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Sommerpause vorbei: Der geheimnisvolle Mörder kehrt zurück

Ab Sonntag gibt es Neues von „Tatort“ und „Polizeiruf“: mit einem Panikrocker, beratenden Geistern und blinden Zeugen.

Gespenst oder Realität: Kai Korthals (Lars Eidinger) lässt Borowski (Axel Milberg) nicht los. Zum dritten Mal ermittelt der Kommissar gegen den freundlich-grausamen Soziopathen.
Gespenst oder Realität: Kai Korthals (Lars Eidinger) lässt Borowski (Axel Milberg) nicht los. Zum dritten Mal ermittelt der Kommissar gegen den freundlich-grausamen Soziopathen. © NDR Presse und Information

Der Sommer ist vorbei und auch die dreimonatige sonntägliche Krimi-Pause. Ab diesem Sonntag gibt es wieder Neues von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. Zum Start wird in „Wer zögert, ist tot“ in Frankfurt der Sohn eines Wirtschaftsanwalts von einem Golfplatz entführt. Eine Woche später hat im Münchner „Polizeiruf 110: Bis Mitternacht“ eine neue Kriminaloberkommissarin einem hochintelligenten Serienmörder seine Schuld bis Mitternacht nachzuweisen, sonst muss ihn der Richter wieder freilassen.

Die Wochen danach kann es auf dem Sendeplatz spannend oder öd werden: Für den 12. September ist das TV-Triell der Kanzlerkandidaten angekündigt. Am 19. September finden die Kölner Ermittler eine tote Frau, die einen Killer geheiratet hatte, und am 26. September ist kein fiktionaler Sonntagskrimi angesetzt – denn: Es ist Bundestagswahltag.

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Die Hauptdarsteller des Tatort Dresden: Leonie Winkler, Martin Brambach, Karin Hanczewski. Foto: Sven Ellger Foto: Sven Ellger
Die Hauptdarsteller des Tatort Dresden: Leonie Winkler, Martin Brambach, Karin Hanczewski. Foto: Sven Ellger Foto: Sven Ellger © Sven Ellger

Mehr originelle Drehbücher

Und dann kommt er. Wieder. Zum dritten Mal spielt Lars Eidinger den undurchschaubaren Frauenmörder Kai Korthals in den Borowski-„Tatorten“. 2012 und 2015 tat er es als „stiller Gast“, der durch Wände zu gehen schien und sich mit dem Kommissar psychologische Duelle lieferte. Das waren hochspannende, Abstruses nicht fürchtende Filme – schauspielerische und inszenatorische Höhepunkte der Jahre. Der neue Fall dürfte da anknüpfen. Korthals sitzt seine lebenslange Haftstrafe in einer forensischen Psychiatrie ab und bekommt viel Fanpost von Frauen. Während eines Tumults der Insassen rettet er eine Gefängnispsychologin vor einer Vergewaltigung, tötet zwei der Angreifer und kann fliehen: Sind die Verehrerinnen in Gefahr? „Borowski und der gute Mensch“. Lars Eidinger ist zudem im November im „Murot“-Krimi an der Seite von Ulrich Tukur zu sehen.

Maria Furtwängler ermittelt mit Udo Lindenberg es führt Detlev Buck (Mitte neben Udo) Regie.
Maria Furtwängler ermittelt mit Udo Lindenberg es führt Detlev Buck (Mitte neben Udo) Regie. © NDR Presse und Information

Bis Silvester sind insgesamt 15 neue „Tatorte“ und voraussichtlich zwei „Polizeirufe“ zu sehen, darunter ein Streifen mit Udo Lindenberg. Der dürfte in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich sein. Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler), die sonst in Hannover ermittelt, hat einen Solofall. In Hamburg will sie heimlich einen Mann treffen. Doch der ist tot. War der Mörder einer der Udo-Lindenberg-Doppelgänger, die wegen eines Castings das Hotel bevölkern? Der Panikrocker tritt selbst auf – stilecht in seinem Hotel „Atlantik“ an der Alster. Das dürfte spannend und spaßig werden, denn der launige Regie-Berserker Detlev Buck („Männerpension“ und „Sonnenallee“) inszeniert.

