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Waipu.tv will das Streamen erleichtern

Der Video-on-Demand-Dienst hat seinen ersten Hardware-Stick herausgebracht. Für wen lohnt sich der Kauf?

Waipu.tv gibt es auch als App für Streamingboxen. Doch jetzt hat der Anbieter auch einen eigenen Streaming-Stick im Angebot.
Waipu.tv gibt es auch als App für Streamingboxen. Doch jetzt hat der Anbieter auch einen eigenen Streaming-Stick im Angebot. © Till Simon Nagel/dpa

Waipu.tv ist ein Fernseh-Anbieter mit eigenem Glasfasernetz. Klassische Fernsehsender und weitere TV-Inhalte werden über das Exaring genannte Netzwerk innerhalb Deutschlands übertragen. Das eigene Leitungsnetz soll für eine schnelle und stabile Übertragung sorgen. Nur auf dem letzten Weg zum Empfänger wird das „normale“ Internet genutzt. Nach eigenen Angaben ist der Video-on-Demand-Dienst derzeit für rund 640.000 Nutzer die primäre Fernsehquelle. Sie schauen momentan per App auf ihrem Smart-TV, per Streamingbox oder über das Smartphone.

Nun bringt Waipu.tv die erste eigene Streaming-Hardware auf den Markt – den „Waipu.tv-4k Streaming Stick“ genannten Anstecker für den Fernseher. Das Gerät soll das klassische Kabel- oder Satellitenfernsehen beerben und das Programm einfacher zugänglich machen. Die Installation ist leicht. Der Stick wird in einen freien HDMI-Anschluss am TV gesteckt. Wer ein Android-Smartphone hat, braucht nur dem Google Assistent „Mein Gerät einrichten“ zu sagen – ab geht’s. Alle anderen müssen dem Einrichtungsassistenten folgen, was auch nur 20 Sekunden länger dauert.

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Ein Waipu.tv-Konto braucht man auch noch, das Angebot des Dienstes ist schließlich nicht umsonst. Ab 5,99 Euro im Monat geht es los mit mehr als 100 TV-Kanälen und Zusatzangeboten, 12,99 Euro kostet das volle Angebot, knapp 20 Euro sind es mit zusätzlichem Netflix-Abo.

Wer daheim Kabelanschluss oder Satellitenschüssel hat, fühlt sich mit dem Waipu-Stick schnell heimisch. Das liegt auch an der Fernbedienung. Die hat neben eigenen Tasten für Netflix, Youtube und die Waiputhek auch noch Nummerntasten.

Die weitere Einrichtung geht schnell, aber nicht immer problemlos. Netflix-App, Youtube-App, ARD-Mediathek – alles ist leicht zu finden. Da der TV-Stick mit Googles Android TV läuft, gibt es eine riesige Auswahl an Diensten, die sich integrieren lassen. Neben dem klassischen TV mit 120 bis 167 Kanälen sind je nach gebuchtem Tarif noch diverse Themenkanäle im Angebot. In den etwas höherpreisigen Paketen ist auch die Waiputhek enthalten. Hinter dem Namen verbirgt sich eine On-Demand-Videothek mit deutschen und internationalen Filmen. Ein paar bekannte und große Titel sind dabei.

Auch für ältere TV-Geräte

Die Software des Sticks schafft es, dieses große Angebot sauber zu strukturieren. Sogar das Zappen macht Spaß. Das geht mit dem Stick fast so schnell wie früher am analogen Kabelanschluss. Beste Funktion: Einmal Pfeil nach unten drücken – und sofort wird mit kleinem Bild und Kurzinfo angezeigt, was auf allen anderen Kanälen läuft. QuickZapper nennt Waipu das.

Und dann gibt es noch eine praktische Aufnahmefunktion. Hier wird im Rechenzentrum von Waipu gespeichert, was man sich später ansehen will, teils auch nach Serien, Staffeln und Folgen geordnet. So wie der alte Videorekorder, nur besser.

Und wer braucht das jetzt? Vielleicht hilft eine kleine Rechnung: Wer den Kabelanschluss im Mehrfamilienhaus mitmietet, zahlt dafür meist mehr als für das kleinste Abomodell von Waipu. Wer einen Einzelanschluss im Einfamilienhaus hat, zahlt dafür deutlich mehr. Da mittlerweile die meisten Haushalte einen Breitbandanschluss haben, könnte man mit dem Umstieg auf das Fernsehen über das Internet monatlich einige Euros sparen.

Wer die Schüssel am Balkon oder auf dem Dach hat, spart vielleicht das HD+-Abo oder den neuen Empfänger und die Kabelverlegerei für einen weiteren TV. Je nach Abonnement lassen sich bei Waipu zwei bis fünf Geräte gleichzeitig betreiben. Und wer Waipu.tv bisher per App nutzt: Der Stick funktioniert einfach besser.

Wer also TV mag und auch streamt, fände mit dem Waipu-TV-Stick einen HDMI-Stecker, der all das auf aktuellen und schon ein paar Jahre alten Fernsehern leicht bedienbar bündelt. Für knapp 60 Euro oder drei Euro Miete im Monat (hängt vom Abo ab), ist er nicht sonderlich teuer. Ob der Stick nun wirklich das Ende von Kabelanschluss und Sat-Schüssel bedeutet, sei dahingestellt. Eine prüfenswerte Alternative ist er für Fernsehfreunde aus Kostengründen und wegen der Fülle an Kanälen und Funktionen. Wer sich schon vom linearen Fernsehen verabschiedet hat, ist mit den Streamingboxen von Roku, Fire TV, Apple und Co. aber besser bedient. (dpa)

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