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Feinmechanikzentrum wächst weiter

© Egbert Kamprath

Der Familienbetrieb hat 2011 in Reinholdshain neu gebaut. Jetzt ist der Platz schon wieder knapp.

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Vor gut sechs Jahren ist das Unternehmen Feinmechanisches Fertigungszentrum Glashütte GmbH aus seinem Ursprungsort nach Dippoldiswalde ins Gewerbegebiet Reinholdshain umgezogen. Damals hatte der Betrieb 26 Mitarbeiter, heute sind es 48. „Diese Entwicklung war so geplant“, sagt Heiko Sacher, der geschäftsführende Gesellschafter.

Die Entwicklung der Firma ist so gut, dass sie für dieses Jahr den Neubau einer Produktionshalle plant, die neben dem jetzigen Betriebsgebäude errichtet werden soll. © Egbert Kamprath

Doch mit seinem Wachstum stößt der Betrieb wieder an Grenzen, die er nur mit einer Ausnahmeerlaubnis überschreiten kann. Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet sieht vor, dass nur bestimmte Fenster auf den Parzellen bebaut werden dürfen. Heiko Sacher will die Produktion mit einer weiteren Halle auf der Nordseite erweitern, die man von der Straße aus nicht sieht. Damit sie sich sinnvoll in den Betriebsablauf einfügt, muss sie sich direkt an den vorhandenen Bau anschließen. Das war im Plan für das Gewerbegebiet nicht vorgesehen. Die dafür nötige Ausnahme hat der Technische Ausschuss des Stadtrates einstimmig beschlossen. Anfang letzten Jahres hatte das Unternehmen seinen Bürotrakt aufgestockt. Nun soll die neue Halle zusätzlich 1 200 Quadratmeter Fläche zu den bestehenden 1 700 Quadratmetern bringen. Insgesamt wird die Investition mit Bau und Maschinenpark rund vier Millionen Euro kosten, sagt Sacher.

Damit kann sich der Familienbetrieb weiterentwickeln, in dem inzwischen die dritte Generation am Ruder ist. 1991 hat Roman Sacher das Unternehmen in Glashütte gegründet, 1994 ist sein Sohn Heiko Sacher mit eingestiegen. Der 52-Jährige hatte vorher Lehrer für Mathematik und Physik studiert und noch einmal eine Umschulung zum Feinmechaniker absolviert. „Im Betrieb habe ich jetzt mehr mit Mathematik und Physik zu tun, als ich es jemals als Lehrer gehabt hätte“, sagt Heiko Sacher. 2006 hat er die Leitung übernommen und führt den Betrieb als GmbH weiter.

Schon in Glashütte war das Unternehmen vom Einmann-Betrieb auf eine Firma mit 26 Mitarbeitern gewachsen. Dafür wurde aber der Platz zu eng. Deswegen kaufte das Fertigungszentrum im Gewerbegebiet Reinholdshain eine Parzelle und baute neu – mit Platz für die weitere Entwicklung. Der aber wird jetzt schon wieder knapp.

Auch weiter immer in Familienhand

Dabei ist das Feinmechanische Fertigungszentrum immer ein Familienbetrieb geblieben. „Im Jahr 2000 ist meine Frau Heike ins Unternehmen eingestiegen. Inzwischen ist mit unseren Kindern auch die dritte Generation in der Firma“, sagt der Geschäftsführer. Sein Vater tritt inzwischen kürzer, ist aber immer noch aktiv. Sohn Johannes hat in Dresden Maschinenbau studiert und kümmert sich heute als Projektleiter vor allem um die computergestützte Fertigung. Tochter Tina hat in Freiberg Technologiemanagement studiert und ist jetzt für Personal, Marketing und Prozessmanagement verantwortlich.

Für seine Produktion setzt das Fertigungszentrum auf einen modernen Maschinenpark , zu dem inzwischen auch ein Roboter gehört. Für den effizienten Umgang mit dieser Technik sind qualifizierte Mitarbeiter entscheidend. Das Fertigungszentrum hat vergangenes Jahr sieben neue Kollegen eingestellt und bildet eigenen Nachwuchs als Industriemechaniker aus .

Das Fertigungszentrum ist auf kleine Serien spezialisiert. Das fängt bei Einzelstücken an und reicht in der Regel bis zu 200 Teile, aber in einer großen Bandbreite. „Wir fertigen im Jahr über 5 000 verschiedene Teile“, sagt Sacher. Kunden sind Forschungs- und Entwicklungsunternehmen ebenso wie Maschinenbauer. Ein wichtiger Kunde in Österreich produziert Präparationsanlagen für Mikroskope. „Die machen nanometer-dicke Schnitte“, deutet Sacher an, in welchen Präzisionsbereichen sein Unternehmen tätig ist.

„Viele Kontakte kommen über persönliche Empfehlungen zustande“, sagt der Geschäftsführer. Eine Gruppe von Kunden beschäftigt sich mit Lasertechnik. „Wir wissen genau, was die wollen“, sagt Sacher. In der Regel ist er mit seinen Teilen oder Baugruppen Zulieferer. Ein Produkt vermarktet der Betrieb jedoch selbst: einen Mikrogreifer. Der kann Bauteile ab 10 Mikrometer Durchmesser greifen und halten. Ein Kunde in den USA verwendet den beispielsweise, um Linsen einzustellen. Andere Einsatzmöglichkeiten sind die Montage von Lichtwellenleitern oder das Halten von Werkzeug in der Chirurgie. „Einen habe ich auch schon an den Hersteller von Unruhfedern für Uhren verkauft“, erzählt Sacher. Schließlich liegen die Wurzeln der Firma in der Uhrenstadt Glashütte.