Überhaupt klingen die Ankündigungen oftmals origineller als in den Vorjahren. In Mainz wird Heike Makatsch als Ellen Berlinger zum dritten Mal unterwegs sein. Wohl im Oktober – vielfach stehen Sendetermine noch nicht fest – kommt ihr „Tatort: Blind Date“ heraus. Es geht um eine blinde Zeugin, die einen Überfall mit Todesfolge miterlebt hat. Zweifel kommen auf, ob sie wirklich so wenig mitbekam, wie sie angibt.

Boerne spürt des Teufels langen Atem

Die Münchner Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) wiederum haben im Spätherbst mit einem Mann zu tun, der nach 30 Jahren Sicherheitsverwahrung entlassen wird und sofort wieder tötet. Bei der Klärung soll ein Demenzkranker helfen. Für ihn wird extra der alte Tatort nachgebaut. Das Frankfurter Team hat den Tod einer jungen Schriftstellerin zu klären und sucht im Debütroman der 19-Jährigen Anhaltspunkte. Zudem dürfte auch der zweite Dresden-Krimi in diesem Jahr gut werden. In „Unsichtbar“ tritt ein Stalker in Erscheinung – es geht in die Vergangenheit von Oberkommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski).

Viele beliebte „Tatort“- und „Polizeiruf 110“-Teams sind jedoch erst wieder 2022 im Programm. Darunter sind das starke aus Wien, das dienstälteste aus Ludwigshafen, das neue, hoffnungsvollste aus Saarbrücken.

Jan Josef Liefers (r) und Axel Prahl, Schauspieler bei Dreharbeiten zum neuen "Tatort" aus Münster.
Jan Josef Liefers (r) und Axel Prahl, Schauspieler bei Dreharbeiten zum neuen "Tatort" aus Münster. © dpa

Ebenso bis Frühjahr pausiert das sonst mit zwei Fällen pro Jahr präsente Ensemble aus Münster. Thiel & Boerne legen dann ihren 40. Fall in 20 Jahren vor, der vielversprechend klingt: „Des Teufels langer Atem“.

Letztmals wird Meret Becker eine Berliner „Tatort“-Kommissarin 2022 spielen. Immerhin bekommt sie zuvor noch einen neuen Assistenten, den auch im wahren Leben im Rollstuhl sitzenden Akteur Tan Cagler. Der begeistert seit Kurzem schon in der Serie „In aller Freundschaft“ das Publikum. Corinna Harfouch wird Becker in der übernächsten Saison ersetzen.

Szene mit Kira Dorn (Nora Tschirner) aus dem "Tatort: Der feine Geist" von Anfang des Jahres.
Szene mit Kira Dorn (Nora Tschirner) aus dem "Tatort: Der feine Geist" von Anfang des Jahres. © MDR/MadeFor/ARD

Auch Charly Hübner nimmt im Frühjahr Abschied vom Rostocker „Polizeiruf“. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit den unlängst zum 50-jährigen Jubiläum der Ost-Serie erstmals aufgestellten Hallenser Polizisten Peter Kurth und Peter Schneider.

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Unklar hingegen ist, wann es bei zwei Quoten-Garanten weitergeht. Der abschließende, vertraglich vereinbarte Schiller-Krimi mit Til Schweiger aus Hamburg bleibt vakant. Der NDR entwickle noch, heißt es. Und in Weimar werden nach dem Tod von Lessing (Christian Ulmen) nur noch Dorn (Nora Tschirner) und Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) aktiv sein. Immerhin soll es skurril bleiben: Lessing taucht bei seiner Witwe als beratender Geist auf.

Fazit: Es scheint eine so unterhaltsame wie überraschende mörderische Saison bevorzustehen. (mit dpa)

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