merken
PLUS Leben und Stil

Warum jetzt TV-Schnäppchen drin sind

Zum Ende dieses Corona-Jahres können Kunden richtig sparen. Das große Angebot macht die Auswahl leider nicht leichter.

Fast wie im Kino: Immer größere Bildschirme machen es möglich.
Fast wie im Kino: Immer größere Bildschirme machen es möglich. © C. Klose/dpa

Von Dirk Averesch

Es ist ein günstiger Zeitpunkt, einen neuen Fernseher zu kaufen. Und das nicht nur, weil Weihnachten bevorsteht. Denn die Hersteller hatten in Erwartung der Sportgroßereignisse Olympia und Fußball-EM kräftig vorproduziert. Doch nachdem die ausgefallen sind, dürften die Lager gut gefüllt und zum Jahresende einige Preiskracher drin sein, berichtet das Fachmagazin c’t.

Sorgfältig planen heißt die Devise für alle, die die Gelegenheit nutzen wollen und kurz vor dem Kauf eines neuen Fernsehers stehen. Denn die Auswahl ist erdrückend. Wer weiß, was sie oder er braucht, um sein neues Heimkino einzurichten, kommt schneller ans Ziel.

Anzeige
Hier gibt's die guten Nachrichten für 2021!
Hier gibt's die guten Nachrichten für 2021!

Jetzt wechseln zu günstigem Strom mit Vertrauensgarantie!

Zunächst einmal gilt: Für sehr helle Räume empfehlen sich LCD-TVs, weil sie dank ihrer höheren maximalen Leuchtdichte ausreichend kontraststarke Bilder liefern. Noch kontraststärker, mit einem ausgezeichneten Schwarzwert und guten Farben kommen in der Regel OLED-TVs daher. Allerdings ist ihre maximale Helligkeit geringer, und ihre oft stark spiegelnden Displayoberflächen neigen zu Reflexionen. Zwei Eigenschaften, die in heller Umgebung problematisch sein können.

Und was ist mit der leidigen Frage nach der Größe? Für die Berechnung der optimalen Bildschirmdiagonale haben die Experten eine Faustformel parat: Der Sitzabstand sollte etwa das zweieinhalbfache der Bildschirmdiagonale betragen. Ein Beispiel: Bei drei Metern wäre also eine 50-Zoll-Diagonale (1,27 Meter) angebracht.

Noch haben 8K-Geräte mehr Nachteile

Zu einem Top-Fernseher mit 8K-Auflösung (33 Millionen Pixel) muss man noch nicht zwingend greifen: Zwar werden die Streamingdienste irgendwann diese Auflösung liefern, doch bis es so weit ist, habe man wenig bis keine Vorteile, sondern eher Nachteile, wie den höheren Kaufpreis und Energieverbrauch. Die große Mehrheit der Geräte im Handel bietet 4K-Auflösung.

In Sachen Empfangsarten sollten Interessenten zwei Bezeichnungen zu unterscheiden wissen: Einmal den Triple-Tuner. Steckt er im Fernseher, kann dieser sowohl TV-Sender vom Satelliten (DVB-S) und aus dem Kabel (DVB-C) als auch über Antenne (DVB-T) empfangen.

Die andere Bezeichnung, die sich oft in den Beschreibungen findet, ist der sogenannte Twin-Tuner. Das bedeutet, dass die oben genannten Empfangsmodule jeweils doppelt ausgelegt sind. Dadurch kann man etwa einen Sender anschauen, während das Programm eines anderen Senders auf einem angeschlossenen Datenträger aufgezeichnet wird. (dpa)

Der Fernseher als Spion: So verhindern Sie die Datensammelei

Wegen ihrer ständigen Anbindung ans Internet sind Smart-TVs quasi prädestiniert, Nutzungsdaten zu sammeln, weiterzugeben und sie gegebenenfalls sogar für personalisierte Werbung einzusetzen.

