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Feiern nur mit Anmeldung

Es gibt immer wieder Beschwerden wegen Lärmbelästigung. Auch sonst gibt es Probleme.

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© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Zschaitz. In der letzten Zeit häufen sich bei Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) die Beschwerden, wenn im Jugendclub in Goselitz gefeiert wird. Es geht um Lärmbelästigung und das Betreten des gegenüberliegenden Privatgrundstückes. „Die Leute sollen merken, dass wir ihre Beschwerde ernst nehmen. Wir müssen eine Lösung finden“, so Bürgermeister Immo Barkawitz. Dabei hätte die betroffene Bürgerin, die bei ihm vorgesprochen habe, nicht emotional aufgebauscht. Auch die Polizei wurde nicht gerufen. „Ich kann sie verstehen. So geht es nicht weiter“, sagte der Bürgermeister. Zu den Details, was alles passiert ist, will er sich nicht öffentlich äußern.

Wie soll es nun mit dem Jugendclub weitergehen?

Die Mehrzahl der Gemeinderäte will den Jugendclub in Goselitz erhalten. Doch dafür müssen die jungen Leute die Hausordnung einhalten und sich bei Feiern entsprechend benehmen. Außerdem sind Veranstaltungen von zwei Personen auf der Gemeinde anzumelden. Sie sind auch diejenigen, die die Verantwortung übernehmen. Dabei geht es zum einen um die Einhaltung der Vorgaben zur Vermeidung von Lärmbelästigung. Und zum anderen ums Saubermachen am nachfolgenden Tag. Eine Kontrolle soll durch den Hausmeister der Gemeinde erfolgen.

Eine der zwei Personen, die die Feier anmelden, muss in der Gemeinde Zschaitz-Ottewig wohnen. Ein entsprechendes Formblatt soll auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht werden.

Bis Ende des Jahres wird getestet, ob das Verfahren klappt und sich auch die jüngeren Nutzer des Clubs an die Regeln halten. Ansonsten ist mit weiteren Konsequenzen zu rechnen. Es könnten keine Feiern mehr genehmigt oder im schlimmsten Fall der Club geschlossen werden. Das ist das Ergebnis einer langen Diskussion der Gemeinderäte. Der Goselitzer Jugendclub wird von zwei Altersgruppen genutzt. Die Jüngeren sind zwischen 16 und 22 Jahre alt, die Älteren zwischen 25 und 30 Jahre.

Gab es schon vorher Probleme mit den Jugendlichen des Clubs?

Ja, in unregelmäßigen Abständen. Die Gemeinderäte haben schon öfter mit den Jugendlichen reden müssen. Denn auch die nun Älteren waren am Anfang nicht pflegeleicht. Nun sind sie diejenigen, die versuchen, die Regeln einzuhalten. „Wir haben schon mit Engelszungen gesprochen. Nur hört niemand auf uns“, sagte Eva Heyderich, Ansprechpartnerin des Jugendclubs. Es sei üblich, dass vor Feiern und Veranstaltungen, die über ein Treffen hinausgehen, die Nachbarn informiert werden. „Etwa vier Tage zuvor werfen wir einen Zettel ein und bitten um Verständnis“, so Eva Heydrich. Das habe sich bewährt. Nur die jüngeren Clubnutzer vergessen die Information öfter. Und wenn der Zettel am Tag der Feier eingeworfen wird, nimmt ihn nicht jeder zur Kenntnis. Auch mehrere Aussprachen mit den Räten haben zu keinem spürbaren Ergebnis geführt. Im Januar hat es die letzte Zusammenkunft gegeben, so Barkawitz.

Welche Meinung haben die Gemeinderäte?

„Wir dürfen nicht nur mit dem Finger drohen. Die Jugendlichen müssen merken, dass wir es ernst meinen. Wenn jemand Hausverbot hat, muss das auch durchgesetzt werden“, so Gemeinderat Lutz Hofmann. Letztes Mittel sei seiner Meinung nach die Schließung. Rat Thomas Pilz könnte sich vorstellen, die Feiern zu untersagen. Roland Göllnitz, der in der Nähe des Clubs wohnt, hatte bisher nie Probleme. Er bot sich an, zu kontrollieren, ob bei angemeldeten Feiern auch die Regeln eingehalten werden. Ines Conru ist froh, dass es den Club gibt, der von einem ihrer Jungs genutzt wird.

„Der Club ist sozusagen mein Kind“, sagte Jörg Fritzsche. Er selbst habe damals immer den Schlüssel beim Bürgermeister Horst Saupe geholt. Fritzsche gehört zu denjenigen, die aus einem Rohbau den Club machten. Damals sei keiner aus der Reihe getanzt. Die Nachbarn wurden akzeptiert und die Grenzen nicht überschritten. „Wir müssen konsequent durchgreifen. Wer sich nicht benehmen kann, hat es nicht verdient, im Club zu sein.“ Jörg Fritzsche bot Hilfe bei der Durchsetzung der Hausordnung an. Die soll noch einmal von den älteren Jugendlichen überarbeitet und den Gemeinderäten vorgelegt werden.

Wird die Hausordnung des Clubs eingehalten?

Eine solche gibt es, aber wahrscheinlich nur auf dem Papier. Zumindest halten sich die jüngeren Nutzer des Clubs nicht daran. Und wenn zum Beispiel Eva Heydrich darauf hinweist, dass die Sanitäranlagen in Ordnung zu bringen oder die Mülltonnen herauszustellen sind, dann kommt keine Reaktion. Außerdem gebe es eine klare Anweisung, dass sich die Jugendlichen nach 22 Uhr nicht mehr im Außenbereich aufhalten sollen.

„Wenn wir darauf hinweisen, dann reden wir gegen die Wand. Die Jugendlichen ignorieren die Anweisungen“, so Eva Heydrich. Sie und Maria Hofmann waren zur Ratssitzung gekommen, um klarzustellen, warum es Ärger mit dem Nachbarn gibt. Zum anderen wurde klar, dass es den älteren Jugendlichen nicht gelingt, sich durchzusetzen. Die Gemeinde und die Räte boten ihre Unterstützung an.