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Pirna

Festival verabschiedet sich in Sommerpause

Der Verein Sandstein und Musik zieht eine positive Halbzeitbilanz. Ende August geht es in Tharandt weiter.

Caspar Vinzens (Viola) überzeugte mit dem Aris Quartett am Sonntag in der Kirche in Struppen. © Thomas Morgenroth

Mit einem der wohl leidenschaftlichsten Konzerte in der mehr als siebenhundertjährigen Geschichte der Kirche in Struppen verabschiedete sich dort das Festival Sandstein und Musik am Sonntagabend in die Sommerpause. Das vielfach preisgekrönte Aris Quartett, das international auf den ersten Bühnen spielt, sorgte mit seinem furiosen Auftritt für Beifallsstürme. Die vier jungen Leute, die sich vor zehn Jahren an der Frankfurter Musikhochschule zusammenschlossen, gelten als ein besonders emotional auftretendes Ensemble, das zudem ein unorthodoxes Repertoire pflegt.

Ihrem Ruf wurden sie bei ihrer Festivalpremiere in Struppen einmal mehr gerecht. Schon aus Joseph Haydns sonst eher getragen wirkendem Streichquartett B-Dur op. 76/4, dem „Sonnenaufgang“, machten Anna Katharina Wildermuth (Violine), Noémi Zipperling (Violine), Caspar Vinzens (Viola) und Lukas Sieber (Violoncello) ein überaus lebendiges Stück. Auch das Streichquartett G-Dur op. 106 von Antonín Dvořák nahm unter den Händen der exzellenten Musiker, die mit großen körperlichen Einsatz spielten, feurige Züge an.

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Höhepunkt war fraglos das erste Streichquartett des tschechischen Komponisten Leoš Janáček, eine kleine moderne Oper ohne Worte, entstanden 1923 nach Lew Tolstois dramatischer Novelle „Die Kreutzersonate“, die auf Ludwig van Beethovens gleichnamiges Musikstück von 1802 zurückgeht. Als 70-Jähriger holte Janáček die Musik über die Dichtkunst in die Musik zurück, ein Geniestreich, allerdings keine leichte Kost, immerhin geht es ja um einen Mord aus Eifersucht. Ein bisschen ist seine „Kreutzersonate“ der frühe Hardrock der klassischen Musik, am Sonntag grandios interpretiert vom Aris Quartett.

Auch der Vorsitzende des Trägervereins, Klaus Brähmig, war von dem dreizehnten Konzert des 27. Jahrgangs des Festivals hellauf begeistert. Der 61-Jährige, der die Besucher persönlich begrüßte, schwärmte zudem von einer besonderen Veranstaltung am Tag zuvor in der Kirche seines Heimatortes Papstdorf. Dort trafen das Berliner Pantomimen-Duo Bodecker & Neander, das bei Marcel Marceau in Paris gelernt hatte, und der Freiberger Domorganist Albrecht Koch aufeinander. Allerdings, bedauerte Brähmig, war der Zuspruch für die „Geschichten ohne Worte“ eher verhalten. Dafür waren am Sonntag die Bänke in der Struppener Kirche besser gefüllt.

Insgesamt bilanziert Eckhard Brähmig aus dem Pirnaer Festivalbüro eine sehr gute Auslastung. Schon jetzt habe der Verein vor allem durch den Verkauf der Eintrittskarten sein im Haushalt festgeschriebenes finanzielles Ziel beinahe erreicht. Das beläuft sich auf rund fünfzig Prozent des Gesamtbudgets in Höhe von 320.000 Euro.

Das erste Konzert nach der Sommerpause verspricht einen besonderen musikalischen Hochgenuss: Die Französin Agnès Clément spielt am 24. August in der Bergkirche Tharandt weltbekannte Kompositionen auf der Harfe, unter anderem von François Couperin, Paul Hindemith, Franz Liszt und Elias Parish-Alvars. Leidenschaft ist auch ihr zu eigen, ganz so lebhaft wie beim Aris Quartett in Struppen wird es wohl allein wegen des sperrigen Instrumentes in der Forststadt nicht zugehen.

www.sandstein-musik.de

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