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Fast die Hälfte der neuen Lehrerstellen ist unbesetzt

© Julian Stratenschulte/dpa

136 neue Lehrer für die Oberlausitz wurden gesucht. Das Ergebnis sieht nicht gut aus, gerade für Grund- und Oberschulen.

Görlitz. Am Montag beginnt für 542 Görlitzer Erstklässler die Schulzeit. Von Oberbürgermeister Siegfried Deinege kommen ganz herzliche Glückwünsche für den neuen Lebensabschnitt. Er wünscht den Abc-Schützen alles Gute, Erfolg, viel Freude beim Lernen. „Dass es für Euch und Eure Eltern eine interessante und spannende Zeit wird, davon bin ich überzeugt.“ Neben neuen Schülern braucht es in der Oberlausitz auch neue Lehrer. 137 Vollzeitstellen wollte der Bautzener Standort des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) in den Landkreisen Görlitz und Bautzen neu besetzen. Mit Stand von Dienstag konnten aber nur für 73 Stellen neue Lehrer gefunden werden. „Es ist dieses Jahr noch schwieriger als vergangenes“, sagt Angela Ruscher, Sprecherin des Lasub in Bautzen. Besonders hart trifft es die Grundschulen: 42 neue Stellen waren eingeplant, 15 sind besetzt. Bei den Oberschulen sind 40 Vollzeitstellen ausgeschrieben, 13 besetzt. Zwei neue Lehrer bekommt zum Beispiel die Oberschule Innenstadt. Eine der neuen Kolleginnen unterrichtet Deutsch und Musik, die andere das Fach Technik und Computer, erzählt Schulleiter Thomas Warkus. Für beide ist die Innenstadt-Oberschule die Stammschule, beide unterrichten durch Abordnung noch an jeweils einer weiteren Schule. Über die neuen Kolleginnen freut sich Thomas Warkus sehr. Schwieriger sieht es noch beim Fach Sport aus, es bräuchte noch Unterstützung, um alle geforderten Stunden zu besetzen. „Im Fach Englisch ist der Unterricht gesichert, durch eine Abordnung von einer anderen Schule, aber auch da hätten wir noch Bedarf.“

Der Bedarf ist auch bei den Förderschulen weiterhin sehr hoch, sagt Angela Ruscher. Dort sind 25 neue Vollzeitstellen als Lehrer und pädagogische Fachkräfte eingeplant, besetzt sind 17. Bei den Berufsschulen gingen mehr Bewerbungen ein, zehn von elf Stellen sind besetzt. Bei den Gymnasien konnten 18 von 19 Stellen besetzt werden. Das Augustum-Annen-Gymnasium zum Beispiel bekommt eine neue Lehrerin für Musik und Französisch.

Kleiner Lichtschimmer: Es kommen in beiden Landkreisen noch Seiteneinsteiger dazu. Bei den Lehrern, die die genannten 73 Stellen besetzen, handelt es sich um grundständig ausgebildete Pädagogen, bis auf einen kleinen Teil: 13 der Stellen sind mit Seiteneinsteigern besetzt, die aber bereits fundierte Lehrerfahrung haben und deshalb den Einstiegskurs nicht absolvieren mussten. Es handelt sich beispielsweise um Pädagogen, die ihre Lehrerausbildung in einem anderen Land gemacht haben und deren Abschluss hier noch anerkannt werden muss. Weiterhin wurden im Mai 45 Seiteneinsteiger gestellt, die jetzt die dreimonatige Einstiegsfortbildung absolviert haben und mit Beginn des Schuljahres auch an die Schulen gehen.

Die Zahlen sind noch nicht endgültig. Das Einstellungsverfahren läuft weiter. Wer sich mit einer grundständischen pädagogischen Ausbildung bewirbt, dem werde auf jeden Fall ein Angebot gemacht. (SZ/sod)