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So war der zweite Teil vom Jubiläums-"Tatort"

Der „Tatort“ feierte seinen 50. Geburtstag mit einer Doppelfolge. Vor allem Teil 2 war ziemlich gelungen.

Anders als ihre
Eltern findet Sofia (Emma Preisendanz) den Mafia-Ausputzer
Pippo (Emiliano De Martino) ziemlich cool. Er bringt ihr sogar das Schießen bei. Das wird Pippo
allerdings bald
bereuen.
Anders als ihre Eltern findet Sofia (Emma Preisendanz) den Mafia-Ausputzer Pippo (Emiliano De Martino) ziemlich cool. Er bringt ihr sogar das Schießen bei. Das wird Pippo allerdings bald bereuen. © ARD

Das war sie also, die Vollendung der „Tatort“-Doppelgeschichte zum 50. der Serie. Da ist es nur folgerichtig, dass die Münchner Ermittler Batic und Leitmayr die Geburtstagsvorstellung gaben, schließlich sind sie mit 85 Fällen die dienstältesten Sonntagskommissare. War es auch ein qualitativ würdiges Jubiläum? Eher ja.

Vor allem weil das Drehbuch eine junge Nebenfigur aus dem ersten Teil von „In der Familie“ für die Fortsetzung nach vorne holte und ins kalte Licht der trüben Geschichte stellte. Regisseurin Pia Strietmann und damit der Zuschauer blieb ganz nah dran an der 17-jährigen Sofia (Emma Preisendanz), eine bewegende Perspektive auch deshalb, weil alle Kenner des ersten Teils mehr wissen als das Mädchen. Nämlich dass dessen Mutter mitnichten nach dem Verrat an ihrer Mafia-Familie nur untergetaucht ist. Sondern von ihrem eigenen Ehemann, Pias Vater, auf Druck des Clans ermordet wurde. Ergriffenheit und Mit-Leiden – und damit eine intensive emotionale Zuschauerbeteiligung – waren also garantiert. Zusammen mit den durchweg guten Schauspielerleistungen macht das „In der Familie“ zum überdurchschnittlichen „Tatort“, vor allem Teil zwei, der spannend, tiefselig und abgründig ist.

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Zu viele Kommissare mit Psycho-Problemen

Doch die Mängel des Jubiläumsgeschenks bleiben auch in München trotzdem sicht- und spürbar. So sind die Erzählfäden zwischen den beiden Teilen extrem dünn, was die Geschichten arg zusammengestoppelt wirken lässt. Das fällt am Deutlichsten dadurch auf, dass allein Kommissar Faber aus dem Dortmunder Team von Folge eins in die Fortsetzung übernommen wurde, er zudem auch nur aus privaten Motivation inoffiziell nach München reist und für den dortigen Fall herzlich überflüssig ist. Außer vielleicht wegen seines Charakter-Kolorits als einer von vielen – zu vielen! – „Tatort“-Kommissaren und -rinnen mit erheblichen Psycho-Problemen.

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Sehr bedauerlich auch: Als den bösen Mafiakiller Pippo (Emiliano De Martino) in Todesangst vor den eigenen Leuten endlich Zweifel an seinem Tun befallen und er sich zur spannendsten Figur der Geschichte neben Sofia entwickeln könnte – da wird er auch schon ausgeknipst. Was für eine Verschwendung von Erzählpotenzial! Gleiches gilt für das Schicksal von Nora Dalay (Alyn Tezel) in Teil eins: So sang- und klanglos wie Fabers Kollegin ist wohl noch nie eine Kommissarin aus der Serie hinausgeglitten.

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