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Die Bayern sorgen für eine Vorentscheidung

Der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga scheint entschieden zu sein. Die Münchner siegen bei Borussia Dortmund mit 1:0 und haben jetzt einen komfortablen Vorsprung.

Torschütze Joshua Kimmich (Mitte) wird von seinen Mitspielern für sein Tor bejubelt.
Torschütze Joshua Kimmich (Mitte) wird von seinen Mitspielern für sein Tor bejubelt. © dpa-POOL

Dortmund. Matchwinner Joshua Kimmich (Mitte) schrie auf dem Rasen seine Freude raus. Die hochzufriedenen Bayern-Bosse feierten auf der Tribüne den Riesenschritt in Richtung Meistertitel mit dem Ellbogen-Jubel. Die Münchner haben den Angriff von Borussia Dortmund auf ihre Alleinherrschaft in der Fußball-Bundesliga dank eines Geniestreichs des Nationalspielers abgewehrt. Durch dessen sehenswerten Heber siegten sie im Geistergipfel beim bisher ärgsten Verfolger mit 1:0 und dürften für eine Vorentscheidung im Titelrennen gesorgt haben.

„Ich habe mich extrem gefreut. Als ich mich umgeguckt habe, war mir nicht sofort klar, ob jeder wusste, wie wichtig die drei Punkte sind“, sagte Kimmich. Er ergänzte mit Blick auf den Titelkampf: „Wir haben ein gutes Polster auf den BVB. Für ihn wird es mental schwierig, da dran zu bleiben.“

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Unbeeindruckt von der gespenstischen Atmosphäre im größten deutschen Stadion, das aufgrund der anhaltenden Corona-Krise erneut leer blieb, bot die Mannschaft von Trainer Hansi Flick am Dienstagabend einen engagierten Auftritt und vergrößerte ihren Vorsprung auf die Borussia auf sieben Punkte.

Favre löst Spekulationen mit Statement aus

Dagegen sanken die Titelchancen der zuletzt souveränen Dortmunder nach der zweiten Rückrunden-Niederlage auf ein Minimum. Entsprechend hakte Mats Hummels das Titelrennen ab: „Ich denke, damit sind alle anderen Mannschaften raus. Wir müssen auf drei Ausrutscher in sechs Spielen hoffen. Sollte sich irgendeine Chance ergeben, wollen wir da sein.“ Trainer Lucien Favre ergänzte: „Das wird brutal schwer.“

Anschließend sorgte er für Spekulationen. Auf die Frage, ob er Sorge vor der Debatte habe, dass er es nicht schaffe, den BVB zum Titel zu führen, antwortete der Schweizer: „Das sagt man seit Monaten. Ich lese nicht die Zeitung, aber ich weiß, wie es geht. Ich spreche darüber in ein paar Wochen.“

Kahn blutet das Herz im leeren Stadion

Sky-Experte Lothar Matthäus mutmaßte sogleich, dass Favre zum Saisonende gehen und womöglich durch Niko Kovac ersetzt werden könnte. Bereits in der Hinrunde stand Favre schwer in der Kritik. Nach der Winterpause stabilisierte sich der BVB jedoch und startete eine Serie von neun Siegen in zehn Spielen.

Doch der Lauf endete beim Gipfeltreffen. Fans in gut 200 Fifa-Mitgliedsländern schauten beim 102. Duell der Bundesliga-Branchenriesen zu. Nur im großen Signal-Iduna-Park war gähnende Leere, was Bayern-Vorstand Oliver Kahn „das Herz bluten“ ließ. Doch auch wenn das Spitzenspiel-Ambiente fehlte, lieferten sich beide Teams ein temporeiches und hart umkämpftes Spiel, in dem die Münchner die reifere und routiniertere Mannschaft waren.

Kimmich lupft den Ball über Bürki

Die Bayern agierten mit gewohnt forschem Pressing. Doch den besseren Start erwischte der BVB, der bereits früh durch Torjäger Erling Haaland in der 1. und Julian Brandt in der 4. Minute gefährlich vor das Tor kam. Nach gut einer Viertelstunde kamen die Bayern besser ins Spiel und auch zu ihrer ersten Großchance durch Serge Gnabry. Lukas Piszczek klärte für seinen geschlagenen Torwart Roman Bürki gerade noch auf der Linie (19.). Gnabry war für Ivan Perisic in die Startelf gerückt. Das war die einzige Änderung bei den Münchnern im Vergleich zum Frankfurt-Spiel.

Der BVB spielte vor allem seine guten Konterchancen zu schlampig ausspielte. So war es der Abo-Meister der vergangenen sieben Jahre, der das Spiel kontrollierte. Die ganz großen Torraumszenen blieben aus, auch, weil die beiden Super-Torjäger Haaland (zehn Treffer in der Rückrunde) und Robert Lewandowski (27 Saisontore) von den Defensivreihen hart angegangen wurden. So war es ein Kunstschuss von Kimmich, der den Bayern die Führung brachte. Der Nationalspieler lupfte den Ball von der Strafraumgrenze über Bürki, der zwar mit der Hand noch am Ball war, das Leder aber nicht über die Latte lenken konnte.

Reus fehlt dem BVB an allen Ecken und Enden

„Manchmal werden solche Spiele von genialen Momenten entschieden. Das war heute der Fall“, sagte Hummels. Kimmich ergänzte: „Es war relativ spontan. Wir wurden darauf hingewiesen, dass Bürki relativ hochsteht.“ Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic hüpfte mit Bayern-Maske wie ein HB-Männchen vor Freude in der Coaching-Zone. Bei BVB-Kapitän Marco Reus dürfte es weniger euphorisch zugegangen sein. Der Nationalspieler saß mit Muskelbeschwerden daheim auf der Couch. „Ganz entspannt“, sagte er. Einen Reus hätte der BVB gut gebrauchen können. Auch die Schnelligkeit von Jadon Sancho fehlte im ersten Durchgang.

Das sollte sich im zweiten Durchgang ändern. Sancho kam wie Emre Can beim BVB neu ins Spiel, und die Gastgeber schöpften neuen Mut. Dabei vergab Haaland die Riesenchance zum Ausgleich, als er nach einem Ausrutscher von Jérôme Boateng den Ball neben das Tor setzte (58.). Kurz darauf war für den Norweger Schluss. Der 19-Jährige humpelte angeschlagen vom Feld. Kurz vor Schluss kam auch noch Mario Götze ins Spiel, der den BVB am Saisonende verlässt. Ausrichten konnte der WM-Held von 2014 nichts mehr. (dpa)

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