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Fast alle Schäden repariert

Beim Hochwasser 2013 ging vieles kaputt. Noch bis 2019 gibt es Geld für den Wiederaufbau.

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© Norbert Millauer

Von Nina Schirmer

Radebeul. Freiwillige Helfer füllen Sand in weiße Säcke. In einer langen Schlange werden die Pakete weitergereicht. Die Kneipen am Anger in Altkötzschenbroda haben ihre Hauseingänge so gut gesichert, wie es geht. Auf der Vorwerkstraße steht schon das Wasser. Ein Mann krault durch die Fluten. Diese Bilder sind bei Youtube zu sehen, wenn man dort nach Videos zum Hochwasser 2013 in Radebeul sucht.

Unterhalb vom Spitzhaus nahmen die Weinbergmauern beim Starkregen Schaden. Auch dort ist alles saniert.
Unterhalb vom Spitzhaus nahmen die Weinbergmauern beim Starkregen Schaden. Auch dort ist alles saniert. © Norbert Millauer
In der Turnhalle an der Festwiese starteten die Sanierungsarbeiten noch im selben Jahr.
In der Turnhalle an der Festwiese starteten die Sanierungsarbeiten noch im selben Jahr. © Norbert Millauer

Heute ist auf den Straßen und an den Häusern davon so gut wie nichts mehr zu erkennen. Beseitigt sind alle Schäden von damals aber noch nicht. In der letzten Sitzung des Stadtrats wurde eine Übersicht vorgestellt, die zeigt, wo noch saniert werden muss und an welchen Stellen der Wiederaufbau schon abgeschlossen ist. Das „White House“ in Serkowitz ist in der Liste grün hinterlegt. Grün bedeutet, dass dort der Wiederaufbau passiert und auch finanziell abgerechnet ist. Das Kultur- und Jugendzentrum hatten im Juni 2013 mit dem hohen Grundwasserspiegel zu kämpfen. Das Wasser stand im Keller über einen Meter hoch. Wasserleitungen und Elektrik wurden in Mitleidenschaft gezogen. Mittlerweile ist alles repariert.

Förderungen in Höhe von 15,7 Millionen Euro für den Wiederaufbau bekommt Radebeul von der Sächsischen Aufbaubank und vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Neben dem Whitehouse wurde auch an vielen anderen Stellen gebaut. Zum Beispiel an den Weinbergmauern am Spitzhaus und Talkenbergweg. Denn auch in höheren Lagen hatte es im Juni 2013 Schäden gegeben. Zahlreiche Weinbergmauern waren durch den Starkregen abgerutscht. Auch der Weinberg am Eggersweg wurde bereits wieder instand gesetzt. Zwar ist der Weinberg dort rot in der Liste markiert, das liegt aber nur daran, dass die Zuwendung noch nicht abgerechnet wurde. Baulich ist alles fertig.

So wie an vielen anderen Stellen auch. Die große Masse der Reparaturen ist bereits abgeschlossen. Etwa in der Barkengasse in Zitzschewig, der Finsteren Gasse in Niederlößnitz und im Kroatengrund. Nichts mehr zu sehen von den Hochwasserschäden ist auch im Lößnitzbad. Dort hatten damals Teile der Uferbefestigung nachgegeben. Auch die Sporthalle an der Festwiese ist längst wieder frisch. Mit der Sanierung wurde besonders schnell gestartet, weil die Halle für den Schulsport benötigt wird.

Weil nicht alles auf einmal geht, mussten andere Schäden zurückgestellt werden. So zum Beispiel die Sanierung von Schlamm- und Meiereiteich im Lößnitzgrund, die erst vor Kurzem begonnen hat. Beide Teiche wurden 2013 durch Sedimente zugesetzt. Am Schlammteich muss der Damm erneuert werden, der Meiereiteich bekommt einen regulierbaren Ablauf.

Noch bis 2019 können aus dem Fördertopf zur Hochwasserschadensbeseitigung Baumaßnahmen realisiert werden, teilt die Stadtverwaltung mit. Für die Sanierung des Lößnitzbaches in Serkowitz sei dieser Termin jedoch nicht mehr realisierbar. Denn dafür brauche es einen Planfeststellungsbeschluss, der momentan vorbereitet wird. Die Schäden am Bachlauf könnten deshalb erst nach 2019 behoben werden.

Alle anderen Vorhaben will die Stadt aber bis zur Frist umsetzen. Dazu zählt auch der Ausbau des Rietzschkegrundes. Auf etwa 200 Metern wurde die Straße durch Bach- und sogenanntes Oberflächensturzwasser unterspült. Teile der Straße wurden regelrecht ausgespült, Straßenkanten sind abgebrochen. Der Zuwendungsbescheid ist zwar eingegangen, bisher hat die Stadt die Bauleistungen aber noch nicht ausgeschrieben.

Voran geht es dagegen an der Kötzschenbrodaer Straße und der Kottenleite und Oberen Johannisbergstraße. Dort laufen zurzeit die Bauarbeiten.