merken
PLUS Dresden

Tatort Dresden: "Etwas Schummelei gehört dazu"

Das Dresdner Tatort-Team hat gerade die Dreharbeiten zur neuen Folge beendet. Schauspieler Martin Brambach spricht über Bluthochdruck und Sodbrennen.

Der Schauspieler Martin Brambach als Chef des Kommissariats Peter Michael Schnabel. Im neuen Tatort "Das kalte Haus" werden die Zuschauer ganz neue Seiten an ihm kennenlernen.
Der Schauspieler Martin Brambach als Chef des Kommissariats Peter Michael Schnabel. Im neuen Tatort "Das kalte Haus" werden die Zuschauer ganz neue Seiten an ihm kennenlernen. © ZB

Dresden. Nicht mehr lange, dann wird der Tatort gereinigt. Das Dresdner Ermittlerteam hat seinen neuesten Fall gelöst, die letzte Klappe ist gefallen, die Filmcrew packt das Set zusammen. Jetzt hilft nur noch Warten - aufs nächste Jahr, wenn die jüngste Folge ausgestrahlt wird.

Am 7. Mai enden die Dreharbeiten zu "Das kalte Haus". Darin finden die Kommissare Spuren eines Verbrechens. Blut überall. Aber keine Leiche. Ein Ehemann vermisst seine Frau, wurde sie ermordet, beiseite geschafft oder schwer verletzt entführt? Und vermisst er sie wirklich oder ist er der Täter?

StadtApotheken Dresden
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da

Die StadtApotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Schauspieler Martin Brambach verrät im Interview vieles. Das nicht. Für ihn ist diese Tatortfolge ein ganz besonderer Film, in dem er Oberkommissar Schnabel, den er verkörpert, noch sehr viel näher kommt.

Entfernt hingegen hat er sich von der Künstleraktion #allesdichtmachen, die die Coronamaßnahmen der Bundesregierung kritisiert und selbst in Kritik geriet. Seinen Beitrag hat Brambach zurückgezogen und lehnt es ab, sich dazu weiterhin zu erklären.

Martin Brambach (r.) macht als Oberkommissar Schnabel bei seinen Ermittlungen ausgesprochen blutige Funde. Aber wo ist die Leiche?
Martin Brambach (r.) macht als Oberkommissar Schnabel bei seinen Ermittlungen ausgesprochen blutige Funde. Aber wo ist die Leiche? © MDR/Hardy Spitz

Herr Brambach, wie tickt Ihr Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel, kurz und knapp?

Konservativ, guter Polizist, Bluthochdruck.

Unfreiwillig komisch?

Das kann nur ein Außenstehender sagen.

Gerade haben Sie den Schnabel vorerst verabschiedet. Wie fühlt es sich an, wenn nach so langer Zeit ein Filmprojekt beendet ist?

Das hängt immer ganz davon ab, wie es gelaufen ist und welches Gefühl man für die eigene Arbeit hat. Bin ich damit einverstanden? Gab es ein Manko? In diesem Fall kann ich sagen: Ich bin sehr zufrieden, es ist ein super spannender Krimi geworden mit einer besonders überraschenden Auflösung. Ich hatte in meiner Rolle richtig viel zu tun und die Gelegenheit, Schnabel noch einmal ganz neue Facetten zeigen zu lassen.

Jeder Tatort erzählt einen neuen Fall. Doch es bleibt das gleiche Format, mit der gleichen Hauptbesetzung, in der gleichen Stadt. Was ist doch immer wieder anders?

Fast jedes Mal sind andere Autorinnen und Autoren, Regisseurinnen und Regisseure am Zuge. Sie bringen nicht nur neue Geschichten mit, sondern gehen unterschiedlich an das Erzählen heran, haben unterschiedliche Arbeitsweisen. Auch neue Episodenschauspieler kommen dazu. Gerade dieses Mal hatten wir so großartige Kollegen, mit denen zu drehen ein großer Gewinn für alle war.

Sind Sie selbst Tatortfan?

Absolut!

Haben Sie die klassischen oder experimentellen Tatorte lieber?

Das kann ich so gar nicht sagen. Auf jeden Fall bin ich sehr oft begeistert und überrascht. Wiesbaden, Dortmund, München oder auch der Münsteraner - es gibt viele, die ich klasse finde. Zugegebenermaßen schaue ich auch mit beruflichem Auge zu.

Was fällt Ihnen zuallererst zu Dresden ein?

