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Freital

Fehlen Tharandt bald Kita-Plätze?

Trotz des geplanten Neubaus hat die Stadt zu wenig Kita-Plätze, sagt der Landkreis. Im Rathaus sieht man das völlig anders.

Im Herbst soll mit den Arbeiten für die neue Kita in Tharandt begonnen werden. Im Landratsamt gibt es Zweifel, ob die geplanten Kapazitäten genügen. © Andreas Weihs

Dort, wo die alte Apotheke abgerissen wurde, herrscht seitdem gähnende Leere. Auf der freien Fläche an der Roßmäßlerstraße im Herzen der Forststadt will die Rathausspitze eine neue Kindertagesstätte errichten. Doch die Pläne um den voraussichtlich 1,5 Millionen Euro teuren Neubau stehen anscheinend unter keinem guten Stern.

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Erst verzögerte sich der Abriss des Altbaus an der Stelle, weil Tharandt zunächst die vom Landkreis geforderte Überprüfung nachholen musste, dass nicht etwa geschützte Tierarten im Abrisshaus leben. Dann wiederum gab es Zweifel in der Stadt, ob sich Tharandt die neue Kita überhaupt an dieser Stelle leisten kann. Zumindest diese Zweifel scheinen nun ausgeräumt. Im Herbst will Tharandt die Bodenplatte für das neue Haus in der Stadtmitte setzen.

Allerdings wird nun erneut gezweifelt – diesmal im Pirnaer Landratsamt. Die geplanten 54 Betreuungsplätze, die Tharandt mit dem Neubau schaffen will, seien nicht ausreichend. Sowohl im Kita-Bereich als auch den Hort betreffend, bestünde bald eine Unterversorgung. In einem öffentlichen Papier zur Fortschreibung der Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung im Landkreis kommt die Behörde zu dem Schluss, dass der Stadt Tharandt mit Beginn des neuen Schuljahres ab diesem Sommer – das auch mit neuen Situationen in den Kitas verbunden ist – Plätze zur Kinderbetreuung fehlen. Da sich der Kita-Neubau verzögert, stünden erst ab 2021 die geplanten neun Krippenplätze und 45 Kindergartenplätze zur Verfügung. Hinzu käme, dass bei den über Dreijährigen perspektivisch 18 Plätze aus dem Kinderhaus Tharandt und 18 Übergangsplätze aus Kurort Hartha verschoben werden und somit tatsächlich lediglich neun neue Plätze für diese Altersgruppe entstehen würden. „Die Stadt Tharandt sollte die Planung der neuen Kindertageseinrichtung bezüglich der Kapazität überprüfen, um sicherzustellen, dass ausreichend neue Plätze geschaffen werden. Auch die Deckung unvorhergesehener Bedarfe sollte berücksichtigt werden“, heißt es in dem Landkreis-Papier.

Im Tharandter Rathaus zeigt man sich verblüfft über diese Fakten. Aktuell seien alle Kinder aus Tharandt und Ortsteilen betreut. Das gelte auch für das neue Schuljahr. „Es gibt keinen fehlenden Bedarf“, meint Stadtsprecher Alexander Jäkel. Auch ab Herbst würden keinerlei Betreuungsplätze fehlen, weder in den Kitas noch im Hort. Die negative Prognose des Landkreises kann man sich im Rathaus nicht erklären. Die Kapazitäten des Kita-Neubaus zu überdenken, komme auch nicht infrage. Die Planung des Neubaus, der laut Stadt bereits 2020 in Betrieb gehen soll, basiere auf prognostizierten und tatsächlichen Zuzügen. Die sei zwar schwer planbar. Allerdings sei man zuversichtlich, mit dem Neubau eine „Balance zwischen vorgehaltenen Plätzen und dem tatsächlich bestehenden Bedarf zu finden“, so Jäkel.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/ort/freital und www.sächsische.de/ort/dippoldiswalde vorbei.

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