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Feuchttücher verstopfen Kanalnetz

Vor allem die Pumpen im Abwassersystem leiden unter den Kunstfasern. An drei Stellen ist es besonders problematisch.

© Symbolbild/dpa

Von Tobias Winzer

Freital. Hiobsbotschaft aus dem städtischen Abwasserbetrieb: Nachdem dieser zum Jahreswechsel wegen der zunehmenden Zahl an Havarien im Kanalnetz einen öffentlichen Hilferuf ausgesendet hatte, hat sich die Situation leider nicht gebessert. Das Thema sei nach wie vor aktuell und spiegele sich vor allem in einem extrem hohen Wartungsaufwand, insbesondere für den Bereitschaftsdienst wider, so Katrin Braune, die bei den Stadtwerken TWF für das Abwasser zuständig ist.

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Die Probleme werden in den meisten Fällen durch sogenannte Feuchttücher ausgelöst. Während sich Toilettenpapier relativ schnell im Wasser zersetzt, sind die Feuchttücher mit den langen Kunststoff-Fasern, die vor allem bei Kleinkindern oder in der Seniorenpflege eingesetzt werden, deutlich beständiger. Verfangen sie sich einmal in den Pumpen, bilden sich lange, verfilzte und zähe Stränge, die die Pumpen blockieren und zum Stillstand bringen. Diese Pumpen müssen dann repariert oder gar komplett ausgetauscht werden. 10 000 Euro kosten diese pro Stück.

Die Stadt weist deshalb schon seit Längerem darauf hin, dass Feuchttücher nicht ins Klo entsorgt werden dürfen, sondern in den Restmüll gehören. Probleme mit den sich verfangenden Feuchttüchern gab es zuletzt vor allem am Pumpwerke an der Jägerstraße, am Pumperwerk an der Cunnersdorfer Straße sowie am Pumpwerk Deubener Weg in Weißig. Insgesamt gibt es 17 Pumpwerke im Freitaler Abwassernetz.