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So war der "Tatort" aus Dresden

„Parasomnia“ war einer der packendsten Tatorte des Jahres. Vor allem wegen der jungen Hauptdarstellerin.

Die 20-jährige Hannah Schiller spielte das traumatisierte Mädchen Talia mit beeindruckender Intensität.
Die 20-jährige Hannah Schiller spielte das traumatisierte Mädchen Talia mit beeindruckender Intensität. © MDR

Dieser Tatort kam zwei Wochen zu spät. Selten war so viel Schauder und Grusel im Sonntagskrimi. Hätte doch perfekt zu Halloween gepasst - mag man beim ersten Erschrecken gedacht haben. Aber es ging eben nicht um diesen albernen Mummenschanz, der seit ein paar Jahren auch bei uns um sich greift.

Mit all seinen Schatten und Visionen, Geistern und Zombies balancierte dieser 10. Krimi aus Dresden durchaus an der Grenze zum Lächerlichen, das hätte furchtbar schiefgehen gehen können. Es wurde aber ein packender Mystery-Thriller, der so manchen Zuschauer wohl noch lange erschaudern wird. Und das nicht allein wegen der Anleihen im bekannten Gruselfilm-Arsenal: mit Bildern wie aus Zombie, Musik wie aus Psycho, Szenen wie aus Shining und Schweigen der Lämmer.

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Dass das Horrorexperiment gelingt, liegt vor allem der grandiosen Hannah Schiller. Die 20-Jährige, die schon in diversen Fernsehfilmen zu sehen war, spielt die 14-jährige Talia so eindringlich und überzeugend, dass man ihr die Parasomnie, die sie heimsucht, beinahe zu jeder Zeit abnimmt. Von einigen übertriebenen Szenen, etwa wenn die Geister sie rufen, mal abgesehen. Vor allem habe sie gereizt, jemanden zu spielen, „der ganz anders ist als ich“, sagt die Nachwuchs-Darstellerin. Immerhin malt sie auch persönlich gern. Die Bilder, die das Mädchen Talia im Film malt, stammen von Hannah Schiller selber.

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Dass nicht der Täter, sondern die kindliche Zeugin mit ihren verdrängten Traumata, ihren Wahrnehmungsstörungen, Albträumen und Schlafwandeleien im Mittelpunkt steht, war der besondere Kniff von Drehbuch und Regie.. „Ich weiß, dass ich komisch bin“, sagt Talia. Und als Zuschauer möchte man unbedingt begreifen, welche schlimmen Geister sie plagen. Auch der Umgang der Ermittlerinnen mit solch einer Zeugin sorgte für Spannung. Dass aber der Täter- immerhin ein Serienmörder - aus dem spießigen Nachbarhaus kommt, interessiert schließlich kaum noch. Ebensowenig wie der Schwenk in die Stasiwelt.

Es war dies wohl einer der besten Tatorte des Jahres. Mit dieser zehnten Folge hat sich das inzwischen hervorragend aufeinander eingespielte Dresden-Team nach vielen Irrungen und Wirrungen in der Tat in die Tatort-Top-Liga gespielt.

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