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Fast 500.000 Euro Anwaltskosten durch Wettiner-Verhandlungen

Für die Verhandlungen um Rückgabeansprüche mit den Erben der Wettiner sind beim Freistaat seit 2008 fast eine halbe Million Euro Anwaltskosten aufgelaufen.

Dresden. Für die Verhandlungen um Rückgabeansprüche mit den Erben der Wettiner sind beim Freistaat seit 2008 fast eine halbe Million Euro Anwaltskosten aufgelaufen. Den Großteil verschlingt die Rechtsberatung. Schätzungen, Wertgutachten und Abgleiche machen nur geringe Summen aus, wie aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Landtagsanfrage hervorgeht. Der Freistaat hatte schon einmal in den 1990er Jahren mit den Wettinern verhandelt, die nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet worden waren.

Die Nachfahren der einstigen sächsischen Herrscherfamilie haben nun Anspruch auf weitere Stücke aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Schloss Moritzburg und Bibliotheken erhoben. Das Ministerium machte aber keine Angaben, wie viele Objekte nach abgeschlossener Provenienzrecherche davon zweifelsfrei den Wettinern zuzuordnen sind. 1999 hatte der Freistaat an die Wettiner-Erben rund 12 Millionen Euro für Kunstgegenstände und Immobilien gezahlt, 2011 waren weitere 4,2 Millionen Euro für Porzellane geflossen.

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Im Osten Deutschlands müssen bis Ende November 2014 im Zuge der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg enteignete Kunstgüter zurückgegeben werden. Ein 1994 in Kraft getretenes Bundesgesetz sieht vor, dass öffentliche Stellen die Kunstwerke 20 Jahre kostenlos im sogenannten Nießbrauch nutzen und zeigen können. Danach müssen sie den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden. (dpa)