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So war der erste "Tatort" der neuen Saison

Mit Grusel, Komik und Frauen mit Hundemasken geht es los: „Wer zögert, ist tot“, behauptet der Krimi aus Frankfurt.

Anwaltssohn Frederick Seibold (Helgi Schmid) wird von einer Truppe maskierter Frauen entführt. Deren zunächst gelungener Coup läuft jedoch bald aus dem Ruder.
Anwaltssohn Frederick Seibold (Helgi Schmid) wird von einer Truppe maskierter Frauen entführt. Deren zunächst gelungener Coup läuft jedoch bald aus dem Ruder. © HR/Pressestelle

Von Rainer Kasselt

Entführung auf dem Golfplatz. Vier Gestalten mit Hundemasken kidnappen den Sohn des reichen Anwalts Seibold. Sie fordern vier Millionen Euro Lösegeld. Der Anwalt denkt nicht daran zu zahlen. Er glaubt, sein missratener Sohn Frederick habe die Aktion selber inszeniert. Über das angebliche Beweisstück, Fredericks blutigen Finger, kann Seibold nur lachen. Richtige Profis hätten den tätowierten Finger genommen, meint er. Bernhard Schütz mimt mal wieder das Ekel vom Dienst.

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Grusel, Komik und makabre Wendungen bietet der Tatort „Wer zögert, ist tot“ aus Frankfurt am Main. Autorin Petra Lüschow, die auch Regie führt, bevorzugt stilisierte Geschichten mit verletzlichen Figuren, die „tapfer kämpfen, aber nicht immer gewinnen“. Sie unterläuft das Krimi-Genre und jongliert zwischen Thriller und Komödie.

Aparte soziale Note inklusive

Nach einer spannenden halben Stunde endet das Masken-Versteckspiel. Der Zuschauer wird eingeweiht: junge Frauen stecken dahinter. Die Polizei braucht ein bisschen länger, ehe sie weiß, was Sache ist. Die 13. Tatort-Episode mit Kommissarin Anna Janneke und ihrem Kollegen Paul Brix ist nicht ihr bester Fall, aber er hat eine groteske und aparte soziale Note. Margarita Broichs Kommissarin, leicht spöttisch und mitfühlend, liest Machos gern die Leviten. Brix, aufbrausend und bodenständig vom großen Theatermann Wolfram Koch gespielt, sucht in der teuren Metropole vergeblich eine bezahlbare Wohnung.

Längen im Mittelteil

Die Entführerinnen kennen sich aus einem Studio für Frauen-Selbstverteidigung. Sie zwingen breitbeinige Kerle mit zwei Griffen in die Knie und gehen nicht ohne Pfefferspray aus dem Haus. Die abgebrochene Medizinstudentin Bille fädelt Entführung samt Geiselnahme ein. Sie hat zwei Kinder mit Faulpelz Frederick, der keinen Unterhalt zahlt. Wenn er nichts rausrückt, soll sein vermögender Vater ordentlich zahlen, entscheidet sie. Britta Hammelstein spielt die Rolle gelassen, resolut und angstfrei. Die Entführung läuft zwar aus dem Ruder, am Ende gibt es zwei Tote, doch das Lösegeld landet nach einer wilden Tauchfahrt in den richtigen Händen. Herrlich unkorrekt und schön schräg.

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In der Mitte hat der Film einen längeren Hänger, versöhnt jedoch mit dem dramatischen Finale. Schauspielerin Margarita Broich bringt den Krimi auf den Punkt: „Eine Gesellschaft braucht gruslige Geschichten, die am Ende auch noch gut ausgehen.“

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