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Glasfassade unerwünscht am Ferdinandplatz 

Das Verwaltungszentrum soll repräsentativ sein, sich aber einfügen. Was die Bürger wollen.

So könnte das Verwaltungszentrum einmal aussehen. © Barcode Architects

Die erste Bürgerwerkstatt zum neuen Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz brachte erstaunliche, aber auch erwartbare Erkenntnisse für die Verwaltung. Rund 60 Dresdner diskutierten in kleinen Gruppen, wie sie sich den Verwaltungsbau vorstellen, was sie erwarten und wie das Umfeld gestaltet werden könnte.

Es soll „mein Rathaus“ werden, so die klare Vorstellung der Teilnehmer. Unter ihnen auch der 27-jährige Ingenieur Daniel Herrmann. „Der untere Bereich sollte vor allem Aufenthaltsbereich sein. Das Schlimmste wäre, wenn dort um 17 Uhr alles dicht ist“, unterstrich Herrmann.

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Es ging um Aufenthaltsqualität, den freundlichen Umgang mit den Bürgern und die Mitarbeiter der Verwaltung sollen keinesfalls durch Bildschirme ersetzt werden. Daniel Herrmann forderte ein Fahrradparkhaus, wenn schon eine Tiefgarage gebaut wird. Das neue Rathaus muss für alle gut erreichbar sein.

Einig waren sich die Besucher der Werkstatt auch darin, dass der Außenbereich kreativ und schön gestaltet werden muss. Viel Grün wird gefordert, Kunst - im öffentlichen Raum, aber auch im oder am Haus - eine grüne Fassade sei vorstellbar. Auch ein Nachrichtenticker auf Bildschirmen, die rund um die Uhr Neuigkeiten der Verwaltung zeigen, wird gewünscht.

Große Übereinstimmung gab es, dass die Fassade nicht wie bei der bisherigen Visualisierung aus Glas sein darf. Es gab heftige Debatten, ob Sandstein das richtige Material sei oder andere Naturmaterialien. Auf jeden Fall solle es aber regionalen Bezug haben. Darf der Bau dabei aus der Rolle fallen? Auch bei dieser Frage gab es Diskussionen. 

5,7 Millionen Miete - im Jahr

Ein Teil meinte, es müsse sich einfügen. Daniel Herrmann forderte ein „Statement“. „Es ist ein markantes und wichtiges Gebäude. Das bestehende Rathaus ist eine Burg. So soll das Verwaltungszentrum nicht werden, aber eine klare Aussage in der heutigen Formsprache.“ Schließlich habe das Rathaus, das schräg gegenüber steht, damals auch provoziert, mit seinem Turm, der alle anderen in der Stadt überragte. Die Höhe des Turms werde noch diskutiert, erklärte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Der bisher gezeigte Entwurf sei nur ein städtebaulicher Plan. Gleiches gelte für die Fassade. Noch sei nicht entschieden, wie diese gestaltet wird, betonte er.

Die Stadt will bis 2024 am Ferdinandplatz ein neues Verwaltungszentrum bauen. Ziel ist es, dort 1 600 Mitarbeiter unterzubringen. „Wir wollen aber nicht nur 1600 Schreibtische in Büros stellen“, so Schmidt-Lamontain. Geplant ist, die Bereiche Jugend, Kinderbetreuung, Umwelt und Bau in dem Komplex unterzubringen. Diese haben mit den meisten Publikumsverkehr. Derzeit ist die Stadtverwaltung neben dem Rathaus auf 55 weitere Standorte verteilt. Viele davon sind gemietet. „Einige Mietverträge, mit größeren Einheiten, laufen in den kommenden Jahren aus“, erklärt der Baubürgermeister. 

Aktuell bezahlt die Stadt 5,7 Millionen Euro pro Jahr für die Mieten aus. „Es wird aber immer schwieriger, geeignete Objekte zu finden“, erklärt Schmidt-Lamontain den Bürgern in der Werkstatt im Stadtmuseum. Er erinnere sich, zuletzt ein Angebot aus Radebeul erhalten zu haben. Die Verwaltung wolle er aber gerne in Dresden gebündelt haben.

Mit dem Ferdinandplatz und dem Rathaus soll die Verwaltung im Zentrum gebündelt werden. Bisher hat die Stadt 162 Millionen Euro für den Bau eingeplant. Das Risikobudget liegt aber bereits bei etwa 40 Millionen Euro, so dass es auch 200 Millionen Euro werden können. Die Zeit dränge aber, wegen der auslaufenden Mietverträge“, so der Baubürgermeister. Er wolle aber die Bürger frühzeitig beteiligen, denn es gehe um ihre Wünsche. Die Ergebnisse der Werkstatt sollen in die Planung einfließen. Jetzt kann zunächst noch einige Wochen online zu dem Thema diskutiert werden. Dann wird der Bebauungsplan fertiggestellt und öffentlich ausgelegt.