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So war der letzte "Polizeiruf" mit Olga Lenski

Die Kommissarin hat gekündigt, ermittelt aber dennoch. Sie riskiert alles und hinterlässt eine tiefe Lücke.

Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon, l.) spürt die flüchtige Täterin Louisa „Lou“ Bronski (Luzia Oppermann) auf und gerät bald ernsthaft in Gefahr.
Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon, l.) spürt die flüchtige Täterin Louisa „Lou“ Bronski (Luzia Oppermann) auf und gerät bald ernsthaft in Gefahr. © RBB

Warum nur müssen in einem Monat gleich drei der Ermittler in deutschen TV-Krimis hinschmeißen, die man ins Herz geschlossen hat? Christian Ulmen wurde Neujahr als Kriminalhauptkommissar Lessing erst gemeuchelt, dann zum Geist, der durch den „Tatort“ aus Weimar spukt. Lisa Wagner wollte nicht länger Kriminalkommissarin Winnie Heller im ZDF sein, ließ sich vom Blitz erschlagen und damit die Reihe „Kommissarin Heller“ enden. Und nun Maria Simon. Schmeißt einfach hin und kündigt. Immerhin kam sie in ihrer Rolle als Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski mit dem Leben davon. Zuvor musste sie jedoch durch den Horror ihres Lebens – entführt, bedroht, geschlagen und vom Gedanken daran geplagt, ihre Tochter vielleicht nie wiederzusehen.

Diese wachsende Angst, verbunden mit der für sie typischen Empathie, der besonderen Fähigkeit, selbst in der unberechenbaren Täterin noch das Opfer sehen zu können, spielte sie derartig mitfühlbar durch, dass der Film immer mehr Sogwirkung bekam. Diese Frau hat eben Chuzpe und Herz, ist so unprätentiös wie authentisch. Ein Jammer, dass sie aufhört, ihre wandlungsunfähige „Tatort“-Kollegin Maria Furtwängler als Charlotte Lindholm hingegen weitermacht. Wenigstens steht man als Zuschauer mit seiner Enttäuschung nicht alleine da. Lenskis Partner Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) ist schon ziemlich sauer, als er erfährt, dass sie ihren Job gekündigt hat. Ihren Resturlaub tritt sie jedoch nicht an, mischt stattdessen noch einmal bei den Ermittlungen mit. Sie selbst kommt noch mal davon, die titelgebende „Monstermutter“ kann sie nicht retten. Ein Hammer-Krimi zum Schluss, der die sich nun auftuende Lücke umso tiefer erscheinen lässt.

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In Frankfurt (Oder) geht's weiter

Immerhin lässt der RBB auf SZ-Anfrage wissen: Das Team der deutsch-polnischen Mordkommission in Frankfurt (Oder) bleibt im Rennen der Sonntagskrimis. „Lucas Gregorowicz spielt auch weiterhin den Kriminalhauptkommissar Adam Raczek“, so eine Sprecherin des Senders. „Der zweite RBB-Polizeiruf in diesem Jahr mit dem Arbeitstitel ,Warschau‘ wird eine Solo-Ermittlung von ihm sein.“

Für Ende 2021 wiederum sei die Ausstrahlung des ersten „Polizeirufs“ mit André Kaczmarczyk geplant, der dann im Duo mit Lucas Gregorowicz agieren werde. Ein gestandener Schauspieler wenigstens. Somit bleibt die Hoffnung, dass die Krimis aus Frankfurt (Oder) auch künftig überdurchschnittlich bleiben.

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