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Sanierung des Turms könnte billiger werden

Laut Gutachten der Stesad sind nur rund 10 Millionen Euro nötig. Die Funkturm GmbH rechnet mit deutlich mehr.

© Robert Michael

Die guten Nachrichten für den Fernsehturm reißen nicht ab. Denn auch das Gutachten der städtischen Tochterfirma Stesad über die Betreibung des Wachwitzer Wahrzeichens macht Hoffnung. Danach bietet der Turm sehr viele verschiedene Möglichkeiten, Besucher anzulocken.

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Kletterei in luftiger Höhe

Das könnte für Manchen der ultimative Kick werden: An der Fassade des Fernsehturmes nach oben klettern. Das ist nur eine Idee von vielen, wie der Turm für ein breites Publikum interessant werden könnte. Angesprochen wurde auch eine freischwebende Schaukel. Ob die am Ende kommt, müssen künftige Untersuchungen zeigen. Realistischer ist da wohl der Plan, Übernachtungsmöglichkeiten knapp unter der Besucherplattform, nämlich in der 11. und 12. Etage einzurichten. Zudem soll es im 13. Stock eine Wandelplattform mit Stehtischen geben, die für Veranstaltungen vermietet werden soll. Und natürlich soll das Ganze auch direkt unter freiem Himmel erlebbar werden, auf der Aussichtsplattform in der 15. Etage.

Keine gehobene Küche

Damit nicht nur Gourmetfans hinauffahren, soll es im Restaurant im 14. Stock keine Sterneküche geben, sondern Bistrogerichte. Ganz sicher auch die berühmte Eierschecke mit Ausblick. Die Besucher wird’s freuen, wird doch damit der Geldbeutel nicht übermäßig strapaziert.

Gute Besucherzahlen erwartet

Um eine schwarze Null schreiben zu können und nicht auf städtische Zuschüsse angewiesen zu sein, müssten mindestens 131000 Besucher kommen, hat die Stesad analysiert. Das sei eine machbare Größe, denn erwartet werden jährlich zwischen 100 000 und 200 000 Gäste, anfangs sogar noch mehr.

Bezahlbarer Eintritt

Die Macher der Studie haben diverse Gebühren der sechs geöffneten deutschen Fernsehtürme verglichen, die zwischen sieben und 15 Euro differieren. In Dresden wird davon ausgegangen, das Erwachsene rund zehn Euro zahlen. Gruppen und Kinder müssten weniger entrichten. Davon ausgegangen wird, dass mindestens die Hälfte der Besucher die gastronomischen Angebote nutzt und die andere Hälfte nur zum Schauen kommt.

Anwohnerfreundliche Öffnungszeiten

Damit die Lärmbelastung der Anwohner durch an- und abfahrende Fahrzeuge nicht zu groß wird, soll in der Sommerzeit von 12 bis 20 Uhr und in den Wintermonaten von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. Dies schlagen die Macher der Studie vor. Bei einzelnen Events soll darauf geachtet werden, dass die Gäste mit Bussen anreisen.

Guter baulicher Zustand

Die Studie kommt zum Schluss, dass sich der Fernsehturm in einem sehr guten baulichen Zustand für die technischen Zwecke befindet. Um die benannten Etagen für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen, muss aber investiert werden. Auch für den Brandschutz, einen zweiten Aufzug und den Parkplatz. Doch die Stesad setzt den finanziellen Bedarf mit rund zehn Millionen Euro deutlich niedriger an als die Funkturm GmbH, der der Turm gehört. Diese geht von rund 18,5 Millionen Euro aus. Der Bund hat jüngst Denkmalfördermittel von 12,8 Millionen Euro zugesagt. Auch Land und Stadt wollen sich beteiligen.

Zeitplan der Revitalisierung

Äußerst motiviert zeigt sich in diesem Punkt die Stesad, die die Realisierung bis 2021 für möglich hält. Doch hier winkt die Funkturm GmbH ab, die zwischen drei und sieben Jahre Bauzeit für realistisch hält. Allerdings baut sie gerade den Hamburger Fernsehturm für die öffentliche Nutzung um und sagt selbst, dass sie dabei Erfahrungen sammelt, die das Dresdner Projekt beschleunigen könnten. Im Oktober 2019 sollen mögliche Betreiber auf der Immobilienmesse Expo Real in München gefunden werden.

Begeisterung bei Unterstützern

Absolut euphorisch zeigt sich Holger Zastrow, der Chef der FDP-Stadtratsfraktion über das Gutachten zum Fernsehturm. „Dieses Konzept ist realistisch und total überzeugend. Damit bekommen wir den Fernsehturm zurück, auch ohne jährliche städtische Zuschüsse. Jedes Detail ist betrachtet.“ Ähnlich zufrieden ist Linken-Fraktionschef André Schollbach. „Damit kommen wir dem Ziel näher, den Fernsehturm als architektonisches Zeugnis der Ostmoderne wieder zugänglich zu machen.“