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Festspielhaus Hellerau will weitere Flüchtlinge aufnehmen

Hilfe in der Not wird zum Programm. Das Festspielhaus Hellerau sieht sich als internationales Zentrum in der Pflicht, Flüchtlingen zu helfen. Auch abseits davon ist 2015 die Welt in Hellerau zu Gast.

© dpa

Dresden. Das Europäische Zentrum der Künste im Dresdner Festspielhaus Hellerau will angesichts der gegenwärtigen Asyldebatte Flüchtlingen Obdach bieten. Intendant Dieter Jaenicke bekräftigte am Donnerstag ein schon im Dezember unterbreitetes Angebot und zeigte sich verwundert, dass die Stadt Dresden auf die Offerte noch nicht reagierte. Jaenicke zufolge könnten Betroffene sofort Unterkunft finden. Hellerau hatte vor sieben Wochen angeboten, bis zu 20 Flüchtlinge einzuquartieren und dafür auch Einschränkungen im Theaterbetrieb hinzunehmen. Die Mitarbeiter des Festspielhauses wollen sich zudem um die Betreuung der Notleidenden kümmern. Diese können in einem geschlossenen Trakt des Hauses unterkommen.

Jaenicke stellte am Donnerstag den Spielplan 2015 vor, bei dem erneut der Tanz dominiert. Eröffnet wird der Jahrgang am 22. Januar mit einer Arbeit des französischen Choreographen Olivier Dubois: „Tragédie“ sei der letzte Teil seiner Trilogie zum Thema Revolution und wolle ein großes Bild der Menschheit entwerfen, hieß es. Zeitgleich eröffnet das Festspielhaus eine Ausstellung unter dem Titel „Schizophrenia Taiwan 2.0“. Ein Jahr lang hatte Hellerau einen Fokus auf die Kunst Taiwans gelegt. Die Schau soll nun einen vorläufigen Schlusspunkt setzen. Am 31. Januar treten zum „Battle of Styles“ Breakdancer gegen Ballett-Solisten bei einem Wettkampf an. Eine Jury kürt die Sieger.

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Das Jahresprogramm hält neben großen Namen der internationalen Tanzszene auch Neuentdeckungen bereit. Die Forsythe Company und das russische Tanztheater Derevo besitzen in Hellerau ohnehin Residenzen und stellen schon seit Jahren hier Inszenierungen vor. Zu Gast sind 2015 unter anderen die Tänzer der Göteborger Oper, die Batsheva Dance Company aus Israel, Anne Teresa de Keersmaeker und die Performer von She She Pop. Mehrere Festivals und weitere Gastspiele komplettieren das Angebot. Das Festival Tonlagen wechselt in einen biennalen Rhythmus und ist erst 2016 wieder zu erleben. 2014 kamen gut 37 000 Menschen zu Veranstaltungen nach Hellerau. Nach Angaben des Festspielhauses entspricht das einer Auslastung von 84 Prozent. (dpa)