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Fester Halt mit dem Gnubbel

Katrin und Sören Flint aus Weißwasser sind Erfinder eines besonderen Haltegriffs. Dessen Einsatzgebiete sind grenzenlos.

Von Silke Richter

Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

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Die Verblüffung ist bei der Seniorin sehr groß als sie nach Mr. Flint und der richtigen Wegbeschreibung zu seiner Firma am Sachsendamm gefragt wird: „Wir haben hier in der näheren Umgebung einen Erfinder wohnen? Na das ist ja toll. Da wohnt man schon um die Ecke und hat noch nie davon erfahren, dass Weißwasser auch heutzutage sehr gute Entdecker und Forscher vorzuweisen hat.“

Die ältere Dame weiß nach dem Gespräch, dass sich hinter Mr. Flint kein anderer verbirgt als Sören Flint, der die sogenannten „Gnubbel“ erfunden hat. Die Idee dazu hatte der 51-Jährige gemeinsam mit seiner Ehefrau Katrin. Das Ehepaar suchte beim gemeinsamen Familienfrühstück nach einer Lösung um einen klebrigen Honiglöffel an einem Honigglas befestigen zu können. Eine Frage, die sich wohl viele Menschen stellen. Das ist jetzt über fünf Jahre her. Aus der anfänglichen Spinnerei wurde relativ schnell ein handfestes Projekt. Die Einsatzgebiete des Haltegriffes sind scheinbar grenzenlos. Das Multitalent aus Gummi gibt es in mehreren Varianten. Man kann es als Halterung von Gehstöcken, Taschenlampen, Handys, kleinen Kameras sowie als Klemmhilfe für Kabel, Schläuche und Werkzeuge einsetzen. Und weil Sören Flint und seiner Ehefrau Katrin ihre Heimatstadt sehr am Herzen liegt, riefen die Initiatoren bei Facebook dazu auf, Vorschläge zu machen, bei denen gespendete Gnubbel in der Öffentlichkeit ihre Anwendung finden könnten, um speziell Senioren und Menschen mit Behinderungen den Alltag etwas erleichtern zu können. Die Antworten darauf ließen nicht lange auf sich warten. Seit einigen Tagen sind über zwanzig Gnubbel, die von dem Ehepaar kostenfrei zur Verfügung gestellt worden sind, beispielsweise im Rathaus, an Zeitungskiosken und in verschiedenen Arztpraxen zu finden. „Das ist unser kleiner Beitrag dazu, dass sich Bewohner und Gäste in unserer Stadt noch wohler fühlen können“, erklärt Sören Flint, der sich durchaus vorstellen kann in Weißwasser alt zu werden. Und das liegt nicht nur an seinem von sehr viel Grün umgebenen Wohnhaus am Sachsendamm. Der gelernte Landmaschinenschlosser und spätere Mitarbeiter im Kraftwerk Boxberg hatte seiner Heimatstadt vor mehreren Jahren schon einmal den Rücken gekehrt, wollte in Nordrhein-Westfalen sesshaft werden. Wenn da nicht die Sehnsucht nach seinem alten Zuhause gewesen wäre. Sein Bauchgefühl gab ihm die Richtung vor. Hier hat er Familie und Freunde, aber auch die Waldeisenbahn, die vielen Kneipenfeste im Broilereck und in der Quetsche und das unverwechselbare Gefühl heimisch zu sein. Besonders bei Veranstaltungen sehe man auch sehr schön, dass Weißwasser auch noch Jugendliche und junge Paare als Einwohner hat“, erklärt Katrin Flint. Hin und wieder vereist das Ehepaar Flint auch gern. Aber stets mit der Gewissheit verbunden: Zu Hause ist es aber am schönsten.