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Feiern im Penny

Der leer stehende Discounter in Bischofswerda wird zur Partyhalle. Start aus gutem Grund am 11.11.

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© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Gefühlt eine Riesenhalle. Irgendwie hat man den Discounter kleiner in Erinnerung aus der Zeit, als Penny noch in Bischofswerda verkaufte und die 600 Quadratmeter mit Regalen und Kühltruhen eingerichtet waren. Seit gut zwei Jahren steht der Markt an der Stolpener Straße leer. Nun brennt wieder Licht. Beim Bischofswerdaer Karnevalverein (BKC) laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison. Der Verein zeigt als erster im Schiebocker Land an diesem Sonnabend sein neues Programm. Weil das Kulturhaus unter anderem aus Gründen des Brandschutzes geschlossen ist, geht’s diesmal in den früheren Verbrauchermarkt. Die rote Handelskette lieferte eine Steilvorlage für die Werbung des BKC. „Erstmal zu Penny“, trommelt der seit Wochen auf Facebook.

Doch vor dem fröhlichen „Gold-Blau Schiebock – Helau!“ steht viel Arbeit. Etwa zwei Drittel des Marktes mussten mit OSB-Platten ausgelegt werden. Sie geben den Tänzerinnen und Tänzern Halt – egal, ob Funkengarden, Männerballett oder jeder andere, der sich auf die Tanzfläche traut. „Auf den glatten Fußbodenfliesen würde man dagegen schnell ausrutschen“, begründet es Vereinsmitglied Mario Kretschmer. Er zeigt auf einen Stapel Euro-Paletten. 100 Stück davon sind nötig, um die provisorische Bühne aufzubauen. Die Zuschauer sitzen an den Tischen von Biertischgarnituren, allerdings nicht auf Bänken, sondern auf Stühlen. Zu den Kulissen des BKC – ein großes Pfefferkuchenhaus fuhr im September beim Festumzug in der Stadt bereits mit – kommt die Stadtmauer, die viele vom Altmarkt kennen. Sie trennt den Cateringbereich ab. Die Getränke werden, wie in der Vergangenheit, vom Unternehmen Schott aus Oberottendorf geliefert. Bei den Speisen entschied sich der BKC für einen neuen Anbieter, die Schiebocker Fleischverarbeitungs GmbH. Neben heißem Essen wird sie auch einen Imbiss, wie zum Beispiel Schnitzelbrötchen, verkaufen, sagt Mario Kretschmer.

Es gibt vier Fluchtwege

Auf der Suche nach einer Alternative zum Kulturhaus habe man zunächst das einstige Fitnessstudio auf dem Aicher-Gelände am Drebnitzer Weg im Blick gehabt, berichtet Vereinsvorsitzender Uwe Barkow. Doch dort gab es Probleme mit den Fluchtwegen. Klaus Wenzel, Leiter der Bauaufsicht des Kreises, und Vereinsmitglied Klaus Klix brachten daraufhin den leer stehenden Discounter ins Gespräch und landeten mit diesem Vorschlag einen Volltreffer. Der Markt kann sogar mit vier Fluchtwegen dienen, die – man wünscht es jedem Veranstalter – hoffentlich nicht gebraucht werden. Der BKC mietet einen Toilettenwagen. Das ehemalige Warenlager wird zum Backstagebereich. Vor allem für die Prunksitzung im Januar, wo zahlreiche Gastvereine erwartet werden und sich deren Funkengarden und weitere Akteure umziehen müssen, eine besondere Herausforderung.

Nicht nur der Auftakt am 11.11. findet in diesen Räumen statt. Der BKC plant für die ganze Saison mit dem früheren Penny-Markt. Das Equipment kann bis zum Februar stehen bleiben, auch wenn andere Veranstaltungen, wie demnächst eine Kindersachenbörse, stattfinden. „Ansonsten würden wir den Aufwand nicht betreiben“, sagt Uwe Barkow. Das Gebäude gehört der städtischen Wohnungswirtschaft und Bau GmbH. Dessen Geschäftsführer Andreas Wendler macht den Faschingsfreunden einen kulanten Preis. Sie zahlen die Betriebskosten und geben nach jeder Veranstaltung eine Spende ans Sozialkaufhaus.

Lockere Atmosphäre bevorzugt

Ersetzen kann der frühere Discounter das Kulturhaus natürlich nicht. Es fehlt in Bischofswerda. Vor allem für die Prunksitzung und den Weiberfasching würde der BKC den großen Saal brauchen, sagen Uwe Barkow und Mario Kretschmer. Für die Auftaktveranstaltung dagegen, für die in Vorjahren meist der kleine Saal gemietet wurde, sei der Penny günstiger. Vor allem junge Leute wollten es nicht so steif und beengt. Sie bevorzugen eine lockere Atmosphäre in einem größeren Raum, die der BKC am neuen Veranstaltungsort bieten möchte. Bis zu 500 Gäste, schätzt man beim Verein, finden Platz im ehemaligen Discounter. Der BKC hat rund 100 Mitglieder im Alter von 6 bis 66 Jahren. Etwa 40 Mädchen tanzen in den drei Garden.