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Fehlende Alternativen

Die Minikrise von RB Leipzig lässt sich auch mit dem Ausfall zweier Leistungsträger erklären.

© WORBSER-Sportfotografie

Von Daniel Klein

Der Humor ist zurück, zumindest bei Ralph Hasenhüttl. Die Medienberichte, wonach die Bundesliga-Gegner die Leipziger DNA entschlüsselt hätten und dem eigenen Spiel die Leichtigkeit abhandengekommen sei, konterte er mit Ironie: „Wenn unser Code jetzt geknackt ist, sind wir ja kein Favorit mehr. Und vielleicht igeln wir uns nun mit elf Mann vor dem eigenen Sechzehner ein – wer weiß.“

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Natürlich ist das keine Option für das Auswärtsspiel am Sonnabend in Bremen. Was aber auch dem RB-Trainer nicht verborgen blieb, sind die fehlenden Lösungen, wenn es, wie zuletzt gegen Wolfsburg, nicht läuft wie geplant. Gründe für die kleine Ergebnis-Delle gibt es einige, ein simpler ist: Es fehlen im schlanken Kader Alternativen für verletzte Leistungsträger.

Bereits seit September pausiert Lukas Klostermann, der sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Der Rechtsverteidiger gewann bei den Olympischen Spielen in Rio mit der deutschen Auswahl Silber und fehlte dort keine Minute. Der 20-Jährige galt als Kandidat für Jogi Löw, bis er sich schwer verletzte. Auf seiner Position versuchen sich seitdem bei RB Bernardo, Benno Schmitz und Stefan Ilsanker, doch keiner aus dem Trio konnte Klostermann, dessen Vertrag während der Zwangspause bis 2021 verlängert wurde, bisher gleichwertig ersetzen.

Yussuf Poulsen fehlt noch nicht so lange, der Däne zog sich seinen Muskelbündelriss vor gut einem Monat zu. Sein Arbeitszeugnis liest sich für einen Stürmer dürftig, er kommt in 20 Partien lediglich auf ein Tor und eine Vorlage. Dennoch ist er enorm wichtig fürs Leipziger Spiel. Der 22-Jährige führt viele Zweikämpfe, behauptet die Bälle auch nach hohen Zuspielen, und er ist kopfballstark. „Mit ihm waren wir schwerer auszurechnen und noch schwerer zu bespielen“, findet Sportdirektor Ralf Rangnick. „Für einen Plan B und mehr Variabilität fehlt er uns derzeit.“

Poulsen, der seit Dienstag wieder mit der Mannschaft trainiert, wird wohl nach der Länderspielpause am 1. April gegen Darmstadt in die Startelf zurückkehren, bei Klostermann ist das noch nicht abzusehen. In der nächsten Saison wird es auf jeden Fall mehr Alternativen geben. Qualifiziert sich RB für die Champions League, genügt der jetzige Kader nicht den Ansprüchen – weder qualitativ noch quantitativ.