt vom Amt

Der Landkreis hat in diesem Jahr elf Millionen Euro für den Unterhaltsvorschuss eingeplant. Er bekommt nur einen kleinen Teil zurück.

© Symbolfoto: dpa

Von Sylvia Jentzsch

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Freiberg. Seit 1. Juli 2018 kann für Kinder bis 18 Jahre ein Unterhaltsvorschuss beim Landratsamt Mittelsachsen beantragt werden. Zuvor war dies nur für Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren möglich. Das wirkt sich sowohl auf das Personal als auch auf die Kosten aus. Das Landratsamt hat seitdem fünf neue Mitarbeiter eingestellt.

Waren es im Jahr 2016 insgesamt 2 700  Leistungsempfänger, sind es am 31. Januar etwa ein Drittel mehr. „3 963 Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf die Leistungen“, sagte Heidi Richter, Leiterin der Abteilung Jugend und Familie im Landratsamt. Vor der Gesetzesänderung zahlte der Landkreis 4,2 Millionen Euro an die Betroffenen aus. Ende vergangenen Jahres waren es 6,5 Millionen, und nun sind im Haushalt 10,8 Millionen Euro eingeplant.

Der Landkreis bekommt rund 40 Prozent der Ausgaben vom Bund zurück, weitere 30 Prozent der Kosten hat der Freistaat übernommen. Hinzu kommen die Beträge, die die Verwaltung von den säumigen Elternteilen zurückfordern. Doch das gelinge aktuell nur in 25 Prozent der Fälle, erklärte Heidi Richter. „Wir haben einmal mit 15 Prozent angefangen. Die Quote ist also schon nach oben gegangen“, sagte sie.

Von fast der Hälfte der betroffenen Elternteile falle die Rückforderung ohnehin weg, weil diese auf Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen sind. „Uns bleiben also nur 60 Prozent, von denen wir Geld zurückfordern können“, erklärte Richter.

Behalten kann der Landkreis den Betrag jedoch nicht. Die Summe, die an Unterhalt von den Elternteilen ganz oder zumindest teilweise wieder eingefordert wird, muss der Landkreis zu 40 Prozent an den Freistaat abführen.