Laut einer Untersuchung des Bundeskartellamts können etwa „das generelle Fernsehverhalten einer Person, ihre App-Nutzung, ihr Surf- und Klickverhalten oder auch biometrische Daten wie Stimme oder Cursorbewegungen sowie die im Einzelnen über den Fernseher abgespielten Inhalte erfasst und ausgewertet werden.“

Die Hersteller können unter anderem den Standort und die IP-Adresse übertragen, die beispielsweise an Netflix und dritte Werbeanbieter weitergeleitet werden, erklärt Andreas Floemer vom Digitalmagazin t3n. Und zwar unabhängig davon, ob man ein Konto bei dem Streaminganbieter hat oder nicht. Darüber hinaus könnten etwa Gerätetyp und Ort sowie die TV-Seriennummer und der Name des Wlan-Netzwerks erfasst werden, womit theoretisch ein Nutzerprofil erstellt werden kann.

Laut Ulrike Kuhlmann von der Fachzeitschrift c’t werden bereits bei der Installation einiger Smart-TVs über 60 Server angesprochen, zum Beispiel von Google, Amazon und Microsoft. „Nutzen Sie die HbbTV-Funktion, lässt sich jeder Klick mit der Fernbedienung nachverfolgen.“ Deshalb rät Kuhlmann: Den „Roten Knopf“ einfach deaktivieren, wenn man ihn sowieso nicht nutzt.

Wie intensiv Daten gesammelt werden, ist abhängig vom Hersteller, sagt Floemer. „In der Regel sammeln günstigere TV-Geräte mehr Daten als die im höherpreisigen Segment.“ Das Problem: „Nutzer können nicht einsehen, welche Daten gesammelt werden, das geben die Hersteller nicht preis“, sagt Kuhlmann.

Die Datenschutzbestimmungen sind vor allem deshalb für Verbraucher nicht nachvollziehbar, weil sie für eine Vielzahl von Diensten und Nutzungsprozessen gelten sollen. Sich vor einem Kauf über den Datenschutz des Anbieters zu informieren, etwa über dessen Website, sei praktisch unmöglich, bemängelt das Bundeskartellamt.

Teils kann man der Sammelei und Verwendung von Daten widersprechen, und zwar am besten gleich bei der Ersteinrichtung des Geräts. „Das hat keinen Einfluss auf die anderen Funktionen, auch wenn das von den Herstellern suggeriert wird“, erklärt Ulrike Kuhlmann. Sollte später ein Dienst tatsächlich nicht funktionieren, ließe sich der Datenzugriff im Nachhinein wieder über die Einstellungen erlauben.

Eine weitere Option besteht Kuhlmann zufolge darin, eine Blacklist im Router anzulegen, dann darf der Fernseher nur bestimmte Server ansteuern. Das sei jedoch recht aufwendig und eher für Versierte und Spezialisten geeignet. „Es gibt zwar vorgefertigte Listen, die muss man aber permanent pflegen“, sagt Kuhlmann.

Apps, die man auf dem Fernseher gar nicht nutzt, sollte man deinstallieren, inklusive Anwendungen für Sprachsteuerung oder Kameras, falls vorhanden, rät Moritz Warnke. Jede App, insbesondere wenn sie nicht aktualisiert wird, sei ein zusätzliches Sicherheits- und Datenschutz-Risiko.

Bei etlichen Herstellern ist laut Bundeskartellamt nicht gesichert, dass der Sicherheitsstandard der Geräte in den Jahren nach dem Kauf durch Software-Aktualisierungen aufrechterhalten wird. „Bei fehlenden Sicherheitsupdates ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass kriminelle Hacker sich Zugriff auf den Fernseher verschaffen können“, sagt Andreas Floemer.

Zum Schutz vor Hackern rät Ulrike Kuhlmann, den Fernseher zu Hause nur mit dem Gäste-Wlan zu verbinden. So könne das TV zumindest nicht mit den anderen Geräten im Netzwerk kommunizieren, wenngleich eine Datensammlung weiter möglich sei. (dpa)

1 / 12

Mehr zum Thema Leben und Stil