Dass ich hier eine sehr glückliche Kindheit hatte. In Altcoschütz bin ich groß geworden, da hat sich seither gar nicht so viel verändert. Meine Wurzeln liegen in Dresden, und als ich nach langer Zeit wieder herkam, bin ich zuerst durch den Großen Garten und durch Oberloschwitz, wo meine Tante lebte, spaziert - Orte, die zu meinem Leben gehört haben, als ich noch klein war.

Wo überall haben Sie für den jüngsten Tatort gedreht? Was werden die Dresdner wiedererkennen?

Ich weiß gar nicht, ob ich so etwas verraten darf. Viel Zeit haben wir in einem ehemaligen Radebeuler Bergwerk verbracht, und ganz ehrlich: etwas Schummelei gehört auch dazu. Die Villa, in der ein großer Teil der Handlung spielt, steht nämlich nicht in Dresden. Aber das Haus ist einfach genial.

Martin Brambach alias Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (m.) bei den Dreharbeiten zum jüngsten Tatort in einem alten Bergbau bei Radebeul.
Martin Brambach alias Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (m.) bei den Dreharbeiten zum jüngsten Tatort in einem alten Bergbau bei Radebeul. © MDR/Hardy Spitz

Sogenannte Location-Scouts suchen und finden solche Orte - oft bei privaten Besitzern. Können Sie sich vorstellen, ihr Heim für einen Tatort-Dreh auf den Kopf stellen zu lassen?

Nein! Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Menschen sehr spannend finden, auf diese Weise eine Filmproduktion hautnah mitzuerleben.

Es war der inzwischen dritte Dresdner Tatort-Dreh unter Corona-Bedingungen. Was läuft da anders?

Ich hatte allein diese Woche drei Coronatests. Die ganze Crew wird andauernd getestet, mit PCR- und auch mit Schnelltests. Alle am Drehort tragen Masken, außer die Kollegen, die gerade vor der Kamera arbeiten. Immerzu wird gelüftet, auch wenn es kalt draußen ist. Insgesamt verzögert das durchaus die Abläufe des Drehtages, aber wir sind froh, dass wir arbeiten können. Das ist ein wahnsinniges Glück und Privileg.

Sie hatten trotz Pandemie und Lockdown zahlreiche Filmprojekte und sind wirtschaftlich nicht schwer von Corona betroffen. Was fehlt ihnen am meisten?

Wie gesagt, ich bin extrem dankbar dafür, dass ich weiter arbeiten kann, im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, vor allem an den Theatern. Aber für die Kinder und Jugendlichen wünsche ich, dass sie endlich wieder regulär zur Schule gehen können. Mein Sohn ist zehn Jahre alt und hatte seit Anfang Dezember lediglich 14 Tage richtig Unterricht. Was Schule betrifft, kann man unserer Regierung wirklich viel ankreiden.

Sie waren gerade im neuen Fernsehfilm "Goldjungs" zu sehen - historischer Stoff in herausragender Filmkulisse. Hat der Dreh so viel Spaß gemacht, wie das Zusehen?

Riesigen Spaß! Generell liebe ich historische Stoffe, und die Ausstattung des Films ist ja wirklich herausragend.

Letzte Frage für Goldjungs-Kundige: Rot- oder Weißwein?

Rotwein! Von Weißwein bekomme ich Sodbrennen.

Das war im Film nicht zu überhören.

Weiterführende Artikel

So war der neue "Tatort" aus Bremen

So war der neue "Tatort" aus Bremen

Die drei neuen Ermittler in Bremen sind schlagfertig, ehrgeizig, hartnäckig und unglaublich schnell - müssen aber erstmal zueinander finden.

Das tote Kind im "Tatort"-Schrank

Das tote Kind im "Tatort"-Schrank

Der neue Franken-Fall mit Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs ist ein ebenso bewegendes wie glänzend gespieltes Krimidrama.

#allesdichtmachen verdirbt die "Tatort"-Freude

#allesdichtmachen verdirbt die "Tatort"-Freude

Es wäre ein starker Fall für die Assistenten in Münster gewesen. Doch Jan Josef Liefers' zynische Corona-Satire wirkt auch beim "Tatort" nach.

Kritik an #allesdichtmachen nimmt zu

Kritik an #allesdichtmachen nimmt zu

Einige rudern zurück, andere bleiben dabei oder sind entsetzt: Die Aktion #allesdichtmachen sorgt für Streit. Prompt folgt eine Gegenaktion.

Aber vielleicht ist die Unverträglichkeit auch nur eingebildet. Auf dem Radebeuler Weinfest habe ich schon herrlichen Weißwein getrunken - und gut vertragen.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden