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Fester Grund für die Oberschule

Die Gemeinde kauft Land für das Schulgebäude, die Turnhalle und die Außenanlagen –  das Projekt nimmt buchstäblich Gestalt an.

© Symbolfoto/dpa

Von Udo Lemke

Klipphausen. Die Gemeinde Klipphausen hat seit diesem Schuljahr wieder eine Oberschule: Zur Schuleinführung am 5. August nahmen die erste 25 Schüler der neuen Bildungseinrichtung den Unterricht auf. Allerdings taten sie das in der Grundschule Naustadt, quasi als Gäste. Denn die Oberschule Klipphausen hat noch kein eigenes Gebäude.

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Damit sich dies so schnell als möglich ändert, hat der Rat der Gemeinde auf seiner Septembersitzung weitere Beschlüsse gefasst. Geplant ist der Bau einer zweizügigen Oberschule einschließlich Sporthalle und Sportplatz. Dafür ist das Erwerben von Grund und Boden notwendig. Deshalb kauft die Gemeinde in der Gemarkung Ullendorf, wo die Schule gebaut werden soll, zwei Grundstücke. Das Flurstück 89 gehört Maria Schmick aus Ullendorf und hat eine Größe von 27 460 Quadratmetern. „Die Zusage zum Verkauf des Flurstücks an die Gemeinde wurde erteilt.“ Als Kaufpreis wurden zwölf Euro pro Quadratmeter vereinbart, was eine Gesamtsumme von 329 520 Euro ausmacht. „Das entspricht dem Preis von Bauerwartungsland, für erschlossenes Bauland sind in der Gemeinde derzeit 100 Euro pro Quadratmeter zu zahlen“, sagt Bürgermeister Gerold Mann (parteilos).

Das zweite Flurstück, mit der Nummer 88 in der Gemarkung Ullendorf, kauft die Gemeinde vom Eigentümer Agro GmbH mit Sitz in Groitzsch. Das Flurstück hat eine Größe von 36 550 Quadratmetern. Auch hier wurde bereits Einigkeit mit dem Besitzer erzielt. Bei einem Quadratmeterpreis von ebenfalls 12 Euro, für den Flächenbedarf von 25 000 Quadratmetern und einer Restfläche von 11 550 Quadratmetern zum Preis von zwei Euro pro Quadratmeter ergibt sich ein Gesamtpreis von 323 100 Euro.

Nimmt man beide Kaufsummen zusammen, dann ergibt sich ein Gesamtbetrag von 652 620 Euro. Und damit hatte die Gemeinde ein Problem. Denn ursprünglich waren nur 600 000 Euro für den Erwerb von Grund und Boden für die Schule im Haushalt eingeplant. Für den eigentlich vorgesehenen Standort der Schule in Röhrsdorf an der S 177 hätte das Geld auch gereicht. Aber „aufgrund eines Gutachtens der Immissionsschutzbehörde des Landkreises Meißen konnte der vorgesehene Standort nicht mehr genutzt werden.“ Denn eine der Schule gegenüberliegende Humusaufbereitungsanlage wurde als potenzielle Gefährdung für die Schüler angesehen.

Nach den Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern am neuen Standort in Ullendorf zeichneten sich Mehrkosten in Höhe von 52 620 Euro ab. Das Geld soll als überplanmäßige Ausgabe im Gemeindehaushalt besorgt werden. Auch dafür gab der Gemeinderat grünes Licht. Um die Mehrkosten bereitzustellen, wird die Abwassererschließung im Ortsteil Robschütz ins kommende Jahr zurückgestellt werden. Dort gibt es ohnehin eine Verzögerung, weil die Genehmigung der Stadt Meißen, deren Abwassernetz zur Durchleitung zur Kläranlage nutzen zu dürfen, auf sich warten lässt, so Bürgermeister Mann.

Der Fahrplan für die neue Oberschule in Ullendorf sieht vor, dass spätestens in drei Wochen die europaweite Ausschreibung der Planungsleistungen für den Schulneubau erfolgen soll. Bürgermeister Mann hofft, dass der Gemeinderat in seiner Dezembersitzung den Auftrag für die Planung des neuen Oberschulkomplexes vergeben kann. Dessen Baukosten werden auf ein Volumen von elf bis zwölf Millionen Euro geschätzt.