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Feiern unter Volldampf

Zum Schmalspurbahn-Festival können an der Weißeritztalbahn Züge bestaunt, Schnäpse verkostet und Loks mit Muskelkraft bewegt werden.

© Egbert Kamprath

Von Tobias Hoeflich

Die gesunde Drittelstunde

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Freital. Konkrete Zahlen will Mirko Froß nicht nennen, wenn er nach Besucherzahlen fürs Wochenende gefragt wird. Fünfstellig soll es werden, hofft der Betriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SDG). Schon vergangenes Jahr kamen mehr als 10 000 Besucher zum Schmalspurbahn-Festival. Dafür drückte die Hitze 2015 die Zahlen nach unten. „Da hatten wir 37 Grad“, rollt Froß mit den Augen.

Dieses Jahr haben Eisenbahnfreunde einen zusätzlichen Grund zum Feiern. Seit Juni dampft die Weißeritztalbahn nach jahrelanger Sanierung wieder durchgängig von Freital über Dippoldiswalde bis Kipsdorf. „Davon erhoffen wir uns einen zusätzlichen Schub“, sagt Gabriele Clauss, Marketingleiterin des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). Dementsprechend üppig ist das Programm für die neunte Auflage des Festivals an diesem Wochenende.

9. Schmalspurbahn-Festival der Weißeritztalbahn: Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Das komplette Programm und den Sonderfahrplan zum Festival finden Siehier

Was alles los ist

Für Bahnfreunde: Sonderzüge ergänzen den Fahrplan

Dreimal täglich werden die Planwagen der SDG am Sonnabend und Sonntag zwischen Freital und Kipsdorf pendeln. Zusätzlich sind ein Zug der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn sowie ein Altbauwagen-Zug der Reichsbahn unterwegs. Letzterer startet 11.27 Uhr und 15.55 Uhr in Freital-Hainsberg, zurück von Kipsdorf geht’s ab 13.50 Uhr und 17.42 Uhr.

Der Zug der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn verlässt Freital-Hainsberg um 9.25 Uhr Richtung Kipsdorf und 15.12 Uhr Richtung Dipps. Im umgekehrte Richtung startet er um 12.37 Uhr in Kipsdorf, außerdem 16.55 Uhr in Dipps. Zwei volle Umläufe seien nicht zu schaffen, erklärt Froß. Schließlich brauchen die Wagen für die gesamte Strecke mehr Zeit. Kinderwagen und Fahrräder können darin leider nicht transportiert werden, sagt Froß. Dafür fahren Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen frei.

Für Familien: Zauberei und Zirkus am Hainsberger Bahnhof

Entlang der gesamten Strecke wird es an mehreren Orten ein Unterhaltungsprogramm für Besucher geben. „Hauptaugenmerk liegt wieder auf dem Areal am Bahnhof Freital-Hainsberg“, so Gabriele Clauss. Am Sonnabend um zehn Uhr wird hier ein Kinderzirkus die kleinen Besucher zum Staunen bringen. Sonntagmittag um halb eins zeigen Magier ihre Tricks beim „Zauberlehrstuhl“. Am Rabenauer Bahnhof wird zudem eine Kindereisenbahn rollen.

Für Durstige: Im Oldtimer zur Schnapsverkostung

Erstmals ist die Altenberger Likörfabrik Teil des Festivalprogramms. An beiden Tagen starten die Touren dorthin jeweils 9 und 13 Uhr: zunächst mit dem Dampfzug nach Kipsdorf, dann mit einem Oldtimer-Bus nach Altenberg. Hier können sich Teilnehmer durch die Fabrik führen lassen und dabei auch den Schnaps probieren. Für die Kräutertour ist eine Anmeldung erforderlich, betont Mirko Froß. Damit das Hochprozentige nicht in leere Mägen fließt, wird überall entlang der Strecke auch Essen gereicht. Ein Höhepunkt dürfte das große Grillen am Sonnabend von 11 bis 17 Uhr in Coßmannsdorf sein.

Für Kräftige: Wettstreit beim Gruppen-Lokziehen

Wer selbst aktiv werden will, ist beim Lokziehen am Sonnabend um 17 Uhr in Hainsberg richtig. „Jeweils acht Personen können unter Beweis stellen, dass für sie das gemeinsame Ziehen einer Lokomotive kein Problem ist.“ Eine Dampflok wird es aber wegen des zu großen Gewichts nicht werden, so viel verrät Froß schon mal. Noch offen ist dagegen, wie lang die Strecke sein wird. „Wenn’s kräftige Männer sind, machen wir hundert Meter. Wenn nicht, dann nur vierzig“, lacht Froß. Wie für die Kräutertour müssen sich Teilnehmer beim Lokziehen auch anmelden.

Für Romantiker: Sonderzüge fahren zum Feuerwerk

Am Sonnabend um Punkt 22.30 Uhr wird das Feuerwerk „Malter in Flammen“ den Himmel über der Talsperre zum Leuchten bringen. Im Anschluss können es Besucher im Strandbad Paulsdorf selbst krachen lassen. Sonderzüge bringen die Besucher dafür nach Malter und zurück: 21.07 Uhr und 22.48 Uhr ab Freital-Hainsberg, zurück ab Malter um 21.53 Uhr und 23.34 Uhr.

Für Danksager: Viele Ehrenämtler und Spender ermöglichen das Fest

Neben VVO, SDG, Tourismusverband und den Städten Freital, Dipps, Rabenau und Altenberg wirkt auch die IG Weißeritztalbahn an dem Festival mit. „Über zwanzig Mitglieder von uns werden am Wochenende im Einsatz sein“, sagt Vereinsvorsitzender Ralf Kempe. Auch andere lokale Firmen und Vereine unterstützen die Veranstalter.

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