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"Tagesschau": Jan Hofer verabschiedet sich

Mit Tränen in den Augen hat sich "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer am Montagabend vom Fernsehpublikum verabschiedet. Dabei zog er sich sogar aus.

Jan Hofer, Chefsprecher der "Tagesschau", zieht sich nach seiner letzten Nachrichtensendung die Krawatte aus.
Jan Hofer, Chefsprecher der "Tagesschau", zieht sich nach seiner letzten Nachrichtensendung die Krawatte aus. © ARD

Hamburg. "Machen Sie es gut". Mit diesen Worten hat sich Jan Hofer am Montagabend von den Zuschauern der "Tagesschau" verabschiedet. Nach 35 Jahren im Dienst der quotenstärksten Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen hat der 68-Jährige Punkt 20 Uhr zum letzten Mal die neuesten Nachrichten aus Deutschland und der Welt verlesen. Die drehten sich diesmal vor allem um Corona sowie um die Präsidentenwahl in den USA, den Gift-Anschlag gegen den Kreml-Gegner Alexej Nawalny und die Fußball-Championsleague.

Am Ende der Sendung wurde Hofer selbst zur Meldung. Die musste er allerdings nicht selbst verlesen. Sein Nachfolger Jens Riewa übernahm das für ihn. "Kein Sprecher der bekanntesten deutschen Nachrichtensendung war so viele Jahre am Stück zu sehen wie der gebürtige Rheinländer", sagte Riewa.

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Hofer selbst nutzte die Zeit nach dem Wetter auch für ein paar Dankesworte an die Zuschauer und seine Kollegen. "Für mich aber heute heißt es zum letzten Mal: Guten Abend, meine Damen und Herren. Machen Sie es gut", sagte der 68-Jährige, während er seine rote Krawatte mit einem Lächeln ablegte.

Jan Hofer in seiner letzten Sendung
Jan Hofer in seiner letzten Sendung © ARD

"Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht mit dieser überwältigen Anzahl", sage er mit Tränen in den Augen und ungewohnt wackliger Stimme. Ein großer Dank gelte auch den Kolleginnen und Kollegen vor und hinter der Kamera, in der Redaktion, in der Technik und dem Team der Sprecher und Moderatoren.

NDR-Intendant Joachim Knuth würdigte Hofer am Montag als "Institution". "Ruhig, bedacht, seriös. Jan Hofer ist eine Institution und seit Jahrzehnten Gesicht und Stimme der Fernsehnachrichten in Deutschland. Ihm ist es gelungen, mit der Zeit zu gehen, ohne sich zu verbiegen", sagte Knuth laut Mitteilung. "Er wird in den deutschen Wohnzimmern fehlen."

Hofer hatte seine Medienkarriere beim Hörfunk gestartet. Später war er neben seiner Arbeit als Nachrichtensprecher auch Moderator von Fernseh- und Talkshows, darunter 20 Jahre lang für das "Riverboat" des MDR. 1985 war Hofer zur "Tagesschau" gekommen, seit 2004 war er der Chefsprecher der ARD-Nachrichten.

Nach rund 36 Jahren im "Tagesschau"-Dienst falle ihm der Abschied nicht schwer, sagte Hofer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Auf das frühe Aufstehen und den Schichtdienst verzichte er beispielsweise gern. Nun freue er sich über mehr Zeit für seine Familie und seine Hobbys. Hofer hat vier Kinder und ist in zweiter Ehe verheiratet.

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Hofer hatte vor seiner letzten Sendung bereits angekündigt, sich in der Zeit danach nicht komplett aus den Medien zu verabschieden, sondern möglicherweise Podcasts zu produzieren. 1985 war Hofer zur "Tagesschau" gekommen, seit 2004 war er der Chefsprecher der ARD-Nachrichten. (dpa, epd)

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