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Feuer auf der „Diesbar“

Dicker Qualm am Terrassenufer. Im Kohlebunker des Raddampfers Diesbar entzündeten sich die Briketts. Die Feuerwehr Dresden konnte den Brand mit Schaum löschen.

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© Roland Halkasch

Dresden. Dicker Qualm am Terrassenufer. Im Kohlebunker des Raddampfers Diesbar entzünden sich die Briketts. Dass ein Dampfer dampft, scheint auf den ersten Blick nicht wirklich verdächtig. Doch ein altgedienter Mitarbeiter der Sächsischen Dampfschiffahrt stutzt bei seinem morgendlichen Routine-Gang.

Er schaut sich die „Diesbar“ genauer an, erkennt sofort die Gefahr und alarmiert de Feuerwehr. Da ist es 6.31 Uhr.

Fünf Minuten später machen die ersten Einsatzwagen mit heulenden Sirenen von Land aus am Anleger 6 fest. Feuerwehrmänner der Feuerwache 5 checken die Lage, arbeiten sich mit Atemgeräten und Schläuchen in den Bauch des Dampfers vor und bekämpfen den Brandherd im Kohlebunker.

Gegen 8.30 Uhr gibt die Feuerwehr wieder Entwarnung: Die Grande Dame der Dampfschiffahrt ist vor dem Flammentod gerettet. „Zu Beginn des Einsatzes waren wir mit 45 Kollegen vor Ort, jetzt helfen noch 20 beim Ausräumen“, sagt Feuerwehrsprecher Ralf Schröder – die Rettung des Wahrzeichens der Flotte sei eine Ehrensache gewesen.

Auf der Elbe wacht die Wasserschutzpolizei über den Einsatz. „Wir beginnen jetzt mit den Ermittlungen zur Ursache des Brandes“, sagt Stefan Walther von der Bereitschaftspolizei und zählt drei Optionen auf: Selbstentzündung, ein technischer Defekt oder eine sogenannte „Fremdeinwirkung“.

Der äußere Schaden sei optisch nicht so dramatisch wie im April bei der „Leipzig“, sagt Robert Rausch von der Dampfschiffahrt, doch wie es im Inneren des Dampfers aussehe, das werde sich erst in den nächsten Stunden zeigen. Mit den Händen räumen Besatzung und Feuerwehr die Kohlebriketts aus dem Bunker und schleppen sie zu einem Container, wo Kollegen sie abgelöschen.

Brand auf der "Diesbar"

Auf dem historischen Raddampfer "Diesbar" ist am Donnerstagmorgen an der Anlegestelle am Terrassenufer in Dresden ein Feuer ausgebrochen. Es konnte nach kurzer Zeit gelöscht werden
Auf dem historischen Raddampfer "Diesbar" ist am Donnerstagmorgen an der Anlegestelle am Terrassenufer in Dresden ein Feuer ausgebrochen. Es konnte nach kurzer Zeit gelöscht werden
Das Feuer brach im Kohlebunker des Schiffes aus.
Das Feuer brach im Kohlebunker des Schiffes aus.
Auch Teile des Maschinenraumes wurden beschädigt.
Auch Teile des Maschinenraumes wurden beschädigt.
Wie groß der entstandene Schaden ist, muss noch ermittelt werden.
Wie groß der entstandene Schaden ist, muss noch ermittelt werden.
Nachdem die Flammen gelöscht waren, musste der Kohlebunker leer geräumt werden.
Nachdem die Flammen gelöscht waren, musste der Kohlebunker leer geräumt werden.
Das ist mühsame Handarbeit.
Das ist mühsame Handarbeit.
Feuerwehrmänner tragen die Kohlen in Eimern nach draußen.
Feuerwehrmänner tragen die Kohlen in Eimern nach draußen.
Die vom Feuer erhitzten Kohlen werden in einem Container an Land mit Löschschaum abgedeckt.
Die vom Feuer erhitzten Kohlen werden in einem Container an Land mit Löschschaum abgedeckt.
Zudem müssen die ins Innere gepumpten Löschmittel wieder beseitigt werden.
Zudem müssen die ins Innere gepumpten Löschmittel wieder beseitigt werden.
Spezialisten müssen nach dem Beräumen erst das Innere des Schiffs untersuchen.
Spezialisten müssen nach dem Beräumen erst das Innere des Schiffs untersuchen.
Wie lange die "Diesbar" jetzt nicht auslaufen kann, ist noch unklar.
Wie lange die "Diesbar" jetzt nicht auslaufen kann, ist noch unklar.
Für die Sächsische Dampfschiffahrt ist es in dieser Saison bereits der zweite Brand auf einem der Schiffe.
Für die Sächsische Dampfschiffahrt ist es in dieser Saison bereits der zweite Brand auf einem der Schiffe.

beginnt mit dem Aufräumen. „Wenn das Schiff von Feuerwehr und Bereitschaftspolizei freigegeben ist, begutachten wir erst einmal den Schaden“, sagt Rausch.

Wenn das Schott zur Küche und den anderen Räumen dichtgehalten hat, könne sich der Schaden auf der Diesbar in Grenzen halten, hofft Rausch. Doch wie die Polizei mitteilte, seien durch den Schwelbrand im Kohlebunker auch Teile des Heizraumes sowie der Maschinenraumes ramponiert worden. Zum Schluss muss dann wie im April eine Spezialfirma den Ruß aus den Ritzen putzen.

Die Polizei ermittelt weiter, die Versicherungen prüfen und der Dampfer bleibt heute fest vertaut am Terrassenufer liegen. „Defintiv wird die Diesbar heute nicht fahren - dafür springt die Wehlen ein und fährt als Ersatz die Route der Weinstraße“. Trotz des sonnigen Wetters ziehen für das Unternehmen gerade dunkle Wolken auf: Erst das andauernde Niedrigwasser und jetzt auch noch der Brand auf der „Diesbar“.

Die Diesbar lief 1884 vom Stapel und dampft seitdem auf der Elbe. Die Dampfmaschine ist jedoch noch älter: Sie stammt mindestens aus dem Jahre 1841 und gilt heute als die älteste und noch im Einsatz befindliche Raddampfmaschine der Welt, wie die Elbschiffer der Weißen Flotte schreiben. (szo/stb)