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Festung Dresden wieder offen

Dreieinhalb Monate war das Museum wegen der Flut geschlossen. Der Neuanfang wird auch für Umbauten genutzt.

Von Lars Kühl

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Die DTM zu Gast auf dem Lausitzring

Neue Motoren, neue Fahrer, ein neues Team und ein neuer Hersteller – die DTM ist vom 23. bis 25. August zurück am Lausitzring und war noch nie besser. 

Die Türen in die Unterwelt sind nicht mehr verschlossen. Seit wenigen Tagen können Besucher in der Dresdner Festung wieder die unterirdischen Reste der Renaissancezeit erkunden, die einst unter der barocken Pracht verschüttet wurden. Interimsmäßig bietet das Museum täglich zwischen 10 und 16 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen durch die Kasematten, Kanonenhöfe und Wehrgänge an.

Neben festem Schuhwerk brauchen die Gäste dabei auch eine intakte Blase, denn die Toiletten bleiben vorerst geschlossen. „Uns war wichtig, so schnell wie möglich wieder zu öffnen“, sagt Leiterin Andrea Dietrich. Individuelle Führungen mit dem Audioguide sollen erst nächstes Jahr wieder möglich sein.

Gegenwärtig plant das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB), die Sanitäranlagen, den Cateringbereich und die Technik möglichst in hochwassersichere Bereiche der Festung zu verlegen. Helfen könnte eine Neuvermessung, die in den vergangenen Wochen erfolgte. Dietrich: „Wir denken sogar daran, dafür neue Hohlräume zu erschließen.“

Als die Elbe stieg, wurden die Tore am 3. Juni verriegelt. Bis zum Pegel von 7,80 Metern hielten Schotte das Wasser noch fern. Doch das reichte nicht. Die Festung mit dem Eingang am Georg-Treu-Platz 1 lief voll. Der Kassenbereich war bis zu einer Höhe von 1,50 Metern versunken. Die Festungsgänge und -räume auf der anderen Seite am Terrassenufer standen sogar über fünf Meter unter Wasser.

In den vergangenen Wochen wurden alle Gewölbe, aber auch die großen Glasflächen an Eingang und Kassenbereich sowie im Kanonenhof, weitgehend gereinigt. Der Schlamm musste dabei von den Wegen zum Teil in dicken Schollen in mühevoller Kleinarbeit abgestochen werden. Die darunterliegenden Steine wurden abgespült. Dabei hatten sich tiefe Löcher gebildet, die inzwischen wieder notdürftig aufgefüllt sind, um die Unfallgefahr zu bannen. „Wir machen uns aber derzeit Gedanken, wie wir die Wege künftig anders befestigen können“, erklärt Dietrich.

Auch die archäologischen Ausgrabungsstellen, beispielsweise an der alten Gießerei, werden in den nächsten Wochen von Experten wieder freigelegt und von der Schlammkruste befreit. Schlimmer erging es vielen Museumsgegenständen. Noch immer läuft eine Inspektion, bei der geprüft wird, was erhalten geblieben ist und überarbeitet werden kann oder was neu angefertigt werden muss. Die drei Weinfässer der Festungsanlage wurden vom Böttcher abgeholt und werden zurzeit noch restauriert. Auch einige der Modelle konnten nicht geborgen werden und sind so stark demoliert, dass sie erst im Winter repariert werden können. Andere, weniger beschädigte, wurden gesäubert und sind auf den Rundgängen wieder zu sehen.

Damit dabei überhaupt etwas zu erkennen ist, wurde für das Licht die Elektrik für den Notbetrieb komplett neu verlegt. Am Moritzmonument aus der Mitte des 16. Jahrhunderts fehlt noch eine Lampe. Um das den Gästen trotzdem zu zeigen, haben die Museumsmitarbeiter auf Führungen eine Taschenlampe dabei. Das Juni-Hochwasser wird verewigt: In den Flankenhof soll an die Mauer mit den historischen Marken noch eine aktuelle, verspricht Dietrich. Wäre die Flut nicht gekommen, hätte sich die Festung bei den Gästezahlen auf Rekordkurs befunden. „Bis zum Juni hatten wir 19 500 Besucher“, erklärt Antje Heinze, Sprecherin beim Betreiber Schlösserland Sachsen. „Im Vergleich zum Vorjahr waren das über 2 000 mehr als im gleichen Zeitraum.“ 2012 war das bisherige Rekordjahr seit der Eröffnung 1993, als insgesamt 55 000 Besucher kamen. „Es hätte also ein weiteres Erfolgsjahr werden können.“ Doch daraus wird nun nichts mehr. Da nicht alle Führungen ausgebucht sein werden, werden dieses Jahr nicht einmal die 40 000 übertroffen. „Eine Museumsschließung steht trotzdem überhaupt nicht zur Debatte“, sagt Dietrich. „Höchstens mal für bauliche Maßnahmen.“

Die stündlichen Führungen kosten fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro, und beginnen am Georg-Treu-Platz 1.

Die maximale Besucheranzahl beträgt dabei 25 Personen. Gruppen können eine extra Führung bestellen.

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