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So war der Polizeiruf aus Magdeburg

Der Sonntagskrimi wartet mit viel Gefühl, dem schlechten Gewissen eines Polizisten und einigen Gruseleffekten auf.

Alex (Ben Münchow) ist aus der Drogenszenen ausgestiegen, hat gegen Dealer ausgesagt und lebt im Zeugenschutzprogramm mit seiner Frau. Als die erschossen wird, muss auch Ben um sein Leben fürchten.
Alex (Ben Münchow) ist aus der Drogenszenen ausgestiegen, hat gegen Dealer ausgesagt und lebt im Zeugenschutzprogramm mit seiner Frau. Als die erschossen wird, muss auch Ben um sein Leben fürchten. © ARD

Wenn der Krimi drei Autoren braucht, ist meistens etwas faul. Der Stoff überfrachtet, die Handlung verwirrend, die Spannung gebremst. All das trifft auf den dreizehnten Magdeburger „Polizeiruf 110: Tod einer Toten“ zu. Die Story schwankt zwischen Drogendealer-, Rache- und Familiendrama hin und her und kann sich nicht entscheiden. Dennoch lässt einen der Film nicht los. Er atmet Poesie, hat viel Empathie, lebt von David Nawraths sensibler Regie und einer tollen Kameraführung.

Vor allem gewinnt er durch die Ausstrahlung von Claudia Michelsen. Sie zieht alle Register: ist emotionale Einzelgängerin, besorgte Kollegin und knallharte Polizistin. Ihre Kommissarin Doreen Brasch hat einen verwickelten Fall zu lösen. Drogen-Aussteigerin Jessica wird erschossen. Offiziell seit vier Jahren gestorben, steckt sie mit ihrem Partner Alex im Zeugenschutzprogramm. Ihr verwitweter Vater, der Bauer Mannfeld, weiß nichts davon. Er hatte sich von der heroinsüchtigen Tochter losgesagt. Jetzt packt ihn die Reue, beeindruckend gespielt von Christian Kuchenbuch. Liebevoll kümmert er sich um seine traumatisierte Enkelin Marie, von deren Existenz er nichts ahnte. Kommissarin Brasch versteht den Schmerz des verzweifelten Vaters. Als er ihr gesteht, dass er zunächst erleichtert auf Jessicas Tod reagiert habe und sich dafür schämt, meint sie: „Ich kenne das. Ich weiß, wie es ist, wenn dein Kind zu jemandem wird, den du nicht mehr kennst.“ Zu ihrem einzigen Sohn, der ins rechte Milieu geraten war, hält sie keinen Kontakt mehr. Und leidet darunter.

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Zu viele Nebenstränge

Der Vater-Tochter-Konflikt ist der berührende Hauptstrang des Krimis. Die Autoren hätten sich auf ihn konzentrieren sollen. So aber bauschen sie die Nebenstränge mächtig auf. Irgendwie vermisst man Michelsens Kollegen Matthias Matschke, der vor zwei Episoden ausgestiegen ist. Sein Nachfolger Kriminalrat Uwe Lemp, solide besetzt mit Felix Vörtler, hat neunzig Minuten lang mit seinem schlechten Gewissen zu kämpfen. Er hatte stark alkoholisiert einen Mann angefahren. Gleich mehrere Drogenhändler sind in den Fall verwickelt, machen die Szene konfuser. Auch „Kommissar Zufall“ mischt kräftig mit. Als schießwütiger Racheteufel agiert ein besessener Rauschgiftfahnder, der für ein kinoreifes Finale auf dem Bauernhof sorgt. Doreen Brasch ist mal wieder Retterin in höchster Not. Das hätte auch ein Autor allein hingekriegt